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Kita Mühleninsel: Pflanzen und Insekten helfen

Nah ran an die Natur und gleichzeitig Insekten schützen. Das wollen 13 Kinder aus der Kita Mühleninsel in Nieder-Erlenbach. Ihre Bienen-Blumenwiese zeigt zarte Wildpflänzchen.
Guillaume (7) ist begeistert mit dabei, eine Bienen-Blumenwiese anzulegen. Foto: Leonhard-Hamerski Guillaume (7) ist begeistert mit dabei, eine Bienen-Blumenwiese anzulegen.
Nieder-Erlenbach. 

Mitten auf einer Wiese am Erlenbach sind Holzpfosten mit rotem Rand kreisrund in den Boden geschlagen. Eine grüne Folie bedeckt den Kreis, in der Mitte steht eine große Lavendel-Pflanze, daneben zwei Deko-Libellen, die leise im Wind klappern. „Ich bin unglücklich! Keine Blumen, da muss ich bald verhungern“ heißt es auf einem der handgemalten Bilder an den Pfosten aus einer Sprechblase mit Biene.

Insgesamt 13 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren aus der Nieder-Erlenbacher Kita Mühleninsel wollen der Natur und den Insekten helfen und haben eine Fläche am Bach freigemacht und Samen aus Wildblumen gesät.

Gespannt packen die Kinder gemeinsam mit der Kita-Leitung im Kreis die grüne Folie an, lüpfen sie vorsichtig. „Da wächst ja schon was“, ruft Lara (6) und setzt vorsichtig eine braune Nacktschnecke ins Gras neben dem Beet, die auf der Folie saß. „Gegen Vögel, die die Saat auffressen, hilft die Folie gut“, stellen die Kleinen fest und gucken neugierig die winzigen Pflänzchen an.

Rund 50 Sorten

Malven, Mohnblumen, Klatschmohn, Glockenblumen, Buchweizen, Borretsch, Sonnenblume, Kornblume, Färberkamille, Natternkopf, Flockblume, Margerite, Wiesen-Salbei, Steinklee sind unter den rund 50 Sorten dabei. Jeder soll sie sehen. Darum steht das Beet am Fluss und nicht in einem Garten. „Unser Ziel ist es, dass auch andere Kitas und ganz viele Leute bei unserem Projekt mitmachen“, so Diplom-Pädagogin Sabine Woydt. Gemeinsam mit Kita-Leiter Sven Laqueur und seiner Stellvertreterin Maike Döricht hat sie das Projekt ins Leben gerufen. Das Grünflächenamt hat den Platz für Wildblumenwiesen frei gemacht und zugesagt, dass das Beet nicht abgemäht wird. Eine Woche lang haben sie mit den Jungen und Mädchen die Fläche von Gras befreit, Steine und Glas aus dem Boden sortiert, gesät und gegossen. Der Ortsbeirat hat Erde, eine Schubkarre und Gießkannen beigesteuert.

Noch viel Platz

Zwischen den zarten Pflänzchen entdecken die Kinder Ameisen, Regenwürmer und einen Marienkäfer. Julian (10) ist begeistert. „Da sind ja schon Insekten und wenn alles blüht, kommen auch die Bienen“, sagt er. Er will „unbedingt den Pflanzen, der Natur und Insekten“ helfen. Guillaume (7) hat schon Erfahrung. „Ich pflanze jedes Jahr bei uns im Garten Sonnenblumen. Eine war sogar mal höher als der Sonnenschirm“, erzählt er stolz. In der Kita haben sie im März auch ein Beet gesät, ein „Insektenbuffet“, das bereits 80 Zentimeter hoch gewachsen ist. Und auf einem Bauernhof gibt es das Gartenprojekt „Meine Ernte“. Auch da ist die Kita fleißig mit dabei. „Wir wollen Kinder für Natur begeistern, denn für das, was man liebt, sorgt man“, so Woydt. Sie freut sich über den öffentlichen Charakter des neuen Beetes. Sie hätten noch viel Platz zur Nutzung, erzählt sie weiter. Es sei traurig, dass es bis zu 70 Prozent weniger Insekten gäbe und zeigt auf ein weiteres von den Kindern gemaltes Bild an einem Holzpfahl. Darauf steht über einem Regenbogen geschrieben: „Ohne Bienen können wir nicht leben.“

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