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Besetzung: Paulskirche nach Besetzung wieder geöffnet

Furcht vor einer Eskalation gab es nicht, versichern die Verantwortlichen von Polizei und Stadt. Die Besetzung der symbolträchtigen Paulskirche durch Attac-Aktivisten sorgt aber in Frankfurt für ungute Erinnerungen.
Einsatzkräfte in der Frankfurter Paulskirche Foto: Boris Roessler (dpa) Einsatzkräfte in der Frankfurter Paulskirche
Frankfurt. 

Die Besetzung der Frankfurter Paulskirche durch Aktivisten des globalisierungskritischen Netzwerks Attac ist friedlich und ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Die rund 30 Demonstranten hätten sich ohne Probleme an das verabredete Ende der Aktion am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr gehalten, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Kirche sei weder beschädigt, noch sei Müll hinterlassen worden. Auch die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf. Die Attac-Mitglieder hatten für mehr Demokratie und gegen die Macht der Banken am zehnten Jahrestag des Beginns der Finanzkrise protestiert.

«Es ist gut, dass sich unter den Demonstranten die Friedfertigen durchgesetzt haben und so eine Eskalation vermieden werden konnte», sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Die Abstimmung zwischen den Behörden und der Polizei habe zu dem guten Ende geführt. Die Polizei war nach eigenen Angaben auch in der Nacht mit Einsatzkräften am Ort.

Eine Attac-Sprecherin äußerte sich zufrieden nach der Aktion. Ziel sei es gewesen, eine breite öffentliche Debatte über Demokratie anzustoßen. Das sei gelungen. Weitere Aktionen seien zwar auch künftig, aber nicht mehr an diesem Wochenende geplant.

Mit der Besetzung der Paulskirche sei bewusst ein Ort gewählt worden, «der dafür steht, dass Demokratie immer schon erstritten werden musste – 1848 ebenso wie heute», erklärte Attac–Aktivist Thomas Eberhardt-Köster. Als Tagungsort des ersten frei gewählten deutschen Parlaments gilt die Paulskirche als Symbol der Demokratie. Die Proteste richteten sich zehn Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman auch gegen die Macht der Bankenbranche.

Rund 50 Aktivisten hatten sich am Samstag zunächst in dem Gebäude versammelt und Plakate entrollt. Eine Aufschrift lautete: «Her mit der Demokratie!». Zudem wurde eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Am Abend einigten sich die Aktivisten und Vertreter der Stadt nach mehreren Gesprächen schließlich darauf, dass die Demonstranten bis zum Sonntagmorgen in der Kirche bleiben durften.

Die Polizei begleitete den Protest mit dutzenden Beamten und sperrte die Paulskirche für Besucher. Am Sonntag wurde sie wieder geöffnet.

 

Zehn Jahre nach dem Beginn der schwersten Finanzkrise der Nachkriegszeit haben Globalisierungskritiker die Frankfurter Paulskirche besetzt und mehr Demokratie gefordert.
Protest Attac in Frankfurt: Besetzung der Paulskirche für Demokratie

Angemeldet war am Samstag in Frankfurt eine Demonstration von Attac zur Erinnerung an die globale Finanzkrise vor genau zehn Jahren. Nicht angemeldet von der globalisierungskritischen Nichtregierungsorganisation war die anschließende Besetzung der Paulskirche am internationalen Tag der Demokratie.

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Bilderstrecke Symbolischer Protest: Frankfurter Paulskirche besetzt
Demonstranten suchen sich für ihre Kritik an Banken und Demokratiedefizit einen symbolträchtigen Ort aus: die Frankfurter Paulskirche. Die Besetzungsaktion von Attac findet exakt ein Jahrzehnt nach der Lehman-Pleite statt. Wir haben die Fotos!Als Tagungsorts des ersten frei gewählten deutschen Parlaments gilt die Paulskirche als Symbol der Demokratie. Am Samstag sagte einer der Aktivisten in einer umjubelten Rede, man wolle den Raum für alle öffne, «um einen Diskurs über die Demokratie» zu führen.Die Globalisierungskritiker verlasen eine Erklärung, in der sie die Frage aufwarfen: «In welcher Gesellschaft wollen wir leben?» Es handele sich um einen friedlichen Protest, betonte Attac. Vor der Paulskirche war ein Informationsstand aufgebaut. Während Aktivisten und Polizei Gespräche führten, spielte im Inneren ein Cellist.
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