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Linksradikale: Polizeigewerkschaft kritisiert Antifa-Treffen im DGB-Haus

Von Die „Antifa United Frankfurt“ lädt zu Rekrutierungsabenden in den Jugendclub des Gewerkschaftshauses. Der Deutschen Polizeigewerkschaft gefällt das ganz und gar nicht. Der DGB reagiert zurückhaltend.
Gewerkschaftshaus Foto: Michael Faust Gewerkschaftshaus
Frankfurt. 

Die auf Facebook veröffentlichte Einladung klingt recht deutlich: „Legt euch mit der Scheiße an die uns tagtäglich umgibt! Ob im Freundeskreis, in der Familie, in der Schule oder sonstwo, ihr müsst die aktuellen Zustände nicht dulden, sondern könnt gemeinsam mit uns für eine bessere Gesellschaft kämpfen!“ So wirbt die „Antifa United Frankfurt“ für eine dreitägige Veranstaltungsreihe im DGB-Jugendclub. Auf dem dazugehörenden Foto posieren vermummte Gestalten. „Bildet Banden! Werdet Teil einer neuen linksradikalen Gruppe in Frankfurt“, heißt es dort weiter.

Das erste Treffen fand bereits statt, das nächste ist für kommenden Samstag geplant. Doch in Gewerkschaftskreisen regt sich inzwischen Kritik daran. Denn die „Antifa United Frankfurt“ zählt laut Sicherheitsbehörden zur gewaltbereiten Autonomen-Szene.

Der hessische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Lars Maruhn, zeigt sich erschüttert: „Ich halte es für ein fatales Zeichen, dass der DGB, welcher sich in seinen Statuten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verschreibt, zum wiederholten Mal mit einer solchen, aus unserer Sicht, den Grundsätzen der Verfassung entgegenstehenden Gruppierung vereinigt und (zumindest) logistische Hilfe bereitstellt.“ Jeder Angriff dieser Gruppierung gegen staatliche Einrichtungen und deren handelnde Personen führe dadurch zu einer Mittäterschaft des DGB.

DGB gefordert

Maruhn, dessen Gewerkschaft selbst nicht im DGB ist, ruft die konkurrierende Gewerkschaft der Polizei (GdP) dazu auf, bei ihrem Dachverband gegen die linksradikale Veranstaltung im Gewerkschaftshaus zu intervenieren: „Wir sind davon überzeugt, dass dies nicht im Sinn der Mitgliedsgewerkschaften des DGB ist. Im Besonderen kann das nicht im Sinn der GdP sein. Wir sehen diese Forderung nicht in konkurrierenden Denken, sondern unterstützen die Kollegen, weil wir wissen, dass deren Denkweise deckungsgleich mit der unseren ist“, so Maruhn.

GdP und DGB reagierten auf die Anfragen unserer Zeitung mit einer gemeinsamen Stellungnahme: „Der DGB Hessen-Thüringen und die GdP werden sich mit dieser Frage intern auseinander setzen. Grundsätzlich geben wir keinen Gruppierungen einen Raum, die im Widerspruch zu unseren gewerkschaftlichen Grundsätzen stehen. Das gilt insbesondere für die Ablehnung von Gewalt als politisches Mittel“, teilte Michael Rudolph, DGB-Bezirksvorsitzender mit. Allerdings fügte er an: „Der Vermieter hat auf Grund vergangener Mietverhältnisse keine Veranlassung dazu, die Räume an die Mieterin nicht zu vermieten.“

Ob dies bedeutet, dass die „Antifa United Frankfurt“ bereits öfter den Jugendkeller im DGB-Haus nutzen konnte, ließ Rudolph trotz Nachfrage offen.

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