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Rundgang durch Halle in der Au

Von Wie werden die Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft leben? Bei einem Rundgang über das ehemalige Gelände der Messebaufirma Ambrosius In der Au gewannen Rödelheimer einen ersten Eindruck.
Das Gelände ist weitläufig, muss aber noch aufgeräumt werden. Bilder > Foto: Heike Lyding Das Gelände ist weitläufig, muss aber noch aufgeräumt werden.
Rödelheim. 

Noch ist alles provisorisch. Das geöffnete Rolltor der großen Halle ist von einem grünen Container versperrt. „Der war gestern noch nicht da“, versichert Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter Unfallhilfe. „Aber so ist das auf einer Baustelle.“

Die Johanniter und die Stadt Frankfurt, vertreten durch Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Prof. Daniela Birkenfeld (CDU), haben zu dem Rundgang eingeladen – am Dienstag bei der Bügerinformation in der Brentanoschule (wir haben berichtet). Etwa 100 Rödelheimer sind gekommen und schauen sich nun an, wo die neuen Nachbarn wohnen sollen.

Ins Haus 1, das bereits Mitte März von Frauen aus den Kriegsländern und „besonders Schutzbedürftigen“ bezogen wird, können die Besucher aber nicht hinaus, auch nicht in das Bürogebäude, welches ab Mai Familien beherbergen soll. Bauarbeiten verhindern es. Immerhin, das Familien-Bürogebäude hat einen großen Eingang, dahinter ist ein lichter Innenraum mit bunten Kacheln an den Wänden und mit einem charmanten Fußboden aus Stirnholz zu erkennen. Dorthin werden die 100 Bewohner später zum Essen kommen.

Am Container vorbei

Dann zwängen sich alle am Baucontainer vorbei und betreten die große Halle auf den hinteren Teil des Grundstücks. Gigantisch ist sie – und sieht gar nicht so abstoßend aus: Die Decke wird von massiven Holzbalken in hellem Braun getragen, durch Oberlichter fällt Sonnenschein, der Boden ist etwa einen Meter angehoben – die Hallentore waren früher Rampen für Lastwagen – und bestehen gleichfalls aus dem Stirnholzboden. Allerdings: Der Boden wird aus Hygienegründen rausgerissen, durch einen einfacheren ersetzt. Das ist Teil der anstehenden Baumaßnahmen.

Oliver Pitsch erläutert die weiteren Vorhaben: Die Längsseiten der Halle bekommen Fenster. Der große Innenraum wird durch Brandschutztüren in fünf einzelne Abschnitte geteilt, jeder mit eigenem Zugang. Statt der Rolltore wird es normale Türen geben. Zudem erhält jeder der fünf Hallenräume eigene Toiletten und Duschen. Jeweils sechs Bewohner sollen sich eine Toilette teilen.

Die weiteren Pläne sind bekannt: Wie schon am Dienstag gesagt wurde, werden 250 bis 275 Männer, die ohne Familie nach Frankfurt kamen, in der Halle wohnen. Geplant sind Viererzimmer zwischen 24 und 36 Quadratmeter groß. Manuela Skotnik erläuterte: „Wir richten uns nach den Mindestgrößen, die einem Menschen zustehen. Sechs Quadratmeter Wohnraum pro Person, wenn Gemeinschaftsflächen vorhanden sind, neun ohne.“ Werden diese Werte unterschritten, schreitet das Wohnungsamt wegen Überbelegung ein. „Das gilt für alle in Frankfurt, das gilt auch für die Flüchtlinge“, so Skotnik.

Pitsch versicherte, die Johanniter seien für jedes Angebot dankbar, das die Rödelheimer für die neue Unterkunft machen können. Ob sie Tischtennisplatten spenden, ob Sportvereine oder andere Gruppen Freizeitangebote unterbreiten, ob sie die geplante Fahrradwerkstatt in Anspruch nehmen – alles, was besonders den Männern hilft, ihre viele Zeit mit sinnvollen Tätigkeiten zu füllen, werde dankbar angenommen.

„Ein Mustercamp“

Der Rödelheimer Gero K. sagte am Rande des Rundgangs, er sei sehr zufrieden mit dem, was entstehen soll. „Wenn nur die Hälfte von dem umgesetzt wird, was uns erläutert wurde, wird dies ein Mustercamp.“ Es sei schließlich die erste Großunterkunft der Stadt: „Da kann Frankfurt sich keine Pleite leisten.“

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