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Ratten im Klassenzimmer

Tiergestützte Pädagogik ist an der Sossenheimer Grundschule schon etabliert. Ratten sind aber doch noch etwas ungewöhnliche Helfer.
Felix (l.) und seine Freunde wissen von Elisabeth Mann, dass die Ratten schreckhaft sind. Foto: Reuß Felix (l.) und seine Freunde wissen von Elisabeth Mann, dass die Ratten schreckhaft sind. Foto: Reuß
Sossenheim. 

Zur Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder holt sich die Henri-Dunant-Schule tierische Unterstützung ins Haus. In einer Arbeitsgemeinschaft wird der richtige Umgang mit Hunden geübt (wir berichteten), aber auch weniger populäre Vierbeiner kommen zum Einsatz.

Lange Erfahrung

Sozialpädagogin Elisabeth Mann besucht die Schule regelmäßig am Nachmittag und hat dabei langschwänzige Nager im Gepäck.

Die Expertin für tiergestützte Pädagogik arbeitet mit Ratten, fünf sind es, um genau zu sein. "Ich war schon als kleines Kind von Ratten fasziniert", sagt Elisabeth Mann. Als Jugendliche habe sie dann angefangen, die Nager mit dem schlechten Ruf privat zu halten.

Auf die Idee, die Ratten in ihren Berufsalltag einzubinden, sei sie bereits während ihrer Ausbildung gekommen. "Da sind die Ratten quasi nicht vorgekommen. Dabei sind das sehr soziale Tiere", berichtet Mann. Ihre Nager seien sehr geschickt, auf den Menschen bezogen und hätten ein großes Interesse an der Interaktion – beste Voraussetzungen also, um in der Arbeit mit Kindern eine Rolle zu spielen.

In der Dunant-Schule kommen die Nager in einer Kleingruppe von fünf Kindern am Nachmittag zum Einsatz. "Wir hatten zu Beginn des Schuljahres viele neue Kinder. Da ist dieses Projekt eine gute Möglichkeit, damit sich die Kinder etwas besser im kleinen Kreis einleben können", erklärt Kirsten Allendorf, die Leiterin der Schülerbetreuung. Das ungewöhnliche Projekt sei ein Versuch, der aber gut ankomme. "Wir haben erst einmal einen Termin gemacht, an dem sich unser Team mit den Tieren auseinandersetzen konnten. Bei Ratten gibt es ja doch Vorbehalte", sagt Allendorf.

Lerneffekt

Inzwischen seien die aber ausgeräumt und vor allem die Kinder haben jede Menge Spaß mit den Tieren. "Wir müssen leise sein und dürfen nicht zappeln", erklärt Felix (7) den richtigen Umgang. Ganz nebenbei werden so pädagogische Inhalte vermittelt. "Die Kinder lernen ein Stück Selbstkontrolle und Rücksichtnahme auf die Tiere, aber auch auf die anderen Kinder", erklärt Pädagogin Mann. Zudem gäben die Ratten den Kindern sofort eine Rückmeldung durch ihr Verhalten. "Die Tiere reagieren wertfrei und sind nicht nachtragend."

Finanziert wurde das Projekt bislang mit Geldern von einem privaten Unterstützer aus Sossenheim. In Zukunft beteiligt sich auch das Sozialrathaus.göc

(Robin Göckes)
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