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Unfallklinik: Rettungs-Heli muss umziehen: Landeplatz wird umgebaut

Von Der Rettungshubschrauber Christoph 2 ist seit 45 Jahren in Frankfurt auf dem 13. Stock des K-Gebäudes der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) stationiert – noch. Denn vom 5. Oktober an wird der Hubschrauber in Friedrichsdorf sein Domizil haben. Der Grund: Landeplatz und Hangar auf dem Dach der BGU müssen erneuert werden.
Der Rettungstransporthubschrauber Christoph 2 thront über den Dächern der Stadt. Foto: Kai Abresch Der Rettungstransporthubschrauber Christoph 2 thront über den Dächern der Stadt.
Seckbach. 

Der Landeplatz des Rettungstransporthubschraubers (RTH) Christoph 2 muss umgebaut werden. Während dieser Zeit wird der Helikopter vorübergehend in Friedrichsdorf stationiert. Dort hat das Unternehmen Rotorflug seinen Sitz, das unter anderem Transporte per Hubschrauber anbietet und den „medizinischen Kollegen“ aus Frankfurt Asyl gewährt. In Friedrichsdorf gibt es Treibstoff, Wartungsmöglichkeiten, einen Hangar – eben alles, was die RTH-Besatzung zwischen ihren Einsätzen benötigt.

Laut Aussage des Regierungspräsidiums (RP) Gießen – es ist für die Luftrettung zuständig – hat die Verlegung nach Friedrichsdorf keine Auswirkungen auf die Rettungseinsätze. So betrage die Flugdauer zwischen der BGU in Seckbach und dem Landeplatz in Friedrichsdorf nur etwa zwei Minuten. Abgesehen davon verfügt die BGU über zwei Landeplätze – eben den umbaubedürftigen auf dem Dach des K-Gebäudes sowie einen zweiten über dem OP/Schockraum, um Polytraumapatienten auf kürzestem Wege versorgen zu können. Somit können auch während der Umbauzeit von voraussichtlich einem Jahr schwer verletzte Patienten per Hubschrauber in die BGU gebracht werden.

Täglich bis zu vier Einsätze

Luftrettung vom Dach der BGU aus gibt es bereits seit 1972. Etwa 50 000 Einsätze hatte der RTH seitdem. Der aktuelle Christoph 2 vom Typ Eurocopter 135 T2i+ gehört dem Bundesinnenministerium und wird von einem Piloten der Bundespolizei Fulda geflogen. An Bord sind immer ein Notfallmediziner der BGU und ein Rettungsassistent von der Berufsfeuerwehr Frankfurt.

Für den Mediziner ändert sich die Arbeit am neuen Standort nur geringfügig. Der jeweils diensthabende Notarzt wird in Friedrichsdorf ausschließlich am Hubschrauber sein. Bei der BGU übernehmen die Ärzte oft noch Tätigkeiten im Krankenhaus. Aber bei einem Alarm muss der Hubschrauber binnen zwei Minuten in der Luft sein. Drei bis vier Einsätze hat Christoph 2 täglich, im vergangenen Jahr waren es mehr als 1300. Geflogen wird ab sieben Uhr in der Frühe. Und dann so lange es hell ist und nach Sichtflugregeln. „Die häufigsten Einsätze fliegen wir zu Verkehrs- und Arbeitsunfälle“, sagt Dr. Uwe Schweigkofler, Leitender Arzt des Notfall- und Rettungszentrums an der BGU.

Das Luftrettungssystem

Kaum ein Ort in Deutschland ist weiter als 60 Kilometer von einer Rettungshubschrauber-Station entfernt. Bundesweit gibt es 67 solcher Stationen, die Einsatzgebiete überlappen sich an den Rändern.

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Der wesentliche Vorteil eines Hubschraubers ist seine Geschwindigkeit. Der Notarzt wird auf dem schnellsten Weg, unabhängig von Verkehrswegen oder Staus, zum Patienten gebracht. Christoph 2 fliegt bis zu 60 Kilometer in alle Richtungen zu seinen Einsätzen und ist Teil eines bundesweiten Netzwerkes von Rettungshubschraubern (siehe Beitext).

Die Mannschaft von Christoph 2 kann bei Bedarf rund 30 Krankenhäuser anfliegen, die über einen zugelassenen Landeplatz verfügen. In Frankfurt gibt es mehrere solche Krankenhäuser: die BGU (zwei Plätze), die Uniklinik (zwei, auch für die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim), das Klinikum Höchst, das Krankenhaus Nordwest und das Markus-Krankenhaus. Modernisiert wurde bereits der

Der Landeplatz des Nordwestkrankenhauses wurde bereits vor zwei Jahren modernisiert. Das hatte damals für Aufruhr gesorgt, mussten doch Bäume gefällt werden.

Beheizung wird erneuert

Das ist bei der BGU anders. Der Hangar samt Landeplatz werden abgerissen und anschließend neu aufgebaut. Auch die Unterkonstruktion und die Beheizung der Landefläche werden erneuert.

Außerdem wird die Kerosinbetankung auf den neuesten umweltfreundlichen Stand gebracht sowie die Flugleittechnik, die Wetterstation und die Landeplatz-Beleuchtung modernisiert. Kosten für neuen Hangar und Landeplatz : 3,3 Millionen Euro.

Die Umbauarbeiten sind erforderlich, damit auch weiterhin ein reibungsloser und sicherer Flugbetrieb garantiert werden kann. Außerdem können nur so die geänderten EU-Richtlinien für Hubschrauber-Landplätze berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Landete Christoph 2 bislang auf einem 33 Zentimeter hohen Teller, der dann in den Hangar gezogen wurde, muss diese Fläche künftig auf einer Höhe mit der Landefläche sein. So wollen es die europäische Unfallverhütungsvorschriften.

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