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Geplantes Viertel entzweit Grüne: Planung für das Innovationsviertel stoppen

Die Stadtteilgruppe der Grünen im Nordend fordert ein Ende aller Planungen für das Innovationviertel, solange dessen Folgen für das Stadtklima nicht geklärt sind. Aus Sicht der Grünen im Ortsbeirat 3 (Nordend) könnte das Quartier kleiner werden als geplant, sollte es das Klima zu sehr beeinflussen.
Hansjörg Brecht darf Hoffen: Vielleicht muss er seinen Garten doch nicht räumen. Foto: Rainer Rüffer (Rainer Rüffer) Hansjörg Brecht darf Hoffen: Vielleicht muss er seinen Garten doch nicht räumen.
Nordend. 

Die Diskussion um das östlich der Friedberger Landstraße geplante Innovationsviertel entzweit die Grünen: Während Planungsdezernent Olaf Cunitz für das Viertel wirbt, gehen die Stadtteilpolitiker seiner Partei dazu auf Distanz. Die Stadtteilgruppe der Grünen im Nordend fordert nun einen sofortigen Stopp aller Planungen für das Innovationsviertel, solange nicht geklärt ist, wie sich dessen Bau auf das Stadtklima auswirkt.

Die Stadt plant zwischen Autobahn 661 und der Friedberger Landstraße das Ernst-May-Viertel sowie unterhalb des Wasserparks entlang der Friedberger Landstraße das sogenannte Innovationsquartier mit großflächiger Wohnbebauung. Das Geld aus der Vermarktung der Grundstücke soll dann für den späteren Bau der geplanten Einhausung der A 661 zwischen Preungesheim und Bornheim verwendet werden. Viele Freizeitgärtner würden ihre Parzellen verlieren und haben sich bereits zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um dies zu verhindern.

„Ein solches Projekt darf, wenn überhaupt, weder die angesichts fortschreitenden Klimawandels für die gesamte Innenstadt immer wichtigere Kalt- und Frischlufzufuhr gefährden, noch die eventuell vor Ort beträchtliche biologische Vielfalt“, schreibt Christian Bischoff von der Stadtteilgruppe der Grünen im Nordend in einem Beschlusstext. Aus diesen Gründen sollen zunächst die Ergebnisse unabhängiger Gutachten abgewartet werden, bevor über weitere Schritte entschieden werden kann.

Weniger Schneisen

Ähnlich sieht es Michael Mirsch, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat 3. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats machte er klar, dass die Planer der Stadt es nicht ignorieren könnten, wenn Gutachten nachweisen, dass sich das Quartier in seiner nun vorgesehenen Form schlecht auf das Stadtklima auswirkt. „Vielleicht wird das Innovationsquartier dann deutlich kleiner, hat mehr Schneisen oder wird nicht ganz so hoch“, sagte Mirsch.

Bereits vor einigen Wochen hatte sich Mirsch nur für eine Blockrandbebauung an der Friedberger Landstraße stark gemacht. Aus seiner Sicht reiche das Viertel nach jetzigem Planungsstand zu weit in die Gartenparzellen zwischen Friedberger Landstraße und Autobahn A661 hinein.

Ein Bürger machte in der Donnerstagssitzung den Vorschlag, dass der Ortsbeirat mit eigenen Geldern Gutachten in Auftrag geben solle und nicht die Stadt. Jochen Vielhauer von den Grünen im Ortsbeirat hält dies aber für Geldverschwendung. „Ich habe genug Vertrauen in die Stadtregierung, um sicher zu gehen, dass diese nicht gegen Natur- und Klimainteressen plant“, sagte er.

Aus Sicht von Manfred Zieran (ÖkoLinX) werden jegliche neue Gutachten jedoch nichts bewirken, weil es bereits Gutachten gebe, die nachweisen, dass eine Kaltluftschneise durch das geplante Baugebiet verläuft. Er vertritt ebenso wie Jürgen Habermann (Linke) die Ansicht, dass Investoren entscheiden und nicht die Stadt, was in Frankfurt gebaut werde.

Für Rüdiger Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD, müssen sich die Grünen ohnehin erst parteiintern auf eine Linie einigen, bevor weiter geplant werden könne. „Im Planungsdezernat von Olaf Cunitz wird alles getan, um die Stadt zu verdichten“, sagte Koch. Die grüne Umweltdezernentin Rosemarie Heilig habe indes andere Prioritäten.

Falscher Ansatz

Nicht weit genug gedacht hat die Stadtteilgruppe der Grünen im Nordend aus Sicht von Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Cunitz: „Im Gegensatz zu den Siebzigern sind umweltrechtliche Prüfungen heute der größte Teil der Planung von Baugebieten.“ Ein Stopp der Planung hätte also auch ein Ende der Prüfung der Auswirkungen auf Umwelt und Klima zur Folge, sagte Gellert, der außerdem klar machte, dass nicht am Ortsbeirat vorbei geplant werde und das Stadtteilgremium alsbald über die weitere Entwicklung in Sachen Innovationsquartier informiert werde.

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