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Gesundheitsamt legt Abschlussbericht vor: Rebstockschülern droht keine Gefahr

Das Gesundheitsamt hat den Abschlussbericht der Schadstoffmessungen an der Grundschule Rebstock vorgelegt: Giftige Substanzen konnten demnach nicht gefunden werden.
Über Übelkeit und Kopfschmerzen klagten  Schüler der Grundschule Rebstock. Giftige Stoffe wurden aber nicht gefunden. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Über Übelkeit und Kopfschmerzen klagten Schüler der Grundschule Rebstock. Giftige Stoffe wurden aber nicht gefunden.
Bockenheim. 

Geht es um das Wohl von Kindern, ist die Kommunikation heikel. Das sagt Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) bei der Vorstellung des Abschlussberichts für die Schadstoffmessungen in der Viktoria-Luise-Schule in der Leonardo-da-Vinci-Allee 11. Schnell seien Gerüchte im Umlauf. In dem Durcheinander bekämen viele das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Der Bericht dokumentiert das. Es ist eine Chronik der Sorge.

Ihr tragischer Auftakt ist der „Klebe-Unfall“ im Dezember 2016. Wegen eines falsch verwendeten Klebers müssen einige Schüler und Lehrer vorsorglich ins Krankenhaus. Einige Eltern verlieren das Vertrauen in die Schule. Mitte Februar berichtet ein Vater, sein Sohn leide unter Kopfschmerzen und Übelkeit. Er glaubt, die Schule sei schuld. Das Gesundheitsamt reagiert, lässt eine Woche später die CO2-Werte messen. Das Ergebnis: Schwierigkeiten mit der Lüftungsanlage. Während des Sommers ist sie ausgeschaltet, aber die Lehrer wissen nichts davon. Überhaupt sind sie nicht unterrichtet, wie die Anlage zu bedienen ist.

Gerüchteküche kocht

Einen grundsätzlichen Anlass zur Sorge hätte der CO2-Test nicht geliefert, sagt Amtsärztin Ursel Heudorf. Doch die Eltern sehen sich bestätigt. Die Gerüchteküche kocht. CO2-Ampeln stünden permanent auf rot, heißt es etwa. Die Sorgen richten sich auf neue Schadstoffe. Etwa Ameisen- und Essigsäure oder flüchtige Kohlenwasserstoffe. Im März und April folgen weitere Tests durch die Stadt. Man engagiert das Umweltlabor Arguk. Dieses genieße den Ruf, besonders kritisch zu sein, sagt Majer.

Ende Mai liegen die Ergebnisse noch nicht vor, einige Eltern gründen die „IG Schadstoffe“ und lassen zunächst drei Kinder und eine Lehrerin von einem Umweltmediziner untersuchen. Die Bluttests ergeben bei allen erhöhte Styrol-Werte. Die Stadt will einen Skandal vertuschen, kritisiert die IG.

Laut Heudorf sind die Bluttests „methodisch zweifelhaft“. Darüber wäre sie mit dem Mediziner überein gekommen. Auf einem Elternabend im Juni stellt das Umweltlabor Arguk die Testberichte vor. Sie enden durchweg gleich: „Handlungsbedarf leitet sich aus dem Befund nicht ab.“ Die Eltern wissen nichts vom Eingeständnis des Umweltmediziners und so stehen für sie Aussage gegen Aussage.

Die „IG Schadstoffe“ beharrt auf der Styrol-Behauptung und untergräbt das Vertrauen in die von der Stadt bezahlten Arguk. „Wer beißt schon die Hand, die ihn nährt“, schreiben sie in einer Rundmail. Eine Woche später wird bekannt: die Styrol-Belastung lässt sich nicht bestätigen. Seitdem ist es an der Rebstockschule ruhig.

35 000 Euro Kosten

Auf 180 Schadstoffe wurde die Schule untersucht. 35 000 Euro hat das gekostet. „Wir wollten jede Eventualität ausschließen“, rechtfertigt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) die Ausgaben. Majer fügt hinzu, dass Frankfurt vor einem großen Schulbauprogramm stehe und man keine Zweifel aufkommen lassen wolle. msr

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