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SPD warnt vor noch mehr Fluglärm

Die Sachsenhäuser SPD befürchtet, dass eine Änderung der Abflugrouten für den Frankfurter Süden noch mehr Lärm aus der Luft bedeuten würde. Luftverkehrsexperten bestätigen diese Vermutung.
Frankfurter Süden. 

Ein zentraler Baustein des Maßnahmenpakets der sogenannten Allianz für Lärmschutz könnte gehörige Folgen für die ohnehin bis an die Belastungsgrenze von Fluglärm geplagten Anwohner des Frankfurter Südens haben. Das befürchten jedenfalls die Sachsenhäuser Sozialdemokraten, die darauf hinweisen, dass durch die vorgeschlagene Verlagerungen von Flügen der Abflugroute 07 kurz auf die Abflugroute 07 lang noch mehr Lärm auf die Bewohner von Sachsenhausen und Oberrad zukommen werde.

Eine solche Verlagerung würde zwar die nordmainischen Stadtteile Frankfurts, nicht aber den Süden der Stadt entlasten. "Von Niederrad einmal abgesehen, würde die Lärmbelastung für die südlichen Stadtteile sogar noch zunehmen", kritisiert der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jan Binger.

Experten sind sich einig

Dass die Sozialdemokraten nicht zu Unrecht auf eine weitere Verlärmung der südlichen Stadtteile hinweisen, bestätigt ausgerechnet Kristina Kelek, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS): "Die Neugestaltung der Abflugroute 07 würde zwar für Niederrad eine Entlastung bringen. Eine Umverteilung auf die 07 Nord-lang würde aber unter Umständen Oberrad und Sachsenhausen mehr belasten. Die Nutzung wäre nach Beratung durch die Fluglärmkommission gegen Ende 2012 möglich", sagte die DFS-Sprecherin bereits in einem FNP-Interview vom 3. März dieses Jahres. Auch Luftfahrtexperte und Fraport-Kritiker Dieter Faulenbach da Costa warnte bereits: "Die reduzierte Nutzung der Abflugstrecke 07 kurz und eine Verlagerung auf die Abflugstrecke 07 lang führt zur Entlastung der westlichen Stadtteile und somit zu einer zusätzlichen Belastung von Sachsenhausen, Oberrad und Offenbach!"

Auch aufgrund dieser fachlich unumstrittenen Bewertung mutmaßen die Sachsenhäuser Sozialdemokraten nun, dass die Fraport auf "eine Entlastung der derzeit mäßig vom Fluglärm belasteter Gebiete zu Ungunsten bereits jetzt massiv vom Fluglärm belasteter Gebiete" spekuliere. Man könnte daher zur Annahme kommen, dass die Fraport den Kreis der vom Fluglärm Betroffenen auf Kosten der bereits massiv Betroffenen klein halten will, um so einen weitgehenden Imageschaden zu verhindern. "Zumindest sieht so keine gute Nachbarschaft aus, für welche die Fraport wirbt", meint Jan Binger.

Die SPD argumentiert, dass gerade die Stadtteile Sachsenhausen und Oberrad seit Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest einer erheblichen Fluglärmbelastung ausgesetzt sind. Alarmierend sei daher, dass die Verlagerung von Abflügen auf die Strecke 07 lang bereits im Maßnahmenpaket der Allianz für Lärmschutz vom 29. Februar zur Prüfung vorgesehen ist. "Wenn die Fraport nun eine solche Verlagerung wünscht, müssen wir damit rechnen, dass sie Realität werden wird", mahnt Binger.

Verweis aufs Grundgesetz

Aufgrund des geringen Handlungsspielraums sehen die Sachsenhäuser Genossen nun einer möglichen "Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in der Frage des Fluglärms mit großem Interesse entgegen". Schließlich sei im Grundgesetz das Recht auf körperliche Unversehrtheit verankert. Dies müsse auch für die Bewohner des Frankfurter Südens gelten.mov

(Mirco Overländer)
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