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Mord aus Rache: Prozess: Sossenheimer tötet Ehefrau und springt vom Kaufhof

Erst brachte er seine Frau um, dann stürzte er sich von einem Hochhaus in die Tiefe, überlebte aber schwer verletzt. Jetzt wurde Mordanklage gegen den Frankfurter erhoben.
Die Spurensicherung in der Carl-Sonnenschein-Straße. Dort hatte das Ehepaar mit ihren Kindern gelebt. Foto: Maik Reuß Die Spurensicherung in der Carl-Sonnenschein-Straße. Dort hatte das Ehepaar mit ihren Kindern gelebt.
Frankfurt. 

Der Vorwurf lautet auf Mord „aus niedrigen Beweggründen“. Weil er im Oktober 2016 seine Ehefrau (39) getötet hatte, wurde jetzt Anklage gegen den 48 Jahre alten Ehemann aus Sossenheim erhoben. Wenige Stunden nach der Tat hatte sich der Mann vom Dach der Kaufhof-Galerie auf der Zeil in die Tiefe gestürzt, jedoch schwerverletzt überlebt.

Schon seit September hegte der Familienvater offenbar Rache- und Tötungsgedanken, schilderte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen gestern die Vorgeschichte. Entsprechende Briefentwürfe, die in seinem Computer gefunden wurden, wiesen in diese Richtung. Der Mann konnte sich offenbar nicht mit der Trennung von der Frau abfinden und fühlte sich nur noch als „Zahler“ für die Frau und die drei gemeinsamen Kinder. Auch am frühen Morgen des 20. Oktober gab es in dem Haus in der Carl-Sonnenschein-Straße wieder Streit, der dann eskalierte. Sieben Schläge mit einem Beil trafen den Schädel des Opfers, das noch am Tatort starb. Um nicht die Kinder auf das grausige Geschehen aufmerksam zu machen, hielt der Täter der Frau auch noch die Kehle zu, berichtete Niesen. In der Wohnung hinterließ der Mann einen Abschiedsbrief, in dem es unter anderem hieß: „Claudias Verhalten hat mich zum Mörder gemacht.“

Anschließend fuhr der Täter in die Innenstadt und stürzte sich vom Kaufhaus Galeria 20 Meter in die Tiefe. Wie durch ein Wunder überlebte er jedoch den Sturz schwerverletzt und kam in Untersuchungshaft, nachdem in Sossenheim die Leiche seiner Frau gefunden wurde. Mittlerweile ist er offenbar soweit genesen, dass gegen ihn der Prozess gemacht werden kann. Obwohl bei der Tat Drogen oder Alkohol keine Rolle spielten, kommt nach dem Gutachten eines Psychiaters eine zumindest eingeschränkte Schuldfähigkeit in Betracht. Der Mann gilt als hochgradig depressiv. Gleichwohl ist die Tat laut Anklage auch als „Rache- und Machtdemonstration“ anzusehen, was zu dem Mordmerkmal der „niedrigen Beweggründe“ geführt habe, sagte Niesen.

Mit dem Prozess wird sich die 21. Große Strafkammer befassen, die von Richter Volker Kaiser-Klan geleitet wird. Verhandlungstermine stehen noch nicht fest – die Anklageschrift ist erst vor wenigen Tagen eingegangen. Mit dem Prozessbeginn wird in der zweiten Jahreshälfte gerechnet. (ge)

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