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Fluglärm: SPD fordert sinkende Lärmgrenze

Von Die Frankfurter SPD hat wenige Tage vor der Kommunalwahl am 6. März einen 12-Punkte-Plan zur Reduzierung des Fluglärms vorgelegt. Der tägliche Dauerschallpegel in den am meisten betroffenen Gebieten soll auf 55 Dezibel sinken.
Ursula Bilder > Ursula
Frankfurt. 

Lärm ist nicht gleich Lärm: Wenn Papa ein Liedchen singt, weinen vor Schreck die Kinder. Aber wenn Pavarotti das gleiche tut, bezahlen viele 400 Euro, um dabei sein zu können. Beim Fluglärm dagegen bezahlen die Frankfurter und die Bewohner der Region mit zerrütteten Nerven.

Wie Mercedes S-Klasse

„Wir haben lokale Spitzen von über 80 Dezibel“, erklärte Ursula Fechter, parteilose Stadtverordnetenkandidatin und Sprecherin der BI Sachsenhausen auf der SPD-Liste. 80 Dezibel entsprechen dem Lärm in einem metallverarbeitenden Betrieb (Bohrerei, Dreherei). Deshalb fordert die SPD eine Senkung der Lärmgrenzen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen tagsüber im Aufenthaltsbereich im Freien 55 Dezibel nicht überschritten werden, um erhebliche Belästigungen zu vermeiden. Auch für eine unbeeinträchtigte Entwicklung der Kinder empfiehlt die WHO einen Immisionshöchstwert von 55 Dezibel für das Spielen im Freien. 55 Dezibel entsprechen etwa dem Geräusch, das in einer fahrenden Mercedes der S-Klasse anfällt. „Deshalb müsse es das Ziel sein, in einem ersten Schritt den Grenzwert der WHO zu erreichen“, folgern die Sozialdemokraten. Wie der SPD-Fraktionschef im Römer, Klaus Oesterling, erklärte, betrage derzeit der Dauerschallpegel rund 60 Dezibel. Die SPD fordert daher eine kontinuierlich sinkende jährliche Reduzierung des Tages-Dauerschallpegels von einem halben Dezibel bis zur Erreichung des WHO-Grenzwertes von 55 Dezibel in den am stärksten belasteten Bereichen (dynamische Lärmobergrenze).

Kritik übte Oesterling auch an der laut Planfeststellungsbeschluss möglichen Zahl von über 700 000 Flugbewegungen pro Jahr. Die Orientierung an diesem Wert würde eine zusätzliche Lärmsteigerung bedeuten, erklärte Oesterling, da derzeit nur rund 460 000 Flugbewegungen stattfänden.

Die Lärmreduzierung muss allen Bürgern der Region zugute kommen. Eine Umverteilung der Lärms innerhalb der Region, die Teile der Bewohner entlastet, dafür andere Siedlungsgebiete stärker belastet, lehnt die SPD ab. Oesterling wiederholte die Forderung das Nachtflugverbot auf die Zeit von 22 bis 6 Uhr auszudehnen. „Die Grünen haben dies im Wahlprogramm“, fügte er hinzu.

Then und Weber fehlten

Die Landegebühren seien stärker nach der Lautstärke zu spreizen. Und für die Flughafenvorstände wollen die Sozialdemokraten finanzielle Anreize schaffen. „Die Boni des Vorstandes sind nicht nur am wirtschaftlichen Ergebnis zu orientieren, sondern auch an der Erreichung der Lärmschutzziele.“

Nicht mit auf dem Podium waren bei der Pressekonferenz die SPD-eigenen Fluglärmgegner Sylvia Weber (Platz 4 der SPD-Liste) sowie die Niederräder Ortsvereinsvorsitzende Stefanie Then (Platz 38). Then ist auch noch Sprecherin des Arbeitskreise Region und Flughafen im SPD-Bezirk Hessen-Süd.

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