E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 15°C

Markt: Paradiesplatz: Freitagstreff vorläufig eingestellt - Aufwand zu groß

Von Der Freitagstreff auf dem Paradiesplatz in Alt-Sachsenhausen wurde eingestellt. Zumindest vorerst. Zu groß ist der Aufwand, zu hoch sind die Kosten, zu niedrig der Gewinn. Doch die Organisatoren suchen nach einer Lösung, um den wöchentlichen Treff wieder aufleben zu lassen.
Leere statt guter Laune: Uli Schlepper (l.) und Jürgen Vieth haben den von ihnen ins Leben gerufenen Freitagstreff auf dem Paradiesplatz bis auf Weiteres eingestellt. Foto: Michael Faust Leere statt guter Laune: Uli Schlepper (l.) und Jürgen Vieth haben den von ihnen ins Leben gerufenen Freitagstreff auf dem Paradiesplatz bis auf Weiteres eingestellt.
Sachsenhausen. 

Er sollte das Image von Alt-Sachsenhausen polieren, ein Gegengewicht zu dem Partyviertel bilden, andere Gäste anlocken: Der Freitagstreff auf dem Paradiesplatz. Doch jetzt haben die Organisatoren Uli Schlepper, Jürgen Vieth und Jesko Barabas die Reißleine gezogen. Kurz nach dem Start in die zweite Saison haben sie verkündet, dass sie den Freitagstreff einstellen. Zumindest vorerst.

Den Treff hat es seit dem vergangenen Mai gegeben. Jeden Freitag wurden dort, auf dem Paradiesplatz inmitten Alt-Sachsenhausens, Apfelwein, geräucherter Lachs, Weine aus dem Rheingau, Bio-Wurst, Eis-Sorbet und türkische Spezialitäten offeriert.

Menschen aus Sachsenhausen und anderen Stadtteilen saßen oder standen in lockerer Atmosphäre zusammen, unterhielten sich und ließen den Tag gemütlich ausklingen. Hunderte Gäste wurden von Mai bis Oktober Woche für Woche gezählt. Nach einer Winterpause ging es jetzt im Mai wieder los. Doch nach vier Freitagstreffs ist nun erst einmal Schluss. Schon gestern Abend blieb der Platz leer.

Sehr beliebt

„Wir wissen und spüren, dass sich der Freitagstreff sehr großer Beliebtheit erfreut und sich eine richtige Fangemeinde gebildet hat“, schreiben die Veranstalter auf Facebook. „Zu Recht: Wir erlebten an den vier Terminen in diesem Jahr, dass Alt-Sachsenhausen mit einem tollen, bunten und neuen Publikum belebt wurde.“ Doch es gebe ein Problem: Weder der Arbeitsaufwand noch die Investitionen seien in einem Rahmen, den man vertreten könne. Die logistische Herausforderung, den Markt – zumindest halbwegs – so zu präsentieren, wie es sich die Macher vorstellen, stehe in keinem Verhältnis zu den dort zu erzielenden Umsätzen.

In einem Gespräch mit dieser Zeitung präzisiert Jürgen Vieth das Dilemma. „Wir durften die Bierbänke und -tische beispielsweise weder am noch im Paradieshof lagern. Das wurde uns nicht genehmigt.“ Für die Organisatoren und Marktbeschicker bedeutete dies allerdings, dass sie nach dem Ende des Freitagstreffs bis spät in die Nacht damit beschäftigt waren, die Utensilien irgendwo in der Stadt unterzubringen.

„Zudem hatten wir beantragt, dass der Markt bis 23 Uhr geöffnet bleiben kann“, sagt Vieth. „Aber auch das wurde uns nicht genehmigt. Schon um 22 Uhr mussten wir Schluss machen.“ Mit dem Resultat, dass vor allem an schönen, lauen Sommerabenden die Gäste regelrecht vom Platz gescheucht werden mussten.

„Das hat immer zu langen Diskussionen geführt“, so Vieth. Zumal das Gros der Besucher nicht gleich zu Anfang des Treffs um 16 Uhr auf dem Paradiesplatz eingetrudelt sei, sondern erst gegen 18.30 Uhr. „Um 22 Uhr war dann noch immer richtig viel los.“ Der Zeitraum, in dem sich die Gäste auf dem Platz aufhielten, sei einfach zu kurz. Das lohne sich nicht. Schon gar nicht finanziell.

„Wir wollten uns an dem Freitagstreff nicht bereichern, wir wollten etwas Gutes für Alt-Sachsenhausen“, sagt Vieth. „Aber da muss am Ende des Tages dann trotzdem eine schwarze Null stehen. Wenn man immer nur drauflegen muss, funktioniert das einfach nicht.“

Nicht aufgeben

Ganz aufgeben wollen die drei Organisatoren ihre Idee vom Freitagstreff in Alt-Sachsenhausen aber nicht. „Wir suchen nach Lösungen“, heißt es bei Facebook. Und weiter: „Ihr hört von uns, wenn wir vielleicht auch mit Hilfe der Stadt Frankfurt ein paar Stellschrauben betätigen konnten, um unsere Voraussetzungen für die regelmäßige Durchführung der Veranstaltung zu optimieren.“

Die Freunde des Freitagstreffs zumindest würden sich über ein Wiederaufleben freuen. „Das ist echt ein Verlust, das fing doch alles so vielversprechend an. Alt-Sachsenhausen kommt einfach nicht auf die Beine. Danke für tolle Freitagabende“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Ein anderer schlägt vor, sich trotzdem jeden Freitag auf dem Paradiesplatz zu treffen, auch ohne die Stände und Buden. „Kioske gibt es ja genug. Wird auch so funktionieren.“

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen