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Zeuginnen lassen nichts auf die gewalttätige Rapperin kommen: Prostitutions-Prozess: Gingen Ewas Schwestern freiwillig anschaffen?

Von Im Prozess gegen die Rapperin Schwesta Ewa haben vier Zeuginnen vor dem Landgericht Frankfurt bestritten, von der Angeklagten zur Prostitution gezwungen worden zu sein. "Ich habe freiwillig Sex gemacht", sagte eine 18-Jährige aus Bayern.
Gute Aussichten vor Gericht: Rapperin Schwesta Ewa erhielt von den Zeuginnen Rückendeckung. Foto: imago Gute Aussichten vor Gericht: Rapperin Schwesta Ewa erhielt von den Zeuginnen Rückendeckung.
Frankfurt. 

Die Verteidiger der Rapperin Schwesta Ewa konnten sich gestern beim zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht mit entspannten Gesichtern zurücklehnen. Es lief gut für die Sängerin bei der Vernehmung der vier jungen Frauen, die laut Anklage von Schwester Ewa „zuhälterisch ausgebeutet“ worden sein sollen. Alle vier waren mit der von ihnen durchweg als „Freundin“ bezeichneten Sängerin wochenlang unterwegs quer durch die Republik. In Hotelzimmern machte man mit Prostitution das schnelle Geld – und zwar auf freiwilliger Basis, wie alle vier Zeuginnen versicherten.

Nach dem Abzug aller Spesen und diverser Schulden bei Ewa, die durch die Anschaffung teurer Luxushandtäschchen, Kleincomputer und kosmetischer Artikel angefallen waren, machte man Halbehalbe, wie eine 18-jährige aus Oberbayern erklärte. Dieses Mädchen hatte es sich im zarten Alter von 17 Jahren bereits fest in den Kopf gesetzt, anschaffen zu gehen. „Ich wollte das und setzte mich deshalb über Facebook mit Schwesta Ewa in Verbindung“, sagte die zierliche blonde Frau, „damit konnte man schnell viel Geld verdienen. Viel mehr als mit den üblichen Schülerjobs“.

„Schwesta Ewa“ (rechts) umgab sich auch bei ihren Auftritten als Rapperin mit leicht bekleideten Frauen.
Landgericht Frankfurt "Ich hatte meine Ausraster" - Rapperin Schwesta Ewa vor ...

Hat Schwesta Ewa junge Frauen zur Prostitution gezwungen? Die Rapperin sagt Nein. Sie hätten von sich aus anschaffen wollen. Dann erzählt die 32-Jährige vom ältesten Gewerbe der Welt.

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Einziger Wermutstropfen im trauten Zusammenleben mit Schwesta Ewa seien ihre unberechenbaren Wutausbrüche und die damit verbundene Gewalt gewesen. Die Hand saß locker in der Hosentasche der Rapperin und oft reichten kleinste Kleinigkeiten zur brutalen Maßregel. Eine 20-jährige hatte beispielsweise einmal ihr Mobiltelefon bei einem Freier vergessen und erhielt eine schallende Ohrfeige. Bei einer anderen Frau war es die aus Versehen in der Kochwäsche vergessene Farbsocke, die die Rapperin aus dem Takt brachte und zuschlagen ließ.

Gelegentliche Hämatome und blau geschlagene Augen mussten mit viel Schminke unkenntlich gemacht werden, damit die Stimmung beim Kunden nicht in Mitleidenschaft geriet. Die 18-jährige trug eine dicke, entzündete Lippe davon, weil durch die Ohrfeige die Zahnspange beschädigt wurde. Mehrfach zur Beratung zurückziehen musste sich die von Richter Martin Bach geleitete Strafkammer, als eine 21-jährige ihre Befragung nach 45 Minuten kurzerhand abbrach: „Ich will meine Freundin hier nicht weiter verraten“. Diese Treue kam die Frau teuer zu stehen – 300 Euro Ordnungsgeld und ihr Auftritt vor Gericht war zu Ende. Heute wird der Prozess fortgesetzt.

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