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An der Schneckenhofstraße: Platanen fallen dem Sturm zum Opfer

Dem Sturmtief Nadine fielen am Donnerstagnachmittag in ganz Frankfurt mehr als ein Dutzend Bäume zum Opfer. Eine Platane in der Schneckenhofstraße fiel auf die Straße. Dort parkende Autos kamen mit Kratzern davon, verletzt wurde niemand.
Die Schneckenhofstraße bot am Donnerstagnachmittag ein Bild der Verwüstung. Die Schneckenhofstraße bot am Donnerstagnachmittag ein Bild der Verwüstung.
Sachsenhausen. 

„Ich hatte mir gerade einen Kaffee gemacht und stand gemütlich mit der Tasse vor dem Laden, da fegte eine massive Sturmböe vorbei,“ erzählt Daniel Steingrand, Inhaber der Boutique „Steingrand“. „Dann machte es ,krrrrrk’ und ich sah, wie der Baum umfiel.“ Dieser knickte um, ein großer Ast krachte auf den Asphalt und auf parkende Autos. Ein kleines Glasvordach am Haus Nummer eins wurde eingedrückt, das Glas hat nun Risse. Daniel Steingrand rettete sich, die Kaffeetasse und den Kleiderständer nach drinnen und rief die Feuerwehr.

Unverantwortliche Gaffer

„Es dauerte etwas, bis die Einsatzkräfte kamen, sie hatten ja viel zu tun in der Stadt. Dann haben sie ganze Arbeit geleistet, Hut ab: Den ganzen Abend sägten sie die Äste ab und räumten die Straße auf“, berichtet der Boutique-Inhaber. Der Straßenabschnitt bis zum Schweizer Platz wurde für Autos gesperrt und blieb es bis in den Abend hinein. Bevor die Feuerwehr kam, fanden sich etliche Schaulustige ein. „Ziemlich unverantwortlich“, findet Steingrand das. „Da hätten noch mehr Äste runterkrachen können.“ Zum Glück passierte nichts und niemand wurde verletzt.

Gestern Morgen kam eine Baumfällfirma im Auftrag des Grünflächenamts, zerlegte den Stamm und transportierte den restlichen Grünabfall ab. „Die beiden Bäume standen einfach ungünstig, waren die ersten in der Reihe, so dass die Sturmböe sie ungehindert traf“, sagte ein Mitarbeiter. „Es ist schade um die Bäume“, sagt Daniel Steingrand. „Und wir Geschäfte sind ohnehin gestraft mit der einspurigen Fahrbahn wegen der Baustelle an der Schillerschule.“

Trockenheit nicht schuld

Nicht nur die große Platane hatte es sprichwörtlich zerlegt, sondern auch die kleinere daneben stand nach dem Sturm windschief in Richtung Schneckenhofstraße. Sie musste „notgefällt“ werden, erklärt Simone Jacoby vom Grünflächenamt. Die beiden Bäume waren im Jahr 1985 gepflanzt worden. Die Trockenheit soll aber nicht schuld gewesen sein, dass sie umfielen: „Die Bäume in der Stadt sind zwar geschwächt, aber diese fielen einfach dem Wind zum Opfer“, sagt Simone Jacoby.

Insgesamt 15 Bäume fielen bei dem Sturm am Donnerstag im gesamten Stadtgebiet um und begruben teilweise Autos unter sich. Auch der Stadtwald war betroffen. Die Stadt warnte am Nachmittag, dass die Gefahr von Astbrüchen in Parks und Grünanlagen wegen der Windböen erhöht sei. Die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren musste zu 80 Einsätzen ausrücken, „um die unmittelbaren Schäden, die durch die stürmischen Böen entstanden waren, zu beseitigen“, meldete die Feuerwehr.

Das Metalldach eines Wohnhauses in der Richard-Wagner-Straße 36 im Nordend wurde vom Sturm abgetragen. Im Ostend knickte ein Baum um, fiel auf eine Oberleitung der Bahn und geriet in Brand. Das Feuer wurde gelöscht und der Baum später ebenfalls zersägt. Die Schäden konnten gestern noch nicht beziffert werden.

Auch der Bahnfernverkehr und die S-Bahnen waren von umgestürzten Bäumen betroffen. Am Frankfurter Hauptbahnhof fuhr eine Stunde lang kein Zug ab. Ab 16.30 Uhr rollten die ersten Bahnen wieder. Wegen des Gewittersturms kam es deshalb auch abends zu erheblichen Verspätungen und Ausfällen. Das traf auch auf den Flughafen zu, wo eine halbe Stunde lang nicht gestartet oder gelandet wurde. Es wurden fast 150 Flüge annulliert.

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