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Umweltschutzvereine erobern öffentlichen Raum zurück: Parkplätze werden zu Aktionsflächen

Von Kaum etwas ist in Frankfurts Innenstadt so knapp und so umkämpft wie Parkraum. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hat am Samstag eine Parkfläche zweckentfremdet und darauf demonstriert, was man mit der Fläche sonst noch machen könnte.
Spielfläche, Liegestuhl statt parkenden Autos: Aktivisten haben am Samstag öffentlichen Verkehrsraum in Anspruch genommen. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Spielfläche, Liegestuhl statt parkenden Autos: Aktivisten haben am Samstag öffentlichen Verkehrsraum in Anspruch genommen.
Frankfurt. 

Zeitweise gab es Auseinandersetzungen mit Autofahrern: Fast zehn Parkplätze sind am Samstag von Aktivisten des ADFC und anderen in Anspruch genommen worden. Versehen mit einem grünen Teppich – Symbol für Rasen – mit Liegestühlen und Biergarnituren machten die Umweltschützer die Parkflächen zu gastlicheren Orten – zum Ärger der Autofahrer, die an einem Samstag, dem Haupteinkaufstag, in Frankfurts Innenstadt verzweifelt Parkplätze suchten. „Die Autofahrer haben sich in die zweite Reihe gestellt und damit den Verkehr behindert“, berichtet Dr. Susanne Neumann, Pressesprecherin des ADFC Frankfurt. „Einmal musste sogar die Polizei einschreiten.“

Der ADFC selbst hat zwei Parkplätze beansprucht, weitere Beteiligte wie der Verkehrsclub Deutschland, Greenpeace, Klimaattac, Sachen auf Rädern und Transition Town jeweils auch einen bis zwei – da kam schon etwas zusammen in der Bleidenstraße. Die Zweckentfremdung der Parkplätze war von der Stadt genehmigt.

Die spektakuläre Aktion des „Parking Day“ – erfunden 2005 in San Francisco, in Frankfurt seit 2016 einmal im Jahr – soll laut Neumann darauf hinweisen, dass Autos viel zu viel der knappen Stadtfläche eingeräumt wird. „Jeder muss sich überlegen, ob er wirklich ein eigenes Auto braucht, das überwiegend herumsteht“, sagte sie. Das Fernziel der Aktivisten sei die autofreie Innenstadt. „Ein einziger Parkplatz beansprucht eine Fläche von etwa zwölf Quadratmeter – und damit mehr Platz als so manches Kinderzimmer. Diese Fläche lässt sich – gerade im Innenstadtbereich – sinnvoller nutzen, als dass Autos darauf rollen oder einfach nur herumstehen,“ so Neumann. Am weltweit stattfindenden Aktionstag haben Aktivisten und Bürger Autoparkplätze für wenige Stunden in öffentlich nutzbare Flächen umgestaltet und so aus dem Parkraum lebenswerte Räume für alle Bürger geschaffen.

Der ADFC beispielsweise bot kostenlose Fahrrad-Checks an. Radler konnten ihr Fahrzeug begutachten lassen. Die anderen Vereine boten ein ähliches Programm. Die Aktion dauerte sechs Stunden.

Den Schauplatz Bleidenstraße hat der ADFC mit Bedacht gewählt. Seit Ende der 90er Jahre ist es eine sogenannte Fahrradstraße, die eigentlich die Attraktivität des Radverkehrs steigern und Vorteile gegenüber dem Autoverkehr schaffen soll. Doch die Realität sieht anders aus. Radfahrer müssen froh sein, wenn sie unfallfrei durch den fahrenden, sich stauenden oder parkenden Autoverkehr in der Bleidenstraße hindurch kommen.

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