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Niddapark-Mord: Opfer war an Firma des festgenommenen Wirts beteiligt

Von Bei dem tödlich endenden Streit im Niddapark könnte es um Geld gegangen sein. Das Opfer war zur Hälfte an dem Gastronomie-Unternehmen des Tatverdächtigen beteiligt. Laut Staatsanwaltschaft schuldete er Irina A. mehrere tausend Euro.
Die Spurensicherung untersucht den Fundort im Niddapark. Foto: Boris Roessler (dpa) Die Spurensicherung untersucht den Fundort im Niddapark.
Frankfurt. 

Die Mordkommission ist noch damit beschäftigt, die Details des Tatablaufs zu rekonstruieren. Nun tritt ein mögliches Motiv für die tödliche Messerattacke auf die 29-jährige Irina A. am vergangenen Dienstag im Niddapark zutage: Der wegen dringendem Tatverdacht festgenommene 50-jährige Szene-Gastronom könnte sich mit dem Opfer um Geld gestritten haben. Darüber berichtete am Montag die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf eine Freundin der Getöteten.

A., die am Mittwochmorgen erstochen im Niddapark gefunden wurde, soll den Wirt zur Rückzahlung „einer größeren Summe“ aufgefordert haben, schreibt die Zeitung. Darüber soll es dann zum offenen Streit zwischen den Geschäftspartnern gekommen sein.

Der seit Samstag in Untersuchungshaft sitzende Gastronom betrieb unter anderem eine Bar an der Freßgass’. Seit Ende März 2017 hat das Lokal einen neuen Wirt, der es derzeit umbaut und unter anderem Namen wieder eröffnen will. Der neue Wirt betont, mit dem früheren Betreiber keine geschäftlichen Verbindungen mehr zu haben. Die alte Betriebsgesellschaft ist noch im Handelsregister eingetragen. In ihrer jüngsten veröffentlichten Jahresbilanz sind Verbindlichkeiten von mehr als einer Million Euro eingetragen, dazu zählt auch ein Gesellschafterdarlehen.

Gastronom soll dem Opfer Geld geschuldet haben

Eine der beiden Gesellschafter des Unternehmens war Irina A., sie hatte im April 2016 die Hälfte der Geschäftsanteile erworben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es bei der Auseinandersetzung zwischen ihr und dem Tatverdächtigen am Dienstagabend um Geld gegangen sein könnte. Der Gastronom soll seiner Geschäftspartnerin eine Summe „im unteren fünfstelligen Bereich“ geschuldet haben. Es würden aber auch weitere mögliche Motive geprüft.

In die Schlagzeilen kamen beide Anfang 2017. Sie behaupteten gegenüber der „Bild“-Zeitung, Dutzende Araber hätten an Silvester in ihrer Bar Gäste bestohlen und begrapscht. Bald stellte sich, auch durch Recherchen dieser Zeitung, heraus: Die Geschichte war erfunden. Der Gastronom und seine Geschäftspartnerin wurden angeklagt, sollten sich am 8. Juni für das Vortäuschen einer Straftat vor Gericht verantworten. Was nun aus diesem Verfahren wird, ist noch offen. Der Verhandlungstermin sei noch nicht gestrichen, sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft Nadja Niesen. Ob die Gerichtsverhandlung wie geplant stattfindet, sei noch nicht entschieden. Es wäre möglich, zunächst den Ausgang des aktuellen Tötungsverfahrens abzuwarten und so lange die Silvester-Strafsache ruhen zu lassen, so Niesen.

Die in der FAZ nicht namentlich genannte Freundin der Getöteten verbreitet eine eigene Version der als „Sex-Mob-Lüge“ bekannt gewordenen Araber-Geschichte. Es ging ihr zufolge darum, die Bar ins Gespräch zu bringen und so den Umsatz zu steigern.

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