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Pendler zwischen zwei Parlamenten

Für Jan Schneider (30) begann die Landtags-Karriere gestern gleich mit wichtigen Debatten: Es ging um die Zukunft der Nassauischen Heimstätte und um den Fluglärm.
Seit gestern Abgeordneter: Jan Schneider (30). Seit gestern Abgeordneter: Jan Schneider (30).
Frankfurt. 

Die Landtagsarbeit fing für Schneider schon an, als er offiziell noch gar nicht Abgeordneter war. Am Dienstag war er als Gast dabei, als seine Vorgängerin Gudrun Osterburg in der CDU-Fraktion verabschiedet wurde. "Sie hat mit hoher Kompetenz, viel Fleiß und großem Einfühlungsvermögen Politik für Hessen gemacht", sagte Fraktionschef Christean Wagner. 13 Jahre lang war sie Abgeordnete. Ihr Mandat legte sie, wie berichtet, aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Deshalb rückte Schneider als Ersatzkandidat in den Landtag nach. Gestern trat er das Mandat an – an einem Tag mit einer lebhaften Plenardebatte, in der es auch um Frankfurter Themen ging: Um den Verkauf der Nassauischen Heimstätte am Vormittag, um den Fluglärm am Nachmittag.

Schneider hat sich das von seinem Platz in der letzten Reihe angehört. Zu anderer Arbeit wäre er gestern ohnehin nicht gekommen. Denn sein Büro, das er von Osterburg übernommen hat, war noch nicht arbeitsfähig – der Computer wartete noch darauf, angeschlossen zu werden.

Von Osterburg hat Schneider die beiden Mitarbeiter übernommen. "Es gut, wenn man jemanden hat, der sich hier auskennt." Denn der Betrieb im Landtag sei doch eine Nummer größer als im Frankfurter Stadtparlament, dem Schneider seit 2006 angehört. Das Doppelmandat werde er auch weiter behalten, bekräftigte Schneider. Zeitlich sei das machbar. "Mit dem Auto ist man ja in 30 Minuten von Wiesbaden in Frankfurt." Und so werde er heute zur Stelle sein, wenn im Römer die Dezernenten gewählt werden – die Sitzung in Wiesbaden sei rechtzeitig zu Ende.

Am Montag hat Schneider seinen Ausstand im Innenministerium gegeben. Denn für das Landtagsmandat musste er seinen Posten als persönlicher Referent bei Innenminister Boris Rhein (CDU) aufgeben. "Ich bin mit einem lachenden und einem weinenen Auge gegangen", erzählt er.

Welche Ausschüsse Schneider im Landtag besetzen wird, wird erst nächste Woche entschieden. Bisher weiß er nur so viel: "Mir wurde signalisiert, dass man meine Kompetenz als Jurist nutzen will." mu

(Günter Murr)
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