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Angriff in Sachsenhausen: Polizei sucht Schläger - Opfer schwebt in Lebensgefahr

Von Der Mann, der am Wochenende im Sachsenhäuser Kneipenviertel angegriffen und schwer verletzt wurde, schwebt weiter in Lebensgefahr. Die Fahndung nach dem Haupttäter und seinen Begleitern verlief bislang erfolglos. Wirte sagen, dass es in Alt-Sachsenhausen fast jedes Wochenende zu Schlägereien und außerdem zu Trickdiebstählen kommt.
Im Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen ist auch nach Mitternacht noch eine Menge los. Nicht alles, was passiert, ist erfreulich. Im Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen ist auch nach Mitternacht noch eine Menge los. Nicht alles, was passiert, ist erfreulich.
Frankfurt. 

Nach dem brutalen Angriff im Sachsenhäuser Kneipenviertel schwebt das 22 Jahre alte Opfer – ein Mann aus Rheinland-Pfalz – weiter in Lebensgefahr. „Wir wissen nicht, ob er überleben wird“, sagte Polizeisprecherin Annegret Kaus gestern. Wie berichtet, sollen der 22-Jährige und seine Begleiter am Sonntag gegen 3.20 Uhr von acht jungen Männern zunächst verbal und dann auch körperlich angegangen worden sein. Ein Mann aus der Achtergruppe soll dem 22-Jährigen schließlich so brutal ins Gesicht geschlagen haben, dass dieser sehr schwere Kopfverletzungen erlitt und notoperiert werden musste. Die Fahndung nach dem flüchtigen Haupttäter und seinen Begleitern verlief bislang erfolglos. Die acht Männer sollen zwischen 16 und 20 Jahre alt gewesen sein und „nordafrikanisch“ ausgesehen haben.

Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Die Beamten vernehmen Zeugen und gehen der Frage nach, ob Aufnahmen aus privaten Überwachungskameras zur Aufklärung des Gewaltdelikts und seiner Anbahnung beitragen können. Der Tatort liegt in der Elisabethenstraße, also in direkter Nachbarschaft zur „Döner-Meile“ an der Paradiesgasse. Die Imbisse dort sind bis in die frühen Morgenstunden geöffnet und auch nach Kneipenschluss noch ein beliebter Anlaufpunkt für Nachtschwärmer. „Hier gibt es jedes Wochenende Schlägereien“, erzählt der Betreiber von „Köylü-Döner“, der sein Lokal ebenfalls mit Videotechnik ausgestattet hat. „Die Polizei hat schon angerufen, die Kamerabilder aber noch nicht angeschaut.“

Nächtlicher Treffpunkt

Jürgen Vieth, der das „Oberbayern“, das „Erdnüsschen“ und weitere Lokale in Alt-Sachsenhausen betreibt, berichtet, dass die „Döner-Meile“ in den späteren Nachtstunden ein „Treffpunkt für eine gewisse Klientel“ sei, zu der auch viele Menschen aus Nordafrika gehörten. Mit der Einrichtung einer Baustelle sei an der „Döner-Meile“ ein kleiner Platz entstanden, der jetzt auch zum Aufenthalt genutzt werde.

Gastronom Vieth will nicht alle Nordafrikaner über einen Kamm scheren. Dass einige von ihnen Trick- und Taschendiebstähle im Vergnügungsviertel begehen, wisse er aber aus Erfahrung; vornehmlich Marokkaner und Algerier seien aktiv. Im Gegensatz zu den Osteuropäern, die auch mit Diebstahlsdelikten auffielen, wendeten die nordafrikanischen Täter meist den „Antanztrick“ an, bei dem die Opfer angeflirtet und so vom Diebstahl abgelenkt werden. Dass die Auseinandersetzung in der Nacht zum Sonntag aus einem Tatversuch entstand, hält Vieth für möglich. „Jedenfalls gab es in unseren Lokalen am Wochenende auch wieder zwischen fünf und zehn Trick- und Taschendiebstähle.“ Die Täter gingen in der Regel arbeitsteilig vor, sagt Vieth; meist gebe es Späher und Personen, die den Diebstahl begehen.

Trickdiebstähle durch Nordafrikaner in Alt-Sachsenhausen sind kein neues Phänomen: Die Polizei beschäftigt sich seit dem Jahr 2013 verstärkt damit und startete 2015 eine „Sommeroffensive“ mit Kontrollen. Infos über die aktuelle Situation stellte die Polizei auf Anfrage für heute in Aussicht.

„Kein Mehr an Gewalt“

Im Hinblick auf Gewaltdelikte berichteten Vertreter aus Gastronomie, Stadt und Politik gestern einhellig, dass keine Entwicklung zum Schlechteren zu verzeichnen sei. Es komme zwar immer wieder mal zu Schlägereien, diese gingen aber quantitativ nicht über das seit Jahren bekannte Maß hinaus. Die Polizei begleitet die Wochenendnächte in Alt-Sachsenhausen schon seit Jahren mit zusätzlichen Einsatzkräften. Auch Körperkameras setzte die Behörde im Kneipenviertel erstmals ein.

Die Polizei bittet um Hinweise

Wer Hinweise auf die Täter geben kann, wählt die Telefonnummer (0 69) 75 55 31 11.

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