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Regionaltangente West: RTW wird später verlängert

Von Für die Regionaltangente West (RTW) liegt zwar nach jahrelanger Diskussion eine Planung vor, doch es sind noch mehrere Detailprobleme ungelöst. Beim vorläufigen Endpunkt im Gewerbegebiet Praunheim soll es nicht bleiben, betont Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne).
S-Bahn-Zug (Symbolbild) S-Bahn-Zug (Symbolbild)
Frankfurt. 

Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde im Stadtparlament der Gesamtverkehrsplan beschlossen. Ein Projekt wurde erst nach kontroverser Diskussion aufgenommen: Die Regionaltangente West, eine Schienenverbindung zwischen Bad Homburg und dem Flughafen, über die schon seit den 70er Jahren gesprochen wurde.

Jetzt endlich ist die Vorplanung fertig. An vielen Stellen stand man vor erheblichen Hindernissen. Einige sind überwunden, für andere werden noch Lösungen gesucht, wie Peter Forst, Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, am Dienstagabend im Verkehrsausschuss im Römer deutlich machte:
Streckenführung im Frankfurter Nordwesten: Ein Tunnel unter der Europäischen Schule zum Nordwestzentrum ist zu teuer, eine Streckenführung nach Niederursel stößt auf Widerstand bei Anwohnern. Deshalb liegt der vorläufige Endpunkt im Gewerbegebiet Praunheim. Doch da soll er nicht bleiben, wie Verkehrsdezernent Majer betonte. Ein Fortführung der Strecke sei aber aus finanziellen Gründen noch nicht vertieft untersucht worden und soll später in das laufende Planfeststellungsverfahren eingebracht werden.

So sieht die aktuelle Trassenführung der Regionaltangente West aus. Bild-Zoom
So sieht die aktuelle Trassenführung der Regionaltangente West aus.


Streckenführung in Sossenheim: Hier gab es lange den hartnäckigsten Widerstand. Doch laut Forst hat sich jetzt herausgestellt, dass sich wegen der Kurvenradien das Wohngebiet in Höhe der Michaelstraße gar nicht richtig an die Bahnstrecke anbinden lässt. Die RTW bleibt deshalb nördlich der A 66, das Landschaftsschutzgebiet Sulzbachwiesen wird nicht berührt.
Problem Leunastraße: Die RTW nutzt einerseits vorhandene S-Bahn-Gleise, ist an einigen Stellen aber wie eine Straßenbahn unterwegs. Sie überquert zum Beispiel den Leunaknoten in Höchst ebenerdig, was aber nach Ansicht der Planer keine Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit hat. Im weiteren Verlauf wird es in der Leunastraße aber so eng, dass drei Häuser abgerissen werden müssen.
Bahnhof Stadion: Hier ist noch nicht klar, wie die Regionaltangente zwischen den vorhandenen S- und Fernbahngleisen eingefädelt werden kann. Zur Debatte stehen verschiedene Varianten mit Tunnel oder Brücken. Erschwerend kommt hinzu, dass die Planer Rücksicht auf ein Wasserschutzgebiet nehmen müsssen.
Kosten: Die bisherigen Schätzungen gehen von Baukosten in Höhe von 380 Millionen Euro aus. Doch diese Zahl stammt aus dem Jahr 2009. In diesem Jahr muss eine neue Kalkulation erstellt werden, um das Planfeststellungsverfahren einleiten zu können.

Im Verkehrsausschuss wurde die Planung positiv aufgenommen, wenn auch an einigen Details Kritik geübt wurde. Der Ausschuss-Vorsitzende Helmut Heuser (CDU) appellierte, das Projekt jetzt zügig zu realisieren. Seine Hoffnung, dass spätestens in elf Jahren die ersten Züge fahren, sei aber wohl doch zu optimistisch, meinte er. Majer widersprach: Wenn die Finanzierung zügig geklärt werde, dann könne es auch schneller gehen.

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