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Nachkriegszustand: Paulskirche soll so bleiben, wie sie ist

Von Als erste Fraktion im Römer hat sich die CDU darauf festgelegt, die Paulskirche in ihrem jetzigen Erscheinungsbild der Nachkriegsgeschichte zu sanieren. Die Arbeiten sollen zeitnah starten.
Die CDU findet die Paulskirche so, wie sie ist, völlig in Ordnung. Sie plädiert für eine behutsame Sanierung. Foto: Fabian Sommer (dpa) Die CDU findet die Paulskirche so, wie sie ist, völlig in Ordnung. Sie plädiert für eine behutsame Sanierung.
Altstadt. 

Mit ihrem aktuellen Beschluss erteilt die CDU möglichen Überlegungen, die zu sanierende Paulskirche im Stil der Parlamentskirche von 1848 zu rekonstruieren, eine Absage. „Eine historisierende Sanierung lehnen wir ab und geben einer Lösung den Vorzug, die die äußere und innere Gestalt sowie das Erscheinungsbild der Paulskirche respektiert, das bei ihrem Wiederaufbau 1948 gewählt wurde“, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas Dürbeck.

In ihrem Positionspapier spricht sich die CDU zudem für einen baldigen Beginn der Sanierung aus um sicherzustellen, dass diese spätestens im Jubiläumsjahr 2023 abgeschlossen ist: Dann nämlich feiert Frankfurt den 175. Jahrestag der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche im Jahr 1848. Zudem soll die jetzige historische Ausstellung des ersten deutschen Parlaments in einem mehrsprachigen und multimedialen Konzept überarbeitet werden – jedoch nicht in einem Pavillon am Paulsplatz, wie bisher in der öffentlichen Diskussion angeregt, sondern im Erdgeschoss des benachbarten Gebäudes am Paulsplatz 9, in dem auch die Kämmerei untergebracht ist.

Platz für Pavillon fehlt

„Sicher, man müsste den Platz im Erdgeschoss freiräumen. Aber für einen zusätzlichen Pavillon gibt es auf dem Paulsplatz nicht den nötigen freien Raum“, sagt Dürbeck. Schließlich soll durch eine Bewerbung um das Europäische Kulturerbe-Siegel 2025 auch die europäische Dimension der Paulskirchenversammlung gewürdigt werden.

Ein Antrag in der Stadtverordnetenversammlung, die Paulskirche in den Nachkriegsszustand zu versetzen, soll gestellt werden. Außerdem ist ein Gutachten zum Zustand von Lüftung, Brandschutz und zum Kirchendach nötig. „Das jetzige Dach dürfte sogar eher den ursprünglichen Plänen von Baumeister Johann Friedrich Hess entsprechen als das steilere Dach, mit dem die Kirche 1833 eingeweiht wurde“, findet Dürbeck. Abgesehen von den allgemein bekannten Gemälden der Paulskirchenversammlung und wenigen Fotografien aus der anschließenden Zeit als Gotteshaus gebe es aber auch zu wenige detaillierte Anhaltspunkte für eine historisierende Neugestaltung.

„Außerdem ist die bauliche Schlichtheit unter Architekt Rudolf Schwarz dem Aufbau in der Nachkriegszeit geschuldet und hat unseren Respekt verdient“, betont Dürbeck. „Wir freuen uns, dass sich auch die CDU dafür ausgesprochen hat, die Paulskirche bei ihrer Sanierung als Denkmal der deutschen Nachkriegsgeschichte zu erhalten“, erklärt Manuel Stock, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Römer. Er verweist auf die Plenarsitzung am 23. April, in der sich auch seine Fraktion für diesen Weg ausgesprochen habe. Zudem erklärten auch Baudezernent Jan Schneider (CDU) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD), der Denkmalschutz und der heutige historische Stellenwert des Bauwerks seien zu respektieren.

Säulen und Emporen

In Anlehnung an einen Artikel der „Zeit“ stellte Oliver Strank, Vorsteher im Ortsbezirk 1, bereits den Antrag, das Flachdach der Paulskirche durch die ursprüngliche Konstruktion mit Säulen und Emporen zu ersetzen. Eine Idee, die zunächst in der Frankfurter Parteienlandschaft durchaus auf Interesse stieß. Doch auch die SPD im Römer spricht sich gegen diese Lösung aus. „Ich hätte mir eine mutige originalgetreue Rekonstruktion gewünscht, kann mich aber auch mit einer Sanierung anfreunden. Die Paulskirche sollte aber in das Bundeskulturprogramm aufgenommen werden, um die überragende symbolische Bedeutung für die Demokratie in angemessener Weise baulich umzusetzen,“ erklärt Strank.

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