Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

Rekordversuch: Preungesheimer wollen ins Guinness-Buch: Vorlesen in 51 Sprachen

Von Was ist an Preungesheim besonders? Klar, dachten sich die Mitglieder des Bürgertreffs: Die vielen Sprachen und Kulturen und dass die Menschen hier so gut und friedlich zusammenleben. Das wollen sie nun nutzen, um den Stadtteil ins Guinnes-Buch der Rekorde zu bringen.
Fatiha Boutaib (von links), Lukas Sünder und Angela Freiberg hängen die ersten Plakate auf, mit denen sie Teilnehmer für den Weltrekordversuch werben wollen. Foto: Leonhard Hamerski Fatiha Boutaib (von links), Lukas Sünder und Angela Freiberg hängen die ersten Plakate auf, mit denen sie Teilnehmer für den Weltrekordversuch werben wollen.
Preungesheim. 

Mit einer großen Kiste unter dem Arm kommt Lukas Sünder (25) ins Nachbarschaftsbüros Preungesheim, wo er von den Mitgliedern des Bürgertreffs schon erwartet wird. Er bringt fertige Plakate mit, die nun endlich aufgehängt werden können. Immerhin geht es um einen Weltrekord, mit dem die Mitglieder des Bürgertreffs ihren Stadtteil ins Guinness-Buch der Rekorde bringen wollen. Es gibt den Rekord schon, die Messlatte ist hoch: „Um ihn schlagen zu können, müssen wir einen bereits veröffentlichten Text in 51 Sprachen lesen. Dialekte zählen dabei nicht, es müssen gültige Amtssprachen sein“, erklärt Bürgertreff-Mitglied Fatiha Boutaib.

Bislang hat die kleine Truppe, die sich immer montags ab 15 Uhr im Nachbarschaftskiosk von Quartiersmanagerin Angela Freiberg in der Wegscheidestraße 32a trifft, ihr Projekt vor allem per Mundpropaganda bekannt gemacht. Seit ein paar Tagen steht fest, dass der Weltrekordversuch bei der vierten Auflage von „Preungesheim Is(s)t“ am Samstag, 6. Mai, auf dem Gelände der Carlo-Mierendorff-Schule, Gravensteiner Platz 2, stattfinden soll. Das erleichtert die Werbung für weitere Teilnehmer – denn die Hälfte der benötigten Sprachen fehlt noch, erklärt Boutaib.

Teilnehmer gesucht

„Bislang haben 24 Preungesheimer ihre Teilnahme zugesagt. Die Menschen dafür zu gewinnen, öffentlich vor der Kamera vorzulesen, ist gar nicht so einfach“, sagt Boutaib. Dass man so etwas einfach aus Spaß machen könnte und um den eigenen Stadtteil ins Guinness-Buch zu bringen, verstünden viele der Angesprochenen gar nicht oder hätten Angst, politisch vereinnahmt zu werden.

„Dabei wollen wir mit der Aktion doch nur zeigen, wie toll der Stadtteil ist, welche Stärken er hat. Und dass es eine Bereicherung ist, ein so multikultureller Stadtteil zu sein“, sagt Lukas Sünder, der die Idee zu dem Rekordversuch hatte. Entstanden ist sie in einer Kooperation von Angela Freiberg mit Heiner Blum, Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Sünder studiert dort Kunst mit dem Schwerpunkt „Experimentelle Raumkonzepte“. Blums Kurs, an dem er teilnimmt, entwarf sechs Konzepte für Frankfurter Quartiersmanager, mit denen sie ihre Stadtteile unterstützen und zeigen können, was dort einzigartig ist. „Lukas Sünders Idee, den Stadtteil ins Guinness-Buch zu bringen, gefiel mir“, sagt Freiberg.

Also stellte Sünder die Idee dem Bürgertreff vor – und der überlegte, was typisch für Preungesheim sei, erzählt Bürgertreff-Mitglied Diana Fischer. „Schnell kamen wir darauf, etwas mit den vielen Sprachen im Stadtteil zu machen. Immerhin leben hier laut Stadt Menschen aus 106 Nationen.“ Schnell einigten sie sich auch darauf, einen Ausschnitt aus der Erklärung für Menschenrechte zu lesen. „Der Text ist bereits in 550 Amtssprachen übersetzt“, erklärt Boutaib.

Einige Sprachen fehlen

Viele Sprachen hätten sie bereits, aber es reicht noch nicht, sagt Boutaib. Vor allem europäische Sprachen fehlen uns noch, etwa Bulgarisch, Estnisch, Finnisch, Niederländisch oder Portugisisch.“ Aber auch Menschen, die Urdu, Tamil, Swahili oder Malayisch sprechen, würden gesucht. Wer gerne mitmachen möchte, möge sich per E-Mail an sie wenden unter kinderzentrum@gmx.net, sagt Fatiha Boutaib.

Damit der Weltrekord gültig ist, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, die die Redaktion des Guinness-Buchs festgelegt hat. Wie jene Regel, dass nur offizielle Amtssprachen zugelassen sind. „Deshalb müssen sich Teilnehmer bitte anmelden. Einfach spontan zu kommen und den Text zu lesen, zählt leider nicht“, sagt Angela Freiberg.

 

 

Infos zum Weltrekordversuch und eine exemplarische Liste mit Sprachen, die der Bürgertreff noch sucht, finden Interessierte unter www.preungesheim.net im Internet.

 

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse