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Verkehrsausschuss: Protest gegen Bahnprojekte

Gegen den Bau der Regionaltangente West (RTW) und den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn regt sich weiterhin Widerstand. Die Politik aber steht hinter den umstrittenen Projekten.
Symbolbild Symbolbild
Frankfurt. 

Für Mitte Dezember ist der symbolische erste Spatenstich für den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel geplant. Das kündigte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Dienstagabend im Verkehrsausschuss im Römer an. Der muss über den Zuschuss in Höhe von 18,5 Millionen Euro entscheiden, den die Stadt zu dem Projekt leistet. Ein Beschluss wird wohl erst im Dezember fallen.

Kritiker halten es nicht für gerechtfertigt, dass sich die Stadt finanziell an dem Ausbau beteiligt. Denn dieser diene nicht dem öffentlichen Nahverkehr, sondern in erster Linie dem Güterverkehr, argumentierte in der Bürgerrunde zum wiederholten Male Johst Oldenburg aus Niederrad, der befürchtet, dass auch südlich des Mains die Zahl der Güterzüge erheblich zunehmen wird. Das machte Martin Daum (CDU) nachdenklich, der wissen wollte, ob man nachträglich den städtischen Zuschuss reduzieren könnte, wenn sich herausstellen sollte, dass vor allem der Güterverkehr vom Ausbau profitieren werde.

Oesterling sieht da keine Möglichkeiten: „Vertrag ist Vertrag.“ Ohnehin rechne er nicht damit, dass die Zahl der 50 bis 60 Güterzüge pro Tag nach dem Ausbau wesentlich steigen werde. „Die Bahn könnte schon heute doppelt so viele fahren lassen.“

Unterstützung für den Ausbau kam von Hannes Heiler von der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft. „Nur mit eigenen Gleisen für die S-Bahn wird es möglich, die Bahnhöfe barrierefrei umzubauen“, sagte er.

Zuvor hatten mehrere Anwohner der Dunant-Siedlung in Sossenheim gegen die Pläne für die Regionaltangente West (RTW) protestiert. „Die Schienen sollen direkt durch meinen Garten verlaufen“, sagte Holger Rugowski. Die Informationsveranstaltung der Planungsgesellschaft habe mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben, kritisierte Holger Schwab.

Oesterling sicherte zu, die Problemen mit den Anwohner im kleinen Kreis zu erörtern. Er könne allerdings nicht versprechen, dass eine für alle Seiten befriedigende Lösung geben wird. Auch die Stadtverordnete Angela Hanisch (Grüne) wollte den Bürgern nicht zu viel Hoffnung machen: „Die RTW benutzt in Sossenheim vorhandene Gleise. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, die Streckenführung noch einmal zu verlegen.“

(mu)
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