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Lotte Specht: Park erinnert an Fußball-Pionierin

Der gestern eingeweihte Lotte-Specht-Park zwischen Europaviertel und Gallus erinnert an eine Pionierin des Frauenfußballs und bildet eine Brücke zwischen zwei gegensätzlichen Stadtteilen.
Eine Rutsche, Schaukeln und Wippen stehen auf dem Spielplatz an der Schnittstelle zwischen Gallus und Europaviertel. Bilder > Foto: Rainer Rüffer Eine Rutsche, Schaukeln und Wippen stehen auf dem Spielplatz an der Schnittstelle zwischen Gallus und Europaviertel.
Europaviertel. 

Eine große Pfütze hat sich im Bolzplatz in der Idsteiner Straße zwischen Europaviertel und Gallus gebildet. Doch hätte es den Bolzplatz in den 1930er Jahren bereits gegeben, Lotte Specht (1911 - 2002) hätte dort wohl selbst im knietiefen Matsch gekickt. Als eine der ersten Fußballerinnen in Deutschland erntete das Mädel aus dem Gallus damals noch Anfeindungen von Männern – manche bewarfen sie gar mit Steinen. Der Käfig des Bolzplatzes hätte Specht beschützt.

Den Diffamierungen und Steinewerfern waren die spätere Kabarettistin Lotte Specht und andere kickende Damen auf Dauer nicht gewachsen und gaben auf. Nicht jedoch, ohne vorher den 1. Deutschen Damen 66 gegründet zu haben.

Nun ist zu Ehren jener Pionierin des Frauenfußballs ein Park an der Ecke Schwalbacher/Idsteiner Straße benannt worden. Der Lotte-Specht-Park würdigt nicht nur das Wirken seiner Namensgeberin, sondern sorgt auch für eine Verbindung zwischen zwei Quartieren: dem Gallus und dem Europaviertel.

Einst stand auf der rund 10 000 Quadratmeter großen Fläche das Ausbesserungswerk der Bahn. Nun sollen sich auf einem Spielplatz Kinder austoben, zur Naherholung dient eine Grünfläche, auf der etwa 100 neue Bäume gepflanzt wurden. Und auf dem an den Park angeschlossenen Bolzplatz sollen unter anderem auch Lotte Spechts Nachfolgerinnen kicken.

Eine Million Euro

Eine Million Euro hat sich das Immobilienunternehmen Ca Immo, das auch Teile des Europaviertels baut, den Lotte-Specht-Park kosten lassen. „Uns war es besonders wichtig, eine Verbindung zwischen den Stadtteilen zu schaffen“, erklärt Patrick Kaurisch von CA Immo, der zudem berichtet, dass der Lotte-Specht-Park nicht im Besitz des Unternehmens bleiben werde, sondern mit Hilfe eines städtebaulichen Vertrages in die Verantwortung der Stadt Frankfurt übergeben werden soll. Dies sei im Bebauungsplan so geregelt und wird auch im Falle des Europagartens so sein, der derzeit im Europaviertel entsteht.

Bei der Stadt ist man froh, dass im Europaviertel noch keine Verhältnisse herrschen wie in Bornheim und anderen dichtbebauten Stadtteilen. „Dort regelt der Markt inzwischen fast alles. Hier bleibt noch Platz für die Bürger“, freute sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Zwei Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung an der detaillierten Planung des Parks hatte es vor dessen Bau gegeben. Dass der Park den Namen Lotte Spechts tragen würde, daran hatte keiner der Beteiligten etwas auszusetzen. An dessen Erscheinungsbild indes schon.

Eröffnet wurde der Park bereits Ende letzten Jahres. Obwohl die Grünflächen im Juni 2015 nur mäßig grün waren, wurden von der zuständigen Baufirma ohne Absprache mit den Behörden die Bauzäune entfernt. Vom „Lotte-Specht-Acker“ war anschließend die Rede im Stadtteil. Kritisiert wurde das voreilige Entfernen der Bauzäune auch, weil sich danach auf den Grünflächen Müll ansammelte und Hunde ihr Geschäft auf den Wiesen verrichteten.

Rasen neu säen

Das Grünflächenamt kündigte jedoch an, sich mit der zuständigen Reinigungsfirma in Kontakt zu setzen. Der Zustand des Rasens wurde mit Verweis auf den heißen Sommer entschuldigt. Sollte sich der Zustand der Grünfläche nicht verbessern, wird im Herbst neu angesät.

Leider wird der neue Park etwas von seinem Bezug zu Lotte Specht verlieren. Denn der Bolzplatz soll dort nur noch zwei weitere Jahre stehen bleiben, ehe dann der „Käfig“ umzieht in den Europagarten, der voraussichtlich Ende 2016 fertig wird. Lotte Specht hätte wohl auch dort gekickt, doch damals trennten noch Mauern und Bahngleise das Gallus vom heutigen Europaviertels, von Kuhwald und Rebstock. Spechts Namen steht nun aber auch sinnbildlich für eine neue Beziehung zwischen dem Gallus und dem restlichen Frankfurt.

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