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Pflanzenwelt zum Forschen

Von Lehrreich für Studenten wird er sein, aber auch auf offen für jedermann: der neue Wissenschaftsgarten der Goethe-Uni am Campus Riedberg. Beim Start der „Week of Science“ (Woche der Wissenschaften) am Samstag wurde das drei Hektar große Areal mit seinen insgesamt 3000 Pflanzenarten feierlich eröffnet.
3000 verschiedene Pflanzenarten wachsen auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern im Wissenschaftsgarten. Da gibt es jede Menge zu entdecken. Gestern wurde der Garten eröffnet.	Fotos: Christes Bilder > 3000 verschiedene Pflanzenarten wachsen auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern im Wissenschaftsgarten. Da gibt es jede Menge zu entdecken. Gestern wurde der Garten eröffnet. Fotos: Christes
Riedberg. 

Der Wissenschaftsgarten der Johann Wolfgang Goethe Universität ist ein Kleinod, das künftig nicht nur Studenten dienen, sondern auch Besucher zum Campus Riedberg locken wird. Ein Freigelände mit heimischen Pflanzen und Kräutern, mit Apfelbäumen und einem gerade erst gesäten Buchenwald darf ebenso jeder betreten wie den sogenannten Arzneipflanzengarten.

All das befindet sich in der Nähe der naturwissenschaftlichen Fachbereiche, zu denen unter anderem die Pharmazie, Biochemie, Chemie und die Biologie zählen, und schließt den Campus zum Süden hin in Hanglage ab. Gestern nun wurde der 30 000 Quadratmeter, also drei Hektar große Wissenschaftsgarten offiziell mit einer Feier eröffnet.
 

Bilderstrecke Der Wissenschaftsgarten am Campus Riedberg ist eröffnet
Am 1. Juni war es so weit. Die Frankfurter Goethe-Uni hat auf dem Campus Riedberg ihren Wissenschaftsgarten eröffnet. Fotos: ChristesZeitgleich begann die Science-Week: In der "Woche der Wissenschaften" gibt es zahlreiche naturwissenschaftliche Veranstaltungen.Im Wissenschaftsgarten wachsen auf einer Fläche von 30.000 qm 3000 Pflanzenarten.

Anlass dafür ist die „Week of Science“ (Woche der Wissenschaften) am Campus Riedberg. Diese bietet allen Bürgern noch bis zum 6. Juni die Gelegenheit, in Vorträgen und Podiumsdiskussionen mehr über die Institute und ihre Forschung zu erfahren (siehe Info-Box). Angemeldete Schulklassen dürfen in Workshops sogar einen Blick in die Labore werfen.

 

Heilsame Wirkung

 

Bereits in den Führungen am Samstag haben sich zahlreiche Besucher über die Besonderheiten der lehrreichen Botanik-Sammlung informiert, allein 50 Leute lauschten den Experten im Arzneipflanzengarten. 2500 Quadratmeter groß ist er. In elf Hochbeeten, die innerhalb einer Rasenfläche seitlich am Hang angelegt wurden, wachsen etwa 200 Pflanzen, deren Teile oder Inhaltsstoffe heilsam wirken. „Durch die Hanglage bieten sich Hochbeete an“, erklärte Dr. Ilse Zündorf vom Institut für Pharmazeutische Biologie, diese erinnerten in ihrer Form an „Schubladen“. Von den Arzneipflanzen, die darin wachsen würden, könne man meist nur Pflanzenteile wie Blätter, Blüten oder Wurzeln nutzen, manchmal müsse man die Inhaltsstoffe auch isolieren. „Mit diesem Garten sollen die Studenten an das Thema Arzneipflanzen herangeführt werden.“

Auch der Botanische Garten in der Siesmayerstraße, der bis 2012 zur Goethe-Universität gehörte und mittlerweile zur Stadt, beherbergt einen Arzneipflanzengarten. „Der Unterschied besteht darin, dass die Pflanzen im Botanischen Garten nach ihren Anwendungsmöglichkeiten angelegt sind, der Arzneipflanzengarten hier ist nach den Inhaltsstoffen aufgebaut“, erklärt Zündorf. So wächst am Campus Riedberg beispielsweise Lavendel neben Minze, weil beide ätherische Öle beinhalten.

Beide Gärten – im Westend und im Norden der Stadt – seien konzeptionell von Wissenschaftlern der Universität entwickelt worden und würden sich ergänzen, so Zündorf. Auf den Schildern erfährt der Besucher auch, bei welchen Krankheiten die Pflanzen eingesetzt werden, dass etwa Mönchspfeffer klassische Frauenleiden lindert und Kamille vor allem als Entzündungshemmer dient.

 

Großzügige Spenden

 

„Die Kosten für den Arzneipflanzengarten betragen 100 000 Euro“, sagt Professor Dr. Robert Fürst vom Institut für Pharmazeutische Biologie. Der größte Teil hiervon, rund 80 000 Euro, sei von Spenden finanziert worden oder von Förderern, der Rest durch den Lehrfonds der Goethe-Universität und dem Fachbereich. Das meiste Geld sei „für Erdarbeiten und Materialkosten benötigt worden“, so Fürst, der zusammen mit Zündorf die Pflanzen ausgewählt hat.
 

Programm-Höhepunkte

In der „Woche der Wissenschaften“ gibt es in Vorträgen und Podiumsdiskussionen mehr über Biologie, Chemie & Co. zu erfahren. Eine kleine Auswahl: Bereits heute um 19 Uhr steht „Die

clearing

Der Wissenschaftsgarten beherbergt zudem ein Forschungsgewächshaus – das steht allerdings nur Studenten offen. Es besteht aus drei sogenannten Glastonnen, die untereinander verbunden sind. „Im Inneren gibt es 13 Kammern, in denen verschiedenen Temperaturen herrschen – von feucht-heiß bis trocken-kühl“, erklärt Robert Anton, technischer Leiter der gesamten Grünanlagen der Goethe-Universität. Etwa 2000 verschiedene Arten sind im Inneren beherbergt, insgesamt 10 000 Pflanzen. „Im gesamten Wissenschaftsgarten gibt es 3000 Arten und rund 13 000 Pflanzen“, so Landschaftsarchitekt Anton. Somit beheimatet der Campus Riedberg ein weites Spektrum auf der Welt wachsender Pflanzen. Ein Team mit zwölf Gärtnern sorgt für die Pflege. Um einige Beete sollen sich die Studenten kümmern. Dort allerdings dürfen sie auch selbst anpflanzen.

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