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Ihr Herz schlägt für Europa: Pulse of Europe: Bürgerbewegung erfährt immer mehr Zulauf

Von Die Frankfurter Bürgerbewegung „Pulse of Europe“, die sich für den Erhalt eines friedlichen und demokratischen Europas einsetzt, wächst immer weiter. Zur fünften Kundgebung kamen gestern etwa 1600 Menschen in die Innenstadt. Die Ausbreitung von „Pulse“ in andere Städte und Länder ist aber schon in vollem Gange.
Etwa 1600 Menschen zogen gestern für Europa und seine Einheit um die Paulskirche. Eingeladen hatte die Bürgerbewegung „Pulse of Europe“. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Etwa 1600 Menschen zogen gestern für Europa und seine Einheit um die Paulskirche. Eingeladen hatte die Bürgerbewegung „Pulse of Europe“.
Frankfurt. 

Hansjörg Schmitt ist überwältigt. „Sind das nicht tolle Szenen?“, fragt der Rechtsanwalt, als er den Strom der Demonstranten mit Europafahnen und -ballons über den Roßmarkt ziehen sieht. Obwohl Schmitt, 44 Jahre alt, zu den sieben Gründern der Frankfurter Bürgerbewegung „Pulse of Europe“ zählt, läuft er mitten in der Menge. Auch er hat eine blaue Fahne in der Hand, auf der ein Ring aus zwölf gelben Sternen prangt. Im Gehen erläutert Schmitt, dass der „Brexit“, das Votum der Engländer für den Austritt aus der Europäischen Union, eine „Zäsur“ für ihn gewesen sei. „Ich dachte: ,Jetzt muss was passieren!‘“

Bilderstrecke "Pulse of Europe": 1600 Menschen demonstrieren in Frankfurt für Europa
Rund 1600 Teilnehmer beteiligten sich am Sonntag in Frankfurt an einer Demonstration pro Europa. "Pulse of Europe" heißt die Bewegung, die immer mehr Anhänger findet.

Passiert ist seitdem eine Menge: Schmitt und seine sechs Mitstreiter gründeten die Bürgerbewegung „Pulse of Europe“ („Puls Europas“), die für den Erhalt eines friedlichen und demokratischen Europas eintritt, und trafen damit offenbar einen Nerv. Zu den „Pulse“-Kundgebungen in Frankfurt, die derzeit immer sonntags um 14 Uhr auf dem Goetheplatz beginnen, kamen von Mal zu Mal mehr Menschen: Nach etwa 1000 in der Vorwoche waren es gestern schon 1600. Und auch in anderen deutschen Städten wie Berlin, Hamburg und Köln gingen Europa-Freunde auf die Straße.

50 000 Zugriffe

Dass auf die Internetseite von „Pulse of Europe“ allein in der vergangenen Woche 50 000 Mal zugegriffen wurde und die Bürgerbewegung auch schon in andere europäische Länder übergeschwappt ist, freut Schmitt sehr. Völlig überraschend kommt es für ihn aber nicht: „Wir ahnten schon, dass die Leute Europa lieben.“ Nun, da es durch populistische Bewegungen bedroht sei, wachse die Bereitschaft, ein Zeichen dafür zu setzen, immer stärker.

Christian Scheh
Ein Friedensprojekt

Wenn man in Gesellschaft über etwas schimpfen und dafür allgemeine Zustimmung erhalten will, knöpft man sich am besten die Europäische Union (EU) vor. Da kann man nichts falsch machen.

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Das Bemerkenswerte an den „Puls-of-Europe“-Kundgebungen ist, dass die „Berufsdemonstranten“ von ganz links und ganz rechts, die bei politischen Demos sonst anzutreffen sind, fast völlig fehlen. Es wirkt, als habe die breite politische Mitte die Straße für sich entdeckt. Der Gesamteindruck ist ein bürgerlicher. Die Initiatoren nehmen das sogar zum Anlass für selbstironische Bemerkungen. Als die Menge beim Einüben der Parolen überraschend gut mitmacht, schmunzelt Schmitt von der Bühne und sagt: „Ihr werdet noch richtig gute Demonstranten!“

Jens Pätzold, ebenfalls einer der Initiatoren, bezeichnet die europäische Einigung in seiner Rede als „die vielleicht beste Idee, die wir Europäer im 20. Jahrhundert hatten“. Er kritisiert die Politik dafür, dass sie es nicht mehr schaffe, eine Vision für Europa zu entwickeln. Es sei „höchste Zeit, Menschen für die europäische Idee wieder zu begeistern“. Das gelte vor allem angesichts der bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich.

„Bleib bei uns“

Daniel Röder, ein weiterer „Pulse“-Initiator, ruft dazu auf, angesichts der bevorstehenden Wahlen in den Niederlanden die deutsch-niederländische Freundschaft zu betonen. „Bleib bei uns“ sei das Signal, dass heute an die Niederlande ergehen müsse – wobei „bei uns“ nicht „bei uns Deutschen“, sondern „bei uns Europäern“ meine.

Die 1600 Europa-Freunde zogen gestern erstmals vom Goetheplatz um die Paulskirche und zurück zum Goetheplatz, um den sie zum Abschluss einen riesigen Kreis bildeten. Dabei wurde die „Ode an die Freude“ gespielt: „Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weilt.“

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