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Dokumentarfilm über den Stadtteil: Preungesheim im Spiegel betrachtet

Mädchen setzen sich in einem Dokumentarfilm mit den schönen und hässlichen Seiten Preungesheims auseinander. Dieser soll auch eine positive Wirkung auf das Zusammenleben im Stadtteil haben.
Haben für ihren Dokumentarfilm verschiedene Orte in Preungesheim unter die Lupe genommen (von links): Meron, Maria, Karina, Nicole, Sara, Mascha und Kelly.	Fotos: Ben Kilb Bilder > Haben für ihren Dokumentarfilm verschiedene Orte in Preungesheim unter die Lupe genommen (von links): Meron, Maria, Karina, Nicole, Sara, Mascha und Kelly. Fotos: Ben Kilb
Preungesheim. 

„Spieglein, Spieglein, an der Wand, was ist der schönste Ort im Preungesheimer Land“, lautet Karinas Frage an Sara, die ihren Kopf durch einen alten Stuckrahmen steckt. Eine Antwort erhält sie auf ihre ersten drei Fragen nicht. Jeder Versuch endet im Kichern. Die nächste Klappe fällt. Melanie Gärtner nimmt jedoch alles mit dem gleichen Humor wie die beiden Kamera-Debütantinnen. Die bekannte Frankfurter Regisseurin dreht mit jungen Mädchen einen Kurzfilm über Preungesheim. Der letzte Drehtag steht gerade an. Da verzeiht sie ein wenig Albernheit. Was die insgesamt acht Mädchen in den vergangenen Tagen auf Film gebannt haben, kann sich außerdem sehen lassen.

Als zentrales Element ihres Films haben sie sich den Spiegel ausgedacht. Diesem wird die Frage gestellt, welcher der schönste, der kreativste, ungemütlichste und hässlichste Ort in Preungesheim sei. Diese führen die jungen Filmemacherinnen unter anderem zu einer Autobahnunterführung Graffiti, wo sie zu einer selbst einstudierten Hip-Hop-Choreographie tanzen, zur Justizvollzugsanstalt und auf den „Rolli“, den Kult-Spielplatz in der Karl-Kirchner-Siedlung.

 

Orte vorgestellt

 

„Wir stellen die Orte vor, fragen Menschen auf der Straße, was ihnen an den Orten gefällt und was sie gerne verbessern würden. Auch möchten wir wissen, wie wohl sich die Leute in Preungesheim fühlen“, berichtet die elfjährige Mascha. Einen Tag lang, dachte sie, würden die Dreharbeiten dauern, letztlich wurden daraus vier. Geduld sei somit die größte Herausforderung bei der Produktion des Filmes gewesen, sagt Mascha, und nicht der Umgang mit Kamera, Mikrofon und Tonangel.

Auch Melanie Gärtner hatte die Arbeit mit den Mädchen schwieriger eingeschätzt, als sie letztlich war. „Vor allem die selbstständige Arbeit lief überraschend gut. Sie war wichtiger als das Endergebnis“, erklärt Gärtner, die den Verlauf des Filmes auch aufgrund der Ferien lieber der Kreativität und Spontanität der Mädchen überließ als einem strengen Drehbuch. „Queens of Preungesheim“ lautet der Titel, auf Deutsch „Königinnen von Preungesheim“. Wie Dominikus Landwehr erklärt, ist der Film jedoch viel mehr als eine Dokumentation über das Leben junger Mädchen.

 

Besser kennenlernen

 

Der Künstler aus dem Stadtteil widmet sich der fachlichen Leitung des Projekts und beschreibt die erhoffte Wirkung auf das Zusammenleben in Preungesheim: „Der Stadtteil ist in sich stark abgegrenzt: Da ist zum einen die etwas städtebaulich und dadurch auch sozial isolierte Kirchner-Siedlung, zum anderen die Neubaugebiete im Osten. Weil die Mädchen aus verschiedenen Gegenden des Stadtteils stammen und sich im Film auch mit verschiedenen Seiten Preungesheims beschäftigen, können sich die Jugendlichen hier durch die Dokumentation auch besser kennenlernen und anfreunden.“

Zu sehen sein wird „Queens of Preungesheim“ am 24. April. Dann steigt im Awo-Jugendzentrum Frankfurter Bogen, Boskoopstraße 2, das erste Kinder- und Jugendfestival des Stadtteils. Dort wird auch zu erleben sein, wie Jungs auf Preungesheim schauen. Zeitgleich zur Dokumentation der Mädchen widmeten sich ihre männlichen Altersgenossen mit dem Mainzer Filmemacher Justin Peach einem Hip-Hop-Video des Frankfurter Stadtteils. Auf die Beine gestellt hat das Filmprojekt Angela Freiberg vom Quartiersmanagement Preungesheim in Kooperation mit zwei lokalen Jugendeinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, dem lokalen Kubi-Verein und der Medienwerkstatt Frankfurt. Die Idee stammt von Bundesverband Jugend und Film, der das Projekt auch finanziell unterstützt.

(bki)
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