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Frankfurt und Wiesbaden gründen neue Gesellschaft: Region soll mehr Bauland ausweisen

Von Mit einer gemeinsamen Gesellschaft wollen die Städte Frankfurt und Wiesbaden den Wohnungsbau in der Region vorantreiben. Das Land Hessen, das ursprünglich ins Boot geholt werden sollte, hat eigene Pläne. Und in der Immobilienbranche hält man die neue Gesellschaft für überflüssig.
In Friedberg baut die ABG Holding bereits. Über eine neue Entwicklungsgesellschaft soll noch mehr Bauland in der Region erschlossen werden. In Friedberg baut die ABG Holding bereits. Über eine neue Entwicklungsgesellschaft soll noch mehr Bauland in der Region erschlossen werden.
Frankfurt. 

Mehr Wohnungsbau in der Region: Für dieses Ziel setzt sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) seit Jahren ein, und er hat schon mehrfach die Bürgermeister des Umlands eingeladen. Die Erfolge sind bescheiden: Von den rund 9000 Wohnungen, die 2015 im Gebiet des Regionalverbands Rhein-Main fertiggestellt wurden, entfällt fast die Hälfte (4235) auf Frankfurt.

Andere Städte liegen da weit zurück, selbst wenn man die Menge der gebauten Wohnungen ins Verhältnis zur Bevölkerung setzt. Frankfurt kommt dabei auf 5,9 Wohnungen pro 1000 Einwohner. Übertroffen wird dieser Wert nur von wenigen Städten wie Seligenstadt (9,9), Friedberg (7,0) und Langen (6,9). Dort wurden 2015 jeweils 200 bis 250 Wohnungen fertig. Solche Zahlen werden in manchen Gemeinden nicht ansatzweise erreicht: In Steinbach, Rosbach und Bruchköbel wurden je neun Wohnungen gebaut, in Wehrheim und Wöllstadt je fünf, in Niederdorfelden waren es gerade einmal vier.

Dabei wäre in den meisten Kommunen noch genügend Platz. In der gesamten Metropolregion gibt es nach einer älteren Erhebung des Regionalverbandes noch rund 2300 Hektar Fläche, auf der rund 92 000 Wohnungen untergebracht werden könnten. Ende 2015 waren von dieser Reserve erst elf Prozent genutzt.

Um weitere Areale baureif zu machen, haben die Städte Frankfurt und Wiesbaden jetzt die „Entwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Main“ (EGM) gegründet. Gesellschafter der neuen Einheit, die heute im Römer vorgestellt wird, sind zu gleichen Teilen die ABG Frankfurt Holding und die Stadtentwicklungsgesellschaft SEG Wiesbaden.

Kommunen haben die Wahl

Ursprünglich sollte auch das Land Hessen mit dabei sein. So hatte es der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im Januar angekündigt. Doch das Land hat eigene Pläne. Schon weit gediehen ist das Vorhaben, eine Entwicklungsgesellschaft zu gründen, an der die Nassauische Heimstätte und die landeseigene Hessische Landgesellschaft beteiligt sind.

Trotzdem begrüßt das für den Wohnungsbau zuständige Umweltministerium den Vorstoß aus Frankfurt und Wiesbaden: „Einer Zusammenarbeit zwischen den Initiativen des Landes und der beiden Städten steht nichts entgegen“, sagte Sprecher Mischa Brüssel de Laskay auf Anfrage. Aus Sicht der Gemeinden könne es hilfreich sein, eine Auswahl zwischen mehreren Gesellschaften zu haben.

Werben bei Bürgermeistern

Feldmann und sein Wiesbadener Kollege Sven Gerich (beide SPD) haben in dieser Woche bereits Briefe an Bürgermeister der Region geschrieben, in denen sie für die Dienste der neuen Gesellschaft werben. Diese könne die Kommunen nicht nur bei der Ausweisung von Baugebieten unterstützen, sondern auch beim Bau neuer Wohnungen. „Selbstverständlich werden dabei Ihre Interessen im Vordergrund stehen“, heißt es in dem Schreiben, das dieser Zeitung vorliegt.

In der privaten Immobilienbranche wird der Vorstoß skeptisch gesehen. Es gebe genügend private und öffentliche Gesellschaften, die sich mit der Entwicklung von Bauland befassten, heißt es bei einem Unternehmen aus der Region. Die Ausweisung von Baugebieten scheitere meist nicht daran, sondern am politischen Willen.

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