Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 28°C
1 Kommentar

Gerhard Bereswill: Polizeipräsident wirbt für Videoüberwachung an der Hauptwache

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill äußerte sich auf dem SPD-Parteitag zur Sicherheitslage in der Stadt. Den Genossen erklärte er, dass er die „Besondere Aufbauorganisation der Kriminalitätsbekämpfung im Bahnhofsviertel“ (BAO) nicht auf Dauer halten könne.
Die Frankfurter Hauptwache. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Die Frankfurter Hauptwache.
Frankfurt. 

Der Polizeipräsident bei einem SPD-Parteitag ist ein Gast mit Seltenheitswert. Der Frankfurter SPD-Parteichef Mike Josef hatte extra in den Annalen geblättert und festgestellt, dass es das zuletzt vor fast 25 Jahren gab. Jetzt sprach Gerhard Bereswill vor knapp 300 Delegierten über die Sicherheitsarchitektur der Stadt. Er wünscht sich mehr Videoüberwachung, insbesondre an der Hauptwache, auch wenn er erklärte, dass sein Auftritt „keine Verkaufsveranstaltung“ sei. Deutschland sei ein Zielland für den Terrorismus. Die Frage eines Anschlags durch den „Islamischen Staat“ (IS) sei keine Frage des Ob, sondern des Wie. Der Zerfall des IS erhöhe die Anschlagsgefahr noch. Frankfurt sei einer der Orte; die in Frage kämen. Am Hauptbahnhof und am Flughafen sei ein Anschlag schwierig auszuführen. Die Hauptwache indes sei nach dem Hauptbahnhof der zweitgrößte Verkehrsknotenpunkt mit großen Menschenansammlungen und zudem ein touristischen Ziel. Ein Anschlag dort würde das öffentliche Leben stark beeinträchtigen. „Die Hauptwache gleicht der Örtlichkeit in der Düsseldorfer Altstadt“, warnte Bereswill. Dort plante der IS einen Anschlag, der vereitelt wurde.

Gerhard Bereswill Bild-Zoom Foto: Photographer: Holger Menzel
Gerhard Bereswill

„Eine Videoüberwachung an der Hauptwache würde wertvolle Dienste leisten“, sagte der Polizeipräsident. Attentäter würden dadurch bei der Erkundung und Tatvorbereitung erkannt werden. Im Falle eines Anschlags könnten die Rettungsmaßnahmen besser koordiniert werden. Ein Sonderkommando könnte schneller und gezielter zum Einsatzort gelangen. Bereswill verwies darauf, dass die Anschläge in Paris, darunter der auf das Konzert im Bataclan, acht Stunden dauerten. Er betonte, „dass wir die Datenschutzbelange sehr ernst nehmen“. Eine Speicherung der Daten von acht Wochen, wie gesetzlich möglich, müsse nicht sein. Auch bei Demonstrationen an der Hauptwache sicherte Bereswill die Einhaltung des Datenschutzes zu. Die Akzeptanz der Bevölkerung für Videoüberwachung läge zwischen 70 und 80 Prozent.

Neuigkeiten von einem aktuellen Kriminalitätsschwerpunkt brachte Bereswill auch mit. Im Bahnhofsviertel arbeiten seit Ende November rund 100 Beamte in der „Besonderen Aufbauorganisation der Kriminalitätsbekämpfung im Bahnhofsviertel“ (BAO). Seitdem wurden fast 30 000 Personen kontrolliert, 13 000 durchsucht. 1700 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden festgestellt, 500 Personen wurden vorläufig festgenommen, bei 160 Personen lagen Haftgründe vor, sie wanderten in U-Haft. 70 Prozent der Straftäter sind laut Bereswill Zuwanderer, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren hierher gekommen sind. Sie stammten überwiegend aus den Maghreb-Staaten Algerien und Marokko und hätten wenig Aussichten auf ein dauerhaftes Bleiberecht.

Bereswill sprach auch über die Personalsituation. In Frankfurt habe die Landesregierung 160 neue Stellen geschaffen. Die Nachwuchskräfte hätten zu mehr als 30 Prozent einen Migrationshintergrund. Ein Problem der Stadt sei, das junge Polizisten früh ein Versetzungsgesuch zurück in die Rhön oder in den Odenwald stellten, andere pendelten. Bereswill dankte der Stadt, die „unser Bemühen, die jungen Menschen in Frankfurt zu halten, unterstützt“. Der Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding habe Wohnmöglichkeiten aufgezeigt, der Oberbürgermeister die Dienstanfänger im Rathaus begrüßt.

(tre)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse