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Fußball-Fan muss sich einer Therapie unterziehen, ansonsten droht das Gefängnis: Raubüberfall unter Alkoholeinfluss

Von Glück hatte ein Fußball-Fan, der nach einem Eintracht-Spiel einen Mann überfiel, vor Gericht. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.
Foto: Peter Steffen (dpa)
Frankfurt. 

Ein rasantes Fußballspiel in der Commerzbank-Arena und ein 3:0 der Eintracht gegen Mainz – für den Fußballanhänger im Stadion bestand im Dezember vergangenen Jahres eigentlich gar kein Verdruss, als er sich auf den Nachhauseweg machte. Gleichwohl befiel den 36 Jahre alten Mann plötzlich eine Lust auf Rauschgift – er wollte einen Crack-Stein konsumieren, hatte aber sein ganzes Geld bereits für reichlich Alkohol ausgegeben.

Geringe Beute

Eine missliche Situation, die der Mann nur dadurch in den Griff zu bekommen glaubte, dass er einen Passanten in der Nähe der Kaiserstraße, der nach einer Weihnachtsfeier eigentlich seine Kollegin bei einem nahen Hotel abliefern und selbst nach Hause gehen wollte, barsch aufhielt. Sehr schnell begriff der Passant, dass hier nicht viel zu machen war. Der Fußball-Fan hatte sein Messer aus der Tasche geholt und es ihm auf Höhe des Gesichts entgegengehalten. Ein 20-Euro-Schein wechselte daraufhin unfreiwillig den Besitzer.

Doch auch an dieser denkbar geringen Beute hatte der Räuber nicht lange Freude. Als sich das Opfer und seine Begleiterin wieder etwas berappelt hatten, nahmen sie und die von ihnen alarmierte Polizei die Verfolgung auf, die wenige Momente später endete. Der Räuber wurde überwältigt – er war infolge seines im Stadion genossenen Alkohols wohl doch nicht mehr hundertprozentig einsatzfähig – das Geld kam zum rechtmäßigen Besitzer zurück.

Entschuldigung

Knapp vier Monate später kam es auch schon zum Prozess vor dem Landgericht. Der Angeklagte, strafrechtlich bislang kaum in Erscheinung getreten, machte eine niedergeschlagene Figur. Er wisse heute wirklich nicht mehr, was ihn damals geritten habe, und wolle sich auch beim Opfer in aller Form entschuldigen. Dass der Überfallene die Tat gut verkraftet hatte, zeigte sich ja bereits an seiner beherzten Verfolgung – auch vor Gericht machte er nicht den Eindruck, als leide er an den Folgen.

Für Richter Thomas Striegl war klar, dass die Tat wohl mit den Alkoholgewohnheiten des Mannes zu erklären ist und dort die Wurzel allen Übels sitzen muss. Die auch von der Staatsanwaltschaft noch für vertretbare Strafaussetzung zu Bewährung wurde an eine entsprechende Therapieauflage geknüpft.

Reißt sich der Fußball-Fan aber nicht am Riemen, muss er die Strafe von zwei Jahren für räuberische Erpressung im minderschweren Fall auch absitzen.

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