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Apfelwein: Rödelheim: Theater in der Kelterei

Von Schauspielerin Katharina Schaaf führt als „Äbbel-Ännchen“ durch den Gewölbekeller der Kelterei Possmann und lädt Besucher auf eine Zeitreise durch die Apfelweinkultur ein. Die historischen Solo-Theater-Führungen können ab Februar gebucht werden.
Katharina Schaaf ist mit dem Bembel und dem Gerippten gern auf Du und Du. 	Foto: Rainer Rüffer Katharina Schaaf ist mit dem Bembel und dem Gerippten gern auf Du und Du. Foto: Rainer Rüffer
Rödelheim. 

„Wer nix uff’s Stöffche hält, der daut aam laad! Nix so uff dare Welt mecht aam so Fraad“, lobte schon der Mundartdichter Friedrich Stoltze (1816–1891) in einem seiner Gedichte. Um die Geschichte des Apfelweins ranken sich zahlreiche Anekdoten. Humorvoll und manchmal auch mit einem Augenzwinkern erzählt die Schauspielerin Katharina Schaaf Geschichten rund um das hessische Nationalgetränk – etwa, das Karl der Große den Apfelwein „erfunden“ haben soll.

Die historischen Solo-Theaterführungen in Mundart werden regelmäßig ab Februar im Gewölbekeller der Kelterei Possmann an der Eschborner Landstraße 154 angeboten. Auch die 133 Jahre alte Firmengeschichte wird ebenfalls in die rund eineinhalb Stunden dauernde Präsentation mit eingebunden.

 

Fiktive Figur

 

Das „Äbbel-Ännchen“, eine fiktive Figur, in deren Rolle Schauspielerin und Historikerin Katharina Schaaf schlüpft, geht mit den Besuchern auf eine Zeitreise durch die Apfelweinkultur. Dem Anlass entsprechend trägt die junge Frau, die ihr Alter nicht verraten möchte, ein grünes Leibchen, Rock, Schürze und eine rote Strickjacke. Ein Korb, gefüllt mit Äpfeln, rundet das Kostüm optisch ab.

Der Kontakt zwischen Katharina Schaaf und der Kelterei Possmann kam im vergangenen Jahr bei einer Benefizveranstaltung in der katholischen Kirchengemeinde Sankt Antonius in Rödelheim zustande. „Ich bin dort aufgetreten und Daniel Zipf hat mich gesehen.“ Zipf ist bei Possmann zuständig für die Bereiche Veranstaltungen und Sponsoring. „Nach ersten Gesprächen entstand die Idee zu diesem Projekt. In mehreren Unterhaltungen haben wir das Konzept für die Theaterführung entwickelt“, erzählt er. Die Führungen im Gewölbekeller sollen einfach abwechslungsreicher sein.

Das „Äbbel-Ännchen“ kennt sich aus mit Äpfeln und erzählt, was man daraus machen kann. Neben der Anekdote von der Entstehung des Getränks, die stetig wachsende Begeisterung der Frankfurter über die Geschichte der Apfelweinkneipe „Zum Grauen Bock“ bis hin zum Vergleich des sauren Stöffchens mit der Männerwelt – den Besuchern wird viel Unterhaltung geboten. „Alles, was ich hier erzähle, ist genauestens recherchiert“, verspricht Schaaf. Die Tour entführt die Besucher zunächst zu den historischen Handapfelpressen, bevor es hinunter in den Gewölbekeller geht. Während die großen alten Holzfässer Relikte aus früheren Tagen sind, fassen riesige, moderne U-Boot-Tanks rund 430 000 Liter.

 

Mundart in Perfektion

 

Schaaf, des Hochdeutschen durchaus mächtig, wechselt bei den Führungen mühelos ins „Frankforderische“, als habe sie ein Leben lang nie anders gesprochen. „Wir haben zu Hause immer Hochdeutsch geredet. Meine Eltern sind Alt-Philologen“, erzählt die Rödelheimerin. Neben Homers Odyssee in Alt-Griechisch habe sie ihr Vater auch die Gedichte von Friedrich Stoltze lesen und lernen lassen.

Nach ihrem Studium in Geschichte, Englisch und Latein ist Schaaf wegen ihrer Doktorarbeit nach London gegangen, um dort für das Thema zu recherchieren. „Ich habe einen Schauspieler kennengelernt, der mich ermutigt hat, mich an einer Schauspielschule zu bewerben.“ Sie wurde genommen, und schloss ihre Ausbildung nach zwei Jahren erfolgreich ab.

„Es gibt nicht viele junge Darsteller, die in Mundart spielen können und Historiker sind“, sagt Schaaf. So kam ihr die Idee, ihr historisches Wissen mit ihrer Schauspielerfahrung zu verbinden. Gern schlüpft sie hierfür in die Rolle von Frankfurter Persönlichkeiten wie dem jungen Goethe, dessen Mutter „Frau Aja“ oder Bettine Brentano.

Die Führungen werden am Freitag, 7. und 14., sowie am Donnerstag, 11. Februar, jeweils ab 18 Uhr angeboten. Die Teilnahme kostet für Erwachsene 12 Euro, für Kinder 5 Euro. Anmeldungen unter info@possmann.de; weitere Infos im Internet auf www.possmann.de.

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