Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Rapper Moses Pelham: Ein Vegetarier wird Veganer

Veganes Essen ist lecker. Musikproduzent Moses Pelham entdeckte diese Lebensweise für sich. Hier isst der 43-Jährige im Restaurant Savory in Rödelheim einen veganen Burger. 	Foto: 3p Veganes Essen ist lecker. Musikproduzent Moses Pelham entdeckte diese Lebensweise für sich. Hier isst der 43-Jährige im Restaurant Savory in Rödelheim einen veganen Burger. Foto: 3p

Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten verzichtet er schon auf Fleisch. Nun vollzog der 43-jährige Musiker und überzeugte Vegetarier Moses Pelham den nächsten Schritt und wurde Veganer. Der Veganismus lehnt den Verzehr von Tierkörpern sowie jede Nutzung von Tieren und tierischen Produkten ab. „Ich wollte schon lange Veganer werden“, sagt Musiker und Produzent, der mit seinem Rödelheim Hartreim Projekt in den 90ern bekannt wurde und unter anderem mit Musikern wie Xavier Naidoo und Sabrina Setlur zusammenarbeitete.

„Vegetarier wurde ich damals aus den offensichtlichen Gründen“, beginnt Pelham seine Geschichte. „Es ist nicht so, dass mir Fleisch nicht geschmeckt hätte, aber ich habe, seitdem ich Kind bin, gewusst, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Wie viele andere verdrängte er diesen Umstand. Ende zwanzig sagte er sich: „Ich will damit nichts mehr zu tun haben.“ Damit, das heißt mit dem Halten, Schlachten und Quälen von Tieren. „Einfach nur aus Mitgefühl.“

Seit zwei oder drei Jahren ist ihm klar, „dass ich das, was ich mit meiner fleischlosen Ernährung bezweckte, auf diesem Wege nicht erreichen würde“. Und zwar, „weil ich die Maschinerie, die das Ganze herstellt, weiter unterstütze, wenn ich Käse, Milch oder Eier konsumiere“. Mit jedem Ei, dass man esse, „gibst du in Auftrag, dass zwei männliche Küken in den Schredder geworfen werden“.

Los ging es damit, dass er auf Soja-Milch umstieg und ein halbes Jahr keine Eier aß. „Ganz ehrlich, der Käse ist das, was ich bei dieser Ernährungsweise am meisten vermisse. Aber der Käse ist mir nicht wichtiger als mein Gewissen.“ Unter Entzugserscheinungen leidet Pelham nicht. „Ich habe entdeckt, dass es sehr viele, sehr leckere Sachen, gibt, die ich nicht kannte.“ Auf sein Lieblingsgericht Pizza muss er auch nicht verzichten. „Es gibt römische Pizza, ohne Tomatensoße und ohne Käse. Zuerst habe er befürchtet, mit dem Essen auch auf ein Stück Lebensfreude zu verzichten, „aber das stimmt eben nicht“. Der Idee, dass sich vegan zu ernähren gleichzusetzen sei damit, sich auch gesund zu ernähren, widerspricht Pelham.

„Pommes sind vegan“, sagt er. „Die meisten Chips sind vegan.“ Aber natürlich nur, wenn sie in Pflanzenöl frittiert sind.

Zwei Dinge kamen im Frühjahr zusammen, die ihn dann endgültig konsequent sein ließen. Zum einen war es der armenische Kraftsportler Patrik Baboumian , der auch Veganer ist und ein Buch darüber schrieb – Pelham: „Das ist genau meine Geschichte.“ Dann postete eine Bekannte ein 800 Jahre altes Gedicht, in dem es um Tierhaltung geht. „Ich habe so sehr davon profitiert, dass andere Menschen mir das vorgelebt haben, dass ich es unverantwortlich fände, wenn ich das nicht weitergeben würde“, betont Pelham. Es geht ihm vor allem darum, Denkanstöße zu geben. Es gibt zwar schon in seinem engeren Umfeld Menschen, die seinem Vorbild folgten, aber konkrete Pläne, wie etwa eine Kampagne, existieren nicht. Eventuell kommt ein Song auf die Platten, die er zusammen mit einem Künstler macht. „Ich kann das aber nicht erzwingen. Denn ich muss doch auch einen künstlerisch Zugang finde. Bisher ist mir das nicht gelungen.“

(es)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse