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Blockupy demonstriert in Frankfurt: Proteste gegen Apple und AfD

Von Demonstrationen in der Frankfurter Innenstadt: Der Protest Hunderter linksgerichteter Menschen hat einen Polizeigroßeinsatz ausgelöst. Dabei gab es auch Übergriffe auf die Beamten.
Rangelei vor dem Apple-Geschäft: Die Polizei drückt linke Demonstranten von den Scheiben weg, damit Kunden durchkommen.	Fotos: Kammerer Bilder > Rangelei vor dem Apple-Geschäft: Die Polizei drückt linke Demonstranten von den Scheiben weg, damit Kunden durchkommen. Fotos: Kammerer
Frankfurt. 

Protest hat gestern eine Wahlveranstaltung der AfD an der Hauptwache verhindert. Zwei Demonstranten wurden vorläufig festgenommen. Anschließend demonstrierten Blockupy-Aktivisten vor dem Apple-Geschäft in der Fressgass’. Nach Ende der Veranstaltung wurde auch der Adidas-Laden an der Zeil blockiert.

Für Hans-Olaf Henkel, den prominentesten Wahlkämpfer der Alternative für Deutschland (AfD), war es kein guter Tag gestern. Etwa 250 Linksautonome hinderten ihn an der Hauptwache am Sprechen.

Einige der etwa 50 anwesenden Anhänger der eurokritischen Partei schäumten vor Wut: „Ihr Kommunisten, geht nach Hause!“, rief einer, abgewehrt von einem dichten Pulk der Demonstranten. Diese lärmten ohrenbetäubend mit Trillerpfeifen und einer bunt verkleideten Trommlertruppe.

Die Szene an der Hauptwache wirkte professionell einstudiert: Als die Trommlergruppe begann und weit entfernt von der kleinen AfD-Bühne die Aufmerksamkeit auf sich zog, drängten sich 30 bis 50 dicht an die Bühne. Sie zogen ein Transparent hoch – „Nationalismus ist keine Alternative“, stand darauf – und spannten eine dichte Reihe von bunten Regenschirmen auf. Für die Passanten war damit jeder Blick zur Bühne blockiert.

Neben der Bühne standen einigermaßen fassungslos Anhänger der AfD. „Das kann doch nicht sein“, ärgerte sich Markus Meyerbaer, der nach eigenen Aussagen mit der AfD sympathisiert, aber kein Mitglied ist. „So lange sie friedlich bleiben, kann man wohl nichts machen. Mit Lärm lässt sich jede Diskussion verhindern.“

 

Rangeleien vor der Bühne

 

Und genau das wussten die Demonstranten auch. Mit Trillerpfeifen, Trommeln und Sprechchören forderten sie: „Nationalismus raus aus den Köpfen“. Auf Diskussionen mit den AfD-Anhängern ließen sie sich nicht ein. Dicht an der Bühne standen sie gedrängt. Als von der Bühne Polizisten auf den Platz traten und diese die Gruppe einige Meter vordrängten, wurde das mit lauten Pfiffen beantwortet. Bei einer dieser Szenen kam es auch zu kleinen Rangeleien. Dabei wurden zwei Polizisten leicht verletzt, zwei Demonstranten festgenommen. Einer hatte einen Polizisten mit einer Tröte geschlagen, der zweite mit einem Regenschirm. Aus der Gruppe der Demonstranten flogen Eier und eine Flasche auf die Polizisten.
 

Bilderstrecke Frankfurt: Blockupy-Proteste in der Innenstadt
Das Blockupy-Bündnis hielt am Freitag die Frankfurter Polizei auf Trab: In der Innenstadt kam es zu zahlreichen Protestaktionen. Unsere Fotostrecke zeigt Bilder von den Demonstranten. Fotos: Kammerer (8), SchmidtZunächst störten 200 Demonstranten eine Europawahlkampf-Veranstaltung . . .. . . der eurokritischen Alternative für Deutschland. Dabei wurden zwei Personen festgenommen. Mehrere Demonstranten hätten zudem Eier geworfen, einige hätten Holzlatten dabei gehabt. Die . . .

Der prominente Redner, Hans-Olaf-Henkel, einst Industriemanager und Verbandsfunktionär, heute Wahlkämpfer in eigener Sache und für die AfD, hatte keine Chance. Nach wenigen Sätzen und knapp einer Stunde, um kurz nach 16 Uhr, verließ er im Schutz von Polizisten die kleine Bühne. Während sich die Menge der Demonstranten langsam entfernte und die Lage entspannte, ärgerte sich Ralf Dedermann, der Kreissprecher der AfD: „Ich habe von unseren Kritikern kein einziges Argument gehört.“

 

Werbeplattform für Satiriker

 

Lächelnd hatten sich zuvor einige Vertreter der Satirepartei „Die Partei“ zwischen die Demonstranten gestellt. Teils in Anzügen und mit Krawatten gekleidet, hoben sie Plakate in die Höhe, die denen der AfD ähnlich sahen. „Heil Henkel“ stand darauf.

Kurz nach 16 Uhr begann die zweite Demonstration am gestrigen Nachmittag: Etwa 150 Blockupy-Aktivisten demonstrierten vor der Apple-Filiale in der Fressgass’ gegen die ungerechten Wirtschaftsbedingungen. Apple-Handys und i-Pods werden in Fabriken des taiwanesischen Industrieunternehmens Foxconn hergestellt, die Arbeiter dort hemmungslos ausgebeutet, so die Kritik. „No more iSlave!“ forderten in weiße Arbeitsanzüge gekleidete Demonstranten.

Diese Demonstration verlief völlig friedlich – kein Vergleich mit den Blockupy-Aktionen im vergangenen Jahr. In diesem Jahr ist der kapitalismuskritische Protest auf mehrere Städte verteilt, so dass Frankfurt voraussichtlich weniger stark betroffen sein wird als 2013.

Einige der AfD-Demonstranten waren auch zu der Blockupy-Kundgebung vor dem Apple-Laden gekommen. Als diese Demonstration endete, drängten sie sich – wie schon zuvor vor der AfD-Bühne – dicht an den Eingang, um diesen zu blockieren. Auch hier reagierte die Polizei besonnen. Eine Gruppe von Beamten schob sich zwischen die Glaswand und die Demonstranten und drückte diese etwas weg vom Geschäft. Die Szene blieb friedlich; nach etwa 30 Minuten löste sich die Demonstration auf.

Allerdings hatten die Aktivisten schon das nächste Ziel vor Augen: Sie eilten zum Adidas-Geschäft auf der Zeil und blockierten es kurzfristig. Auch hier blieb es friedlich. Die Polizei äußerte sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Proteste.

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