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Mord im Niddapark: Polizei spricht von einer "Vielzahl von Messerstichen"

Der Mord an einer 29-jährigen Frankfurterin scheint fast aufgeklärt: Einen Tag, nachdem ein Richter Haftbefehl gegen einen 50-jährigen Mann erlassen hat, veröffentlicht die Polizei nähere Details zum mutmaßlichen Tathergang.
Mitarbeiter der Spurensicherung am Tatort im Niddapark. Foto: Boris Roessler (dpa) Mitarbeiter der Spurensicherung am Tatort im Niddapark.
Frankfurt. 

Der Mord an der 29-jährigen Irina A. scheint so gut wie aufgeklärt: Einen Tag, nachdem ein Richter Haftbefehl gegen einen dringend tatverdächtigen Gastwirt aus Frankfurt erlassen hat, veröffentlichen Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung nähere Details zum mutmaßlichen Tathergang.

Demnach dürften sich der 50-jährige Mann und die 29-jährige Frau am Abend des 8. Mai im Niddapark zu einem gemeinsamen Spaziergang getroffen haben. Beide kannten sich seit längerer Zeit und hatten in der Vergangenheit sowohl beruflich als auch privat Kontakt.

Im Verlauf des Spaziergangs gerieten sie in Streit. Der Anlass dieser Auseinandersetzung ist noch unklar. Offenbar zückte der 50-Jährige ein Messer und stach die Frau mit "einer Vielzahl von Messerstichen" nieder. Die Frau starb innerhalb von Minuten.

Anschließend zog der 50-Jährige die Leiche vom Weg in eine angrenzende Wiese. Dort entdeckte ein Spaziergänger die Tote am folgenden Morgen.

Eine Blutspur liefert den Beweis

Die Polizei nahm umgehend die Ermittlungen auf. Die Beamten werteten vor Ort Spuren aus, vernahmen zahlreiche Zeugen und nahmen Hinweise aus der Bevölkerung entgegen.

Am Freitag erhärtete sich schließlich der Tatverdacht gegen den 50-jährigen Gastronom. Die Spurensicherung hatte am Tatort eine Blutspur gesichert, die dem Mann eindeutig zuzuordnen war. Damit konnte seine Anwesenheit am Tatort nachgewiesen werden.

Laut Polizei war der 50-Jährige schon früher in den Fokus der Ermittlungen geraten, hatte aber zunächst ein glaubhaftes Alibi vorweisen können. Erst die Blutspur brachte den entscheidenden Beweis.

Am Freitag nahmen die Ermittler den Mann fest; seit Samstag sitzt er in Untersuchungshaft. Bislang macht er von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern. Der Haftrichter hat als Mordmerkmal Habgier angegeben, weil der 29-Jährigen Schmuck fehlte. Die Ermittler prüfen weitere Motive.

Falschaussagen über einen "Sex-Mob"

Gegen Irina A. und ihren mutmaßlichen Mörder läuft zurzeit ein Verfahren wegen Falschaussagen. Irina A. hatte Anfang 2017 behauptet, in der Silvesternacht 2016/17 in der Frankfurter Fressgass von zahlreichen arabischstämmigen Männern belästigt worden zu sein. Der 50-jährige Gastwirt hatte diese Aussagen bestätigt.

Nachforschungen dieser Zeitung hatten damals ergeben, dass diese Vorfälle erfunden waren. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Ermittlungen gegen Irina A. und den Gastwirt aufgenommen und Anklage erhoben.

Der Falschaussagen-Prozess gegen den Wirt soll ungeachtet des Mordes beginnen. Das teilt eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft auf Nachfrage mit.

red

Foto: Christophe Braun
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