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Pestalozzischüler gehen auf die Straße: Riederwaldtunnel: Schule fordert dringend Lärmschutz

Von Völlig unzureichend sei auch jetzt noch der Lärmschutz für die Pestalozzischule während der Bauzeit des Riederwaldtunnels – darin sind sich Schulleitung und Elternbeirat einig.
Beim Bau des Riederwaldtunnels ist die Pestalozzischule nicht weit von der Baugrube entfernt. Foto: Christian Christes (CHRISTES) Beim Bau des Riederwaldtunnels ist die Pestalozzischule nicht weit von der Baugrube entfernt.
Riederwald. 

Eigentlich hatte sich Miriam Boiar, die Leiterin der Pestalozzi-Grundschule im Riederwald, offen gehalten, ob sie bei der nächsten Demonstration der Bürgerinitiative Riederwald wegen des Autobahntunnelbaus mitmachen wollte. Doch nach einem Gespräch mit der Straßenbaubehörde des Landes, Hessen Mobil, ist sie sicher: Sie wird sich bei der Demo zu Wort melden. Denn das Verständnis für die Planer sei „recht klein“, nachdem diese bei einer Präsentation in der Schule erklärt hätten, dass es einen umfassenden Lärmschutz während der auf sieben Jahre angelegten Bauzeit für die Schule nicht geben werde.

Kritik nicht beachtet

Doch ohne geht es nach Ansicht von Boiar und Klaus Walter, dem Vorsitzenden des Elternbeirats, nicht. „Viele Bedenken, die wir schon vor Jahren vorgetragen haben, wurden bei der Planung des Schallschutzes noch nicht berücksichtigt“, sagt Boiar. So plane Hessen Mobil den Einbau von 15 Schallschutzfenstern an der Südwestfassade der Schule. „Dabei haben wir schon mehrfach erklärt, dass wir lüften können müssen. Wir haben keine Klimaanlage, die Klassenzimer im Obergeschoss heizen sich im Sommer zu sehr auf“, sagt Klaus Walter. Gelüftet werden könne aber nicht, wenn die Fenster wegen des Lärms der Baustelle geschlossen bleiben müssen.

Die Fenster, die Hessen Mobil einbauen wolle, seien „die billigste Lösung, nicht die beste“, sagt Walter. „Es gibt auch Fenster mit Sonnenschutz, die dafür sorgen, dass sich der Klassenraum nicht so aufheizt. Einen besseren Schallschutzfaktor haben die auch.“

Hessen Mobil habe der Schule bei dem Treffen zunächst Schallschutzwände vorgestellt, die zwischen Schule und Baugrube aufgebaut werden könnten. Die effektivste Lösung sei eine Schutzwand direkt an der Baugrube, sagt Walter. „Aber die würde eine Million Euro kosten.“ Eine zweite Möglichkeit sei, eine Schallschutzwand direkt vor der Schule aufzustellen. „Die wäre aber zehn Meter hoch, direkt vor den Fenstern“, ärgert sich Boiar. An einen guten Unterricht sei in den so verdunkelten Klassenzimmern nicht zu denken.

Wütend sind beide, weil die Planer zwar diese Möglichkeiten ausgiebig vorstellten, kurz vor Ende des Gesprächs aber klar machten: Beide Maßnahmen seien viel zu teuer. Mehr als die preiswerten Schallschutzfenster werde es nicht geben.

Zwei Jahre lang zu laut

Seit Hessen Mobil im Juni bei einer Präsentation im katholischen Gemeindesaal in der Schäfflestraße klarstellte, dass die Lärmgrenzwerte in der Schule 26 Monate lang, also länger als zwei Jahre, nicht eingehalten werden, habe sich nichts an der Schallschutzplanung geändert, sagt Boiar. „Dass etwa in unserem Gebäude eine Kita ist, was wir mehrfach betont haben, ist immer noch nicht in die Lärmschutzgutachten eingeflossen.“

„Die chaotisch angesetzten Informationsveranstaltungen von Hessen Mobil im Juni und die teils erst auf Nachfrage herausgerückten brisanten Informationen, gerade auch zur Pestalozzischule, machen unser Handeln nicht nur notwendig, sondern auch zwingend“, begründet der Sprecher der BI Riederwald, Rainer Frey, den Aufruf der BI zur Demonstration. Die findet am Samstag, 30. September, vor der Pestalozzischule statt. Redner sind neben Boiar der Ortsvorsteher des Bezirks 11, Werner Skrypalle, sowie die Kinderbeauftragte für den Riederwald, Sabine Koch.

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