Peta greift KFC-Filiale an

Die Tierschutzorganisation Peta erhebt schwere Vorwürfe gegen die Restaurant-Filiale von Kentucky Fried Chicken an der Hauptwache. Dort gehe es unhygienisch zu.
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Innenstadt. 

Kentucky Fried Chicken (KFC) in der B-Ebene der Hauptwache soll Frankfurts ekligstes Restaurant sein. Mäuse, Ratten und Schaben tummeln sich, glaubt man der Tierschutzorganisation Peta (weltweit eine der größten), seit Jahren ungestört in dem Schnellrestaurant. Gestern präsentierte Dr. Edmund Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von Peta, Fotos und Filme, die die Mängel dokumentieren sollen. Der Agrarwissenschaftler versichert eidesstattlich, die Aufnahmen stammten ausschließlich von KFC an der Hauptwache, einem Tochterunternehmen der KFC Ltd. in Düsseldorf.

Nicht nur Journalisten legte Haferbeck gestern vor, was er recherchiert hat. Am Donnerstagabend will er seine Bilder und Unterlagen bereits an die Stadt weitergegeben haben, gestern noch wollte er zudem eine Anzeige gegen KFC bei der Staatsanwaltschaft erstatten.

Stadt weiß nichts

Kein Wunder also, dass Amts- und Staatsanwaltschaft bisher nichts zu den Vorwürfen sagen konnten. Im zuständigen Ordnungsamt der Stadt Frankfurt blieb man allgemein: "Ich kann jetzt nichts dazu sagen", wehrte dessen Sprecher Ralph Rohr erstmal ab. Grundsätzlich sei zu sagen: Das KFC-Restaurant sei mehrfach von der Lebensmittelkontrolle untersucht worden. "Beanstandungen, die wir haben, werden rasch beseitigt, wie Nachprüfungen ergeben", so Rohr. Zuletzt hätten die Lebensmittelkontrolleure vor zwei Wochen mit dem Lokal zu tun gehabt.

Die Geschäftsführung von KFC Deutschland wollte gestern zu den Vorwürfen und seinem Restaurant an der Hauptwache im Einzelnen nichts sagen. Erst für Montag ist eine ausführliche Stellungnahme angekündigt. Gestern ging nur eine allgemeine Erklärung ein: "Die KFC-Standards geben strikte Richtlinien für Sauberkeit und Hygiene in unseren Restaurants vor." Und: "Alle unsere Mitarbeiter und Franchisepartner werden in den Punkten Lebensmittelsicherheit, Sauberkeit und Hygiene im Restaurant eingehend geschult. Durch regelmäßige Kontrollen der gesetzlichen Bestimmungen und der verpflichtenden, für alle Restaurants geltenden, internen Hygienestandards durch externe, unabhängige Dienstleister versuchen wir, die gewohnt hohe Qualität dauerhaft und an allen Standorten zu gewährleisten." Eventuelle Missstände müssten umgehend behoben werden, heißt es weiter. "Durch zusätzliche interne Kontrollen" werde das überprüft.

Interne Mahnungen

Dass es diese Kontrollen gibt, bestreitet auch Peta, die wegen vermeintlicher Tierquälerei schon lange mit der Kette KFC im Streit liegt, nicht. Will seine Kenntnisse sogar genau aus deren Ergebnissen bezogen haben. Denn neben vielen Fotos sind es vor allem Unterlagen der Firma Anticimex, mit denen Haferbeck gestern die Vorwürfe untermauerte. Vor einigen Wochen seien ihm diese zugespielt worden. Die Foto-Aufnahmen hätten Aktivisten "im Januar" nachts in dem Restaurant gemacht.

Mitarbeiter des auf Hygienekontrollen und Schädlingbekämpfung spezialisierten, international tätigen Unternehmens Anticimex besuchen seit Jahren regelmäßig auch die Filiale an der Hauptwache – beauftragt von KFC. Berichte dieser Kontrollen seien Peta "zu Hunderten" übereignet worden. Haferbeck versichert: "In jedem der Protokolle seit 2003 gibt es Beanstandungen" und legt einige vor. Mäuse und Schaben, Hygiene- und bauliche Mängel seien in den Protokollen aufgelistet. Zur Reinigung würden nicht zulässige Chemikalien verwendet, kritisiert Anticimex. Laut den Unterlagen forderte die Firma deshalb unter anderem, Reinigungskräfte einzustellen und bauliche Mängel zu beheben.

Aber das passiere nicht, behauptet Haferbeck.

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