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Anita Weber ist neue Rektorin der Theobald-Ziegler-Schule: Ruhepol im hektischenSchulalltag

Seit ihrem Referendariat unterrichtet Anita Weber an der Theobald-Ziegler-Schule. Zuletzt war sie Konrektorin. Nun leitet sie die Schule, an der sie fast ihr ganzes Berufsleben verbrachte.
Anita Weber bewahrt immer die Ruhe, auch wenn im oft hektischen Schulalltag die Kinder um sie herum flitzen. Foto: Heike Lyding Anita Weber bewahrt immer die Ruhe, auch wenn im oft hektischen Schulalltag die Kinder um sie herum flitzen.
Eckenheim/ Preungesheim. 

Bunt ist die Theobald-Ziegler-Schule in jeder Beziehung, sagt Anita Weber (60). Die Schüler seien „bunt gemischt, wie der Stadtteil, in dem sie liegt. Kulturell, national, es gibt bildungsnahe und bildungsferne Familien.“ Aber auch das Gebäude sei bunt: Jedes Treppenhaus hat eine andere Farbe, ebenso die Flure. „So wissen die Schüler immer, wo sie sind.“ Seit 31 Jahren ist Weber an der „Theo“, unterbrochen nur von zwei Jahren in Hanau. Selbst ihr Referendariat absolvierte sie hier, auch ihre heute erwachsenen Töchter lernten hier das Ein mal Eins.

Seit Ende der Sommerferien leitet Weber die Preungesheimer Grundschule. Sie lächelt, wenn sie über ihre Schule spricht, über die Kinder, die Eltern, Lehrer, Hausmeister, Verwaltung, Betreuung, alle seien sehr engagiert. Man merkt sofort: Schule und Stadtteil sind ihr ans Herz gewachsen.

Als Team arbeiten

Dabei war es anfangs nicht leicht. „Als ich kam, stand ein Umbruch an. Die jüngeren Kollegen hatten viele Probleme“, erinnert sich Weber. Denn „die Kinder und das damalige Schulsystem passten nicht zusammen.“ Genau diese Herausforderung und die Aufbruchstimmung habe sie gereizt. „Wir entwickelten viele Konzepte. Das Tolle war: Alles kam aus dem Kollegium heraus, wir haben alles als Team erarbeitet.“ Sie wollten zur Stadtteilschule werden und schauten: Was für Kinder besuchen die „Theo“?

Zum einen erkannten sie, dass viele Kinder im Stadtteil eine Nachmittagsbetreuung benötigten, die im Jahr 1989 eingeführt wurde. Zum anderen wollten sie Kinder mit Förderbedarf auch im Stadtteil unterrichten: Als eine der ersten Frankfurter Schulen führte die „Theo“ gemeinsamen Unterricht (GU) ein. Dabei werden Mädchen und Jungen mit besonderem Förderbedarf in normalen Grundschulklassen unterrichtet, mit einem zweiten Pädagogen als Verstärkung in der Klasse. Heute heißt das „Inklusion“. „Anfangs gab es Widerstände. Doch schnell wurde klar, dass alle profitieren“, so Weber.

Mit der Zeit wurde noch mehr geändert, etwa dass der Unterricht erst um 8.30 Uhr beginnt. „Vorher gibt es Förderunterricht, in Deutsch, Mathe und Deutsch als Fremdsprache.“ Denn morgens könnten sich Schüler noch besser konzentrieren als am Nachmittag. „Und in fast allen Klassen gibt es außerdem extra Mathelehrer.“

Stolz sei sie, dass sich auch die Eltern einbringen. Etwa als im Sommer 2015 ein Mitmachzirkus an die „Theo“ kam und die Eltern sonntags das große Zelt aufbauten. „Die einen halfen aufbauen, andere versorgten die Helfer mit Essen und Trinken.“

Nie genug von Kindern

Dass sie Lehrerin werden wollte, habe sie schon als Vierjährige beschlossen, sagt Weber – und es mache ihr immer noch Spaß. „Weil sich der Beruf ständig wandelt – die Pädagogik, die Kinder, das Umfeld.“ Aufgewachsen in Marburg, zog Weber zum Studium nach Frankfurt, kam nach Preungesheim und blieb. Um den Kopf frei zu bekommen, fahre sie gerne Fahrrad oder mache lange Spaziergänge. Und sie verbringt möglichst viel Zeit mit ihren beiden Enkelkindern. „Ausreichend“ sei dies lediglich, bedauert sie, sie würde gerne mehr Zeit mit ihnen verbringen. Denn von Kindern bekomme sie einfach nicht genug.

(hau)
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