E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 17°C

Bürgerentscheid: Renn-Klub will immer noch die DFB-Akademie verhindern

Von Vor Beginn der Fußball-WM im Juni soll auf dem Gelände der ehemaligen Pferderennbahn in Niederrad der Spatenstich für die DFB-Akademie erfolgen. Doch der Renn-Klub möchte das verhindern und plant ein erneutes Bürgerbegehren gegen das Projekt.
Leer ist die Tribüne der Galopprennbahn in Frankfurt. Foto: Boris Roessler/Archiv Leer ist die Tribüne der Galopprennbahn in Frankfurt.
Frankfurt. 

Seit mehr als zwei Jahren währt nun bereits der Rechtsstreit um die Räumung des städtischen Rennbahn-Areals in Niederrad. Jetzt hat die Stadt kurz vor Jahresende bei der Räumung des Geländes weitere Fortschritte erzielt. Das Landgericht Frankfurt entschied, dass die Kommune das sogenannte Quotenhaus auf dem Rennbahn-Gelände räumen darf. In diesen etwa 150 Quadratmeter umfassenden Gewerberäumen konnten früher Pferdewetten abgeschlossen werden. Es war die letzte nennenswerte Fläche, die vom Renn-Klub auf der Rennbahn noch verteidigt wurde.

Spatenstich im Juni

Jochen Strack, Leiter des Fachbereichs Immobilienmanagement bei der Stadt, hofft nun, das Gelände im April dem DFB übergeben zu können. Dann könnte vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni der Spatenstich für die Fußball-Akademie erfolgen. Die Kosten für das Projekt sind inzwischen auf 150 Millionen Euro angewachsen.

Letzte Erinnerung an den Pferdesport auf dem Gelände der Rennbahn: Das Sarotti-Häuschen gehört Alexa zu Solms-Wildenfels. Bild-Zoom Foto: Rainer Rüffer
Letzte Erinnerung an den Pferdesport auf dem Gelände der Rennbahn: Das Sarotti-Häuschen gehört Alexa zu Solms-Wildenfels.

Der Vizepräsident des Renn-Klubs, Carl-Philip zu Solms-Wildenfels, ist trotz der neuerlichen Bauchlandung vor Gericht weiter kämpferisch: „Wir werden pünktlich Vollstreckungsschutz beim Oberlandesgericht einreichen.“

Amtsleiter Strack bleibt dennoch optimistisch, weiter vor Gericht zu obsiegen: „So viele Überraschungen sollte es nicht mehr geben.“ Als nächsten Schritt plant die Stadt, die alte Haupttribüne der Rennbahn abzureißen. Die Abbruchgenehmigung der städtischen Bauaufsicht liegt bereits vor. Aufträge an Baufirmen sind allerdings noch nicht erteilt. Strack erwartet, dass die Tribüne bis April abgerissen sein wird.

Noch nicht geräumt ist das sogenannte „Sarotti-Häuschen“. Es gehört Alexa zu Solms-Wildenfels, der 75-jährigen Mutter des Vizepräsidenten. Sie bewahrt dort Pokale und andere Erinnerungsstücke an den Pferderennsport auf. So sind nach Angaben ihres Sohnes Fotos von ihren 98 Siege als Amateurrennreiterin an den Wänden. Die 75-Jährige hat es zu einer Art Erinnerungsstätte für den Pferderennsport in Frankfurt ausgestaltet. Gegen das Sarotti-Häuschen läuft ebenfalls eine Räumungsklage der Stadt. Auch hier droht Solms-Wildenfels: „Das Verfahren wird durch alle Instanzen getrieben.“

Hürden sind niedriger

Gleichzeitig will der Renn-Klub mit Vertretern einer Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren initiieren. Unter dem Motto „Wohnen statt DFB“ sollen im nächsten Jahr Unterschriften für ein Wohnquartier auf dem Rennbahn-Gelände gesammelt werden. Solms-Wildenfels ist überzeugt, dass sich die Frankfurter für den Bau von 2500 Wohnungen statt für die DFB-Akademie entscheiden werden. Das Gelände liegt allerdings wegen der Landebahn des Flughafen im Siedlungsbeschränkungsgebiet, so dass dort kein Wohnungsbau möglich ist.

Bilderstrecke Einblicke in die Geschichte der Galopprennbahn
Die Frankfurter Galopprennbahn blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Ab 2017 soll auf dem Gelände ein DFB-Leistungszentrum entstehen. Grund für uns, ein wenig im Archiv zu stöbern und einen Blick auf die Geschichte der Rennbahn zu werfen. Alle Fotos. ArchivDie feierliche Eröffnung fand am 20. August 1865 statt. Aus aller Welt strömten mondäne Landauer, Barouchen, Kaleschen und Phaetons zum Gelände. Prächtig - und vor allem friedlich - saßen nebeneinander der Herzog von Nassau, Prinz Nikolaus, Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, der Prinz of Wales, Prinz Alexander . . .. . . von Hessen und andere Herrscher, die sich ansonsten in den Jahren zuvor und danach auf diversen Kriegsfeldern trafen. Die Tribüne auf dem neu erschlossenen Gelände am Forsthaus war schon Tage davor ausverkauft.

Nach Auskunft von Wahlamtsleiter Hans-Joachim Grochocki benötigt der Renn-Klub rund 15 000 Unterschriften für das Bürgerbegehren. Dies ist dann ein Antrag auf Zulassung eines Bürgerentscheids.

Bereits im Juni 2014 hatte eine Bürgerinitiative rund um den Renn-Klub einen Bürgerentscheid erzwungen. Das Zustimmungsquorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten wurde damals aber deutlich verfehlt. Wegen einer Gesetzeänderung sind nun nur noch 15 Prozent der Wahlberechtigten erforderlich. Damit würden dem Renn-Klub rund 75 000 Ja-Stimmen zum Erfolg reichen.

Mehr als zwei Jahre Rechtsstreit

  März 2014: Überraschend wird bekannt, dass die Stadt einen Teil des traditionsreichen Rennbahn-Geländes in Niederrad dem DFB für eine Fußball-Akademie überlassen will.

clearing
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen