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Pavillon „Neu-Mayland“: Praunheims Heimat für die Siedler

Von Er ist das Zuhause des Siedlervereins Praunheim – der Pavillon an der Ludwig-Landmann-Straße. Aber erst seit zehn Jahren, zuvor waren in dem Gebäude über die Jahrzehnte ein Kiosk, ein Modegeschäft, ein Molkereiverkauf und ein Elektrovertrieb untergebracht.
Hellgrauer Putz statt dunkler Holzverkleidung – der Pavillon sieht jetzt viel moderner aus. Foto: Leonhard Hamerski Hellgrauer Putz statt dunkler Holzverkleidung – der Pavillon sieht jetzt viel moderner aus.
Praunheim.   

Der kleine Pavillon des Siedlervereins Praunheim ist endlich im neuen Jahrtausend angekommen. Die dunkle Holzverkleidung gehört der Vergangenheit an, jetzt strahlt die Fassade des 30 Quadratmeter großen Häuschens an der Ecke Ludwig-Landmann-Straße/ Am Ebelfeld in einem hellen Grauton. Ersetzt wurde auch die große Frontscheibe – sie war auch der Grund, warum der Pavillon, der seit zehn Jahren im Besitz des Vereins ist, einen neuen Anstrich bekam.

Sie blättern in der Geschichte des Pavillons, der in die Jahre gekommen war und nun endlich saniert wurde: Hartmut Preßler (links) und Fred Illenberger vom Siedlerverein Praunheim. Bild-Zoom Foto: Leonhard Hamerski
Sie blättern in der Geschichte des Pavillons, der in die Jahre gekommen war und nun endlich saniert wurde: Hartmut Preßler (links) und Fred Illenberger vom Siedlerverein Praunheim.

In der Silvesternacht vor einem Jahr beschädigten Unbekannte die Scheibe – mit einem Pflasterstein aus dem U-Bahn-Bett. „Für uns war das zum Anfang des neuen Jahres ein großer Schrecken“, erinnert sich Fred Illenberger, Vorsitzender des Siedlervereins. Schnell war klar: Wenn die Scheibe ausgetauscht wird, dann soll die Fassade gleich mit saniert werden.

Großer Einsatz

Dieser Schritt war aus Sicht von Illenberger und Schatzmeister Hartmut Preßler längst überfällig. Ursprünglich hätte man schon vor zehn Jahren, als der Siedlerverein den Pavillon sehr günstig kaufte, Hand anlegen müssen. Doch wie so oft mangelte es am Geld. „Mit nur sechs Euro Jahresbeitrag unserer rund 700 Mitglieder kommen wir nicht weit. Dank des großen persönlichen Einsatzes von Hartmut Preßler und Georg Schulte mussten wir jetzt nur die Materialkosten stemmen“, so Illenberger. 6 500 Euro waren das, 500 Euro gab es als Unterstützung vom Vereinsring. Das neue Fenster, das jetzt übrigens viergeteilt ist, übernahm zu großen Teilen die Versicherung.

Von 1950 bis 1994 betrieb Anneliese Vollmond ihr Modegeschäft. Bild-Zoom
Von 1950 bis 1994 betrieb Anneliese Vollmond ihr Modegeschäft.
Für Illenberger und Preßler war der Steinwurf aber nicht nur der Startschuss für die Sanierung. Es war zugleich auch ein Grund, einmal zurückzublicken in die Geschichte des Pavillons. „So haben wir vor vier Wochen von einer ’Ureinwohnerin’ erfahren, dass der Pavillon einmal auf der anderen Straßenseite stand. Das wussten wir selber nicht“, so Illenberger.
Schlussverkauf in den 1970er Jahren: Die angebotene Kleidung lag modisch immer im Trend. Bild-Zoom
Schlussverkauf in den 1970er Jahren: Die angebotene Kleidung lag modisch immer im Trend.
Der erste Standort war am Ende des Laubenganghauses in der Hindenburg-Allee 68 – so hieß die Ludwig-Landmann-Straße bis 1947. Starke Männer sollen den damaligen Kiosk über die Straße an seinen heutigen Platz getragen haben. Passiert sein muss diese Aktion vor 1939, denn aus diesem Jahr stammt das erste Bild, das den Pavillon an der Ecke Ludwig-Landmann-Straße/ Am Ebelfeld zeigt.

„Bei Vollmond rechts“

Bis 1950 existierte der Kiosk in dem Gebäude, bis Anneliese Vollmond, die vor zwei Jahren verstarb, ihr Modegeschäft eröffnete. Mehrfach vergrößerte und renovierte sie den Pavillon, bis 1994 prangte ihr Name an der Einfahrt zur Siedlung. „Wer nach dem Weg zur Christkönig-Gemeinde fragte, bekam die Antwort: Bei Vollmond rechts“, erinnert sich Illenberger an den ein oder anderen irritierten Blick.

1963 hieß der Modeladen noch „Textil-Ecke am Ebelfeld“. Bild-Zoom
1963 hieß der Modeladen noch „Textil-Ecke am Ebelfeld“.
Nach Anneliese Vollmond versuchte ein zweiter Modeladen sein Glück – schon nach kurzer Zeit folgte ein Molkereiverkauf und schließlich ein Elektrovertrieb. Bis 2006 der Siedlerverein den Pavillon für kleines Geld von Anneliese Vollmond kaufte. „Das war für uns ein Glücksfall, endlich hatte der Verein ein Zuhause“, sagt Illenberger. Seit seiner Gründung 1927 war der Verein stets auf der Suche nach einer Bleibe. Bis 1937 wurde in der Gaststätte „Zum neuen Adler“ getagt, Kindergärten und Gemeinden boten ihm Unterschlupf. Deswegen wird „Neu-Mayland“, so der Name des Gebäudes, auch liebevoll gehegt und gepflegt. Die Arbeiten an der Fassade waren nur der Anfang. 2017 soll der Innenraum in neuem Glanz erstrahlen – pünktlich zum 90. Geburtstag des Vereins.
Der Modeladen war ein fester Bestandteil in der Siedlung, 1990 wurde das 40-jährige Bestehen gefeiert. Bild-Zoom
Der Modeladen war ein fester Bestandteil in der Siedlung, 1990 wurde das 40-jährige Bestehen gefeiert.
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