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Sperrung: S-Bahn-Tunnel schon wieder dicht

Von Pendler brauchen in den Osterferien erneut viel Geduld. Vom 26. März bis zum 9. April ist der rund sechs Kilometer lange S-Bahn-Tunnel komplett geschlossen. Es ist die vierte Sperrung innerhalb von drei Jahren. Die fünfte und letzte folgt im Sommer. Danach sollen die Züge pünktlicher und schneller unterwegs sein, verspricht die Bahn.
Bauarbeiten im Tunnel sind seit Jahren Alltag. Hier befestigen zwei Arbeiter eine Leitung hinter der Wandverkleidung in der Station Taunusanlage. Bilder > Foto: Fabian Sommer (dpa) Bauarbeiten im Tunnel sind seit Jahren Alltag. Hier befestigen zwei Arbeiter eine Leitung hinter der Wandverkleidung in der Station Taunusanlage.
Frankfurt. 

Bis zu 24 Züge pro Stunde und Richtung brausen durch den Innenstadttunnel, das Herzstück der Rhein-Main-S-Bahn. Es handelt sich um einen der am stärksten belegten Abschnitte im deutschen Eisenbahnnetz. Seit 2015 wird in der Röhre durchgehend gearbeitet, um ein neues elektronisches Stellwerk zu installieren. Meist passiert das nachts, wenn keine Fahrgäste betroffen sind. Doch mehrfach musste der Tunnel wochenlang auch tagsüber gesperrt werden.

In den Osterferien müssen sich Fahrgäste erneut nach alternativen Verbindungen umsehen. Acht von neun S-Bahn-Linien werden unterbrochen. „Es geht um umfassende Betriebsprüfungen“, sagt Matthias Körner, Projektleiter bei der Deutschen Bahn (DB). Ende August soll ein mehr als 100 Millionen Euro teures elektronisches Stellwerk fertig sein und das 40 Jahre alte Relaisstellwerk ersetzen. Mit den Investitionen will die Bahn den oft verspäteten Verkehr weniger störanfällig machen.

20 Signale für hohes Tempo

Rund um Ostern werden 20 zusätzliche Signale im Tunnel eingebaut. 48 Signale werden angepasst und 70 Kilometer zusätzliche Signalkabel verlegt. Konnten Züge bislang nur bis zu 60 Kilometer pro Stunde fahren, sollen sie künftig bis zu 80 Sachen schnell sein. „Aber das muss alles erst noch getestet werden“, sagt Körner. Bereits seit 2015 arbeiten die Ingenieure der Bahn jede Nacht in dem Tunnel. Dennoch sind Sperrungen in den Osterferien und letztmals in den Sommerferien unvermeidlich. Zusätzlich wird der Tunnel auch noch an den zwei langen Wochenenden im Mai (Christi Himmelfahrt und Fronleichnam) gesperrt.

Für die Fahrgäste bedeutet dies, dass acht S-Bahn-Linien unterbrochen werden. Die Stationen Taunusanlage, Hauptwache, Konstablerwache, Ostendstraße und Lokalbahnhof und zeitweise Mühlberg sind geschlossen. DB und RMV bieten in Abstimmung mit der Stadt Alternativen. Kunden können auf U-Bahnen, zusätzliche Busse und Fernverkehrszüge ausweichen.

Viele Informationen

Gestern wurde ein Informationsportal (www.sbahnbaustelle.de) im Internet freigeschaltet. Auch am Service-Telefon (06 9) 24 24 80 24 gibt es Informationen. „An den Haltestellen informieren wir über Aushänge und Monitore, und unsere Reisendenhelfer werden für Auskünfte präsent sein“, sagt Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Dazu informieren 17 Zweierteams an acht Stationen. „Die Arbeiten im Tunnel sind eine logistische Herausforderung“, sagt der Konzernbevollmächtigte der DB, Klaus Vornhusen. Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) weist darauf hin, dass U- und Straßenbahnen viele der sieben Stationen entlang der Stammstrecke tangieren.

Lob von „Pro Bahn“

Wilfried Staub, Sprecher des Fahrgastverbands „Pro Bahn“, lobt DB und RMV: „Bei den Tunnelsperrungen hat zuletzt alles gut geklappt. Der RMV hat sich an unsere Empfehlungen gehalten und alles gut beschildert.“ Dies werde jetzt in den Osterferien „hoffentlich wieder so sein“.

Wie bei den vorherigen Sperrungen auch, werden alle S-Bahn-Linien außer der S 7 unterbrochen. Die S 1 fährt vom Hauptbahnhof über Sachsenhausen nach Ober-Roden. Zwischen Hanau und Frankfurt können ICE- und IC-Züge mit für diese Verbindung gültigen Nahverkehrstickets genutzt werden. Umgekehrt werden DB-Fahrkarten, die auf dem gesperrten Tunnelabschnitt gelten (außer Schönes-Wochenende-Ticket und Quer-durchs-Land-Ticket) auch in Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen in Frankfurt akzeptiert. Zudem werden zusätzliche Busse eingesetzt; sie pendeln unter anderem von Offenbach-Ost zum Flughafen und von der Station Mühlberg zum Südbahnhof.

Die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq stellt sich auf mehr Fahrgäste ein. So verkehren Züge der Linie U 2 mit drei Wagen, die Linien U 4 und U 5 halten während der Hauptverkehrszeiten alle zweieinhalb Minuten an der Konstablerwache und dem Hauptbahnhof. An den Stationen in Frankfurt und Offenbach stehen mehr „Call-a-bike“-Leihfahrräder als üblich: Die Anmeldung ist während der Tunnelsperrung kostenlos, auch sind die ersten 30 Minuten Nutzung frei.

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