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Riederwälder wollen bei Neuplanung mitreden

In einem offenen Brief fordert die Bürgerinitiative Riederwald Gespräche über besseren Lärmschutz entlang der neuen Autobahnen vor ihrer Tür und während der Bauzeit des Riederwaldtunnels.
Schon beim Spatenstich für den Riederwaldtunnel gab es Protest wegen der befürchteten künftigen Lärmbelastung. Foto: Martin Weis Schon beim Spatenstich für den Riederwaldtunnel gab es Protest wegen der befürchteten künftigen Lärmbelastung. Foto: Martin Weis
Riederwald. 

Mit einem offenen Brief wendet sich die Bürgerinitiative (BI) Riederwald an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Weil zurzeit die Planung für das Autobahndreieck Erlenbruch und den Riederwaldtunnel überarbeitet werden, gebe es "ein kurzes Zeitfenster", um die Pläne im Konsens von Bund, Land, Stadt und Bürgern zu erarbeiten. Die Riederwälder fürchten: Ohne Beteiligung der Bürger bestehe "wieder die Gefahr, dass es zu Abweichungen von gesetzlichen Standards kommt" – und sich der Bau erneut verzögere. Sprechen möchte die BI mit der für den Autobahnbau zuständigen Landesbehörde, Hessen Mobil, auch über die Belastungen der Riederwälder während der achtjährigen Bauzeit. Ein erstes Entgegenkommende signalisierte Hessen Mobil im Gespräch mit unserer Zeitung bereits.

Lauter als zulässig

Bei der Planung des Lärmschutzes sei bislang "unter Missachtung der bestehenden Rechtslage mit zu niedrig angesetzten Verkehrsprognosen gearbeitet" worden. Auch habe Hessen Mobil selbst dargelegt, dass es mit dem geplanten Schutz bei 400 der 2500 Wohnungen im Riederwald lauter werde als gesetzlich zulässig. Es sei niemandem geholfen, wenn nach Ende der Arbeiten erneut festgestellt werde, dass gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten wurden, heißt es im offenen Brief. Die Bürgerinitiative wolle an der "Gestaltung der Zukunft konstruktiv mitarbeiten".

"Im ersten Schritt suchen wir das Gespräch mit Wiesbaden, um dort klar zu machen, was für den Stadtteil wirklich wichtig ist", erläutert Rainer Frey von der BI Riederwald. Anscheinend seien die Auswirkungen der Autobahnen der Landesregierung nicht wirklich bewusst. "In einem zweiten Schritt möchten wir uns regelmäßig mit Hessen Mobil an einen Tisch setzen." Doch dazu müsse die Landesregierung Hessen Mobil genug Spielraum geben, auf die Bedenken aus dem Riederwald einzugehen.

Vor allem hinsichtlich der Auswirkungen während der Bauphase werde Hessen Mobil auf die Riederwälder zugehen, sagt Alexander Pilz, Bevollmächtigter bei Hessen Mobil für das Rhein-Main-Gebiet. "Ein Gesprächsangebot wird der Bürgerinitiative bereits unterbreitet. Wir würden damit gerne noch vor der Sommerpause beginnen."

Keine anonyme Behörde

Ziel sei es, über die Medien und im Stadtteil die Bürger zu informieren. "Es ist immer besser, sich mit dem eigenen Gesicht zu zeigen. Dann merken die Anwohner, dass wir keine anonyme Behörde sind und uns bemühen, auf ihre Interessen einzugehen." Wahrscheinlich werde Hessen Mobil während der Bauzeit ein eigenes Büro im Riederwald einrichten.

In "einem gewissen Rahmen" könne man auch über die Lärmschutzmaßnahmen für das Dreieck Erlenbruch und den Riederwaldtunnel zu sprechen, sagt Pilz. Auch für Hessen Mobil sei das Projekt Riederwaldtunnel "nicht alltäglich". "Wo baut man schon heute eine Autobahn mitten in der Stadt?" Man müsse aber auch bedenken, dass nicht alles möglich ist, was die Anwohner der Autobahn sich wünschen. "Wir müssen uns danach richten, was machbar ist." Das werde auch durch Vorgaben der Bundesregierung eingeschränkt. So habe er "Zweifel" daran, dass der Bau einer Einhausung des kompletten Erlenbruch-Dreiecks umsetzbar sei. "Hier ist auch die Stadt Frankfurt gefragt." hau

(Andreas Haupt)
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