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Prävention gegen mögliche Amokläufe: Polizei und Stadt Frankfurt wappnen sich gegen Gewalttaten an Schulen

Von Zum Glück erwiesen sich die Bombendrohungen, die binnen weniger Tage in vier Frankfurter Schulen eingingen, als üble Streiche. Doch ohne viel Aufhebens arbeiten Polizei und Stadt daran, die Lehrer und Schüler gegen mögliche Attacken zu rüsten.
(Symbolbild) Foto: imago stock&people (Symbolbild)
Frankfurt. 

Erfurt, Winnenden, Ansbach – wenn diese drei Namen fallen, wissen alle gleich, worum es geht: Die Amokläufe an dortigen Schulen haben sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Und auch in Frankfurt Spuren hinterlassen: Nach dem Amoklauf von Winnenden im Jahr 2009, bei dem ein 17-Jähriger neun Schüler, drei Lehrerinnen sowie drei weitere Menschen und sich selbst getötet hat, wurden für die hiesigen Schulen Sicherheitspläne erarbeitet.

Stadtschulamt und Staatliches Schulamt, das zuständige Dezernat sowie die Polizei arbeiten dabei eng zusammen – und geben nur wenige Informationen zu diesem Thema preis. Zum einen möchte man keine ausgearbeiteten Schutzmechanismen öffentlich bekanntmachen, zum anderen möchte man die kleinste Anregung vermeiden, damit böse Fantasien nicht Wirklichkeit werden. . .

Waffen sichergestellt

Denn auch in Frankfurt gab es bereits Momente, in denen die Stadt und einzelne Schulen nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sind. Zum Glück haben bislang alle jeweils Beteiligten rechtzeitig reagiert und die verbalen Mord- oder Amokdrohungen von Jugendlichen – in der Regel waren es Jungen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren – ernst genommen. In einigen Fällen wurden sogar Waffen sichergestellt.

Fallen Schüler auf, die sich gewalttätig verhalten, treten sofort Krisenteams zusammen, die es an jeder Schule gibt. Häufig genügt es schon, wenn die Pädagogen Kontakt zu dem Schüler und seiner Familie aufnehmen. Wenn erforderlich, wird einer der Schulpsychologen des Schulamtes kontaktiert und einbezogen.

Psychische Probleme

In ernsten Fällen wird die Arbeitsgruppe zusammengerufen, in der die auffällig gewordenen Schüler gemeinsam von Polizei, Jugendamt, Staatlichem Schulamt und Stadtschulamt betreut werden. Zwei Ziele haben die Beteiligten: Die Gefahr muss abgewendet und dem Jugendlichen sowie seiner Familie werden Kontakt, Betreuungs- und Jugendhilfeangebote angeboten werden. Denn in der Regel haben die Beinahe-Täter psychische Probleme, manche sind in der Schule Außenseiter, haben Stress in einzelnen Fächern oder es läuft familiär nicht gut. Deshalb hat es sich bewährt, neben polizeilichen Maßnahmen Jugendhilfeangebote zu etablieren.

Darüber hinaus wurde vor sechs Jahren damit begonnen, die weiterführenden Schulen mit Kommunikationsanlagen auszustatten. Über die Sprechanlagen können Schulleiter Notrufe durchs ganze Gebäude oder in einzelne Räume absetzen, und umgekehrt können die Lehrer im Krisenfall aus jedem Klassenraum Kontakt zum Sekretariat oder zur Polizei aufnehmen. Sollte in deren Zentrale ein Hilferuf eingehen, wissen die Einsatzkräfte, wohin sie im Gebäude müssen. Doch nicht immer stimmen die Raumpläne mit den Türschildern in den Gebäuden überein. Deshalb ist man in Schulen dabei, die Schulhäuser mit Farbleitsystemen und aktualisierten Raumschildern zu versehen.

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