Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Brutale Attacke wird vor Gericht verhandelt: Sachsenhausen: Autofahrer schlägt Opfer das Auge aus

Von Schwere Körperverletzung im Straßenverkehr: Weil er an einer roten Ampel auf der Stresemannallee einem anderen Autofahrer das rechte Auge ausgeschlagen hatte, muss sich seit gestern ein 50 Jahre alter Mann vor dem Landgericht verantworten.
Symbolbild Foto: imago Symbolbild
Frankfurt. 

Der 45 Jahre alte Verletzte ist seit dem Vorfall im April 2015 auf diesem Auge blind – und nach allen augenärztlichen Prognosen wird sich das auch nicht mehr ändern. Dazu kommen massive psychische Probleme.

Tat-Video im Internet

Beide Fahrzeuge waren auf dem Weg über die Friedensbrücke Richtung Sachsenhausen, als sie sich – unbewusst oder bewusst – mehrere Überholmanöver lieferten. Jedenfalls sprang die Ampel auf der anderen Mainseite auf Rot, so dass beide Autos anhalten mussten. Der Angeklagte soll dabei seinen Wagen verlassen und in das geöffnete Fenster seines Gegners gegriffen haben. Aus Ärger darüber stieg dieser aus dem Auto und stellte den Kontrahenten zur Rede. Das hätte er lieber nicht tun sollen, denn jetzt erhielt er einen heftigen Schlag auf sein rechtes Auge.

Während der Mann in einer Art Schockstarre verharrte, flüchtete der Schläger, noch bevor jemand sein Autokennzeichen notieren konnte. Und nun half ein eigentlich unbegreiflicher Zufall. Die Begleiterin des Täters hatte die Szene auch noch gefilmt und stellte die Aufzeichnung ins Internet, so dass nach mehr als einem Jahr die Sache bekannt wurde.

Zwischenzeitlich hatte sich nämlich im April vergangenen Jahres noch ein weiterer Vorfall ereignet, bei dem der Mann als Schläger aufgefallen war. An der Kreuzung Junghofstraße/Neue Mainzer Straße im Bankenviertel war er über den Radweg gefahren, was einem Radler nicht gefiel. Leichtsinnigerweise klopfte dieser an das Fenster des Autofahrers. Dieser stieg aus und streckte den Radfahrer mit einem kräftigen Faustschlag nieder. Diesmal aber waren mehrere Zeugen zur Stelle, die sich das Kennzeichen notierten und den Mann sogar auf der Eschersheimer Landstraße verfolgten – mit Tempo 80 über zahlreiche rote Ampeln. Eine Szenerie wie im Film.

Auf Notwehr berufen

Gestern räumte der Mann nur den ersten Zwischenfall ein – was hätte er auch anderes tun sollen, nachdem ausgerechnet die eigene Begleiterin die Szene aufgenommen und veröffentlicht hatte. Er stellte alles aber als eine Art Notwehr dar. Er habe dem Gegner lediglich eine Eisenstange abnehmen wollen, die er bei diesem im Auto entdeckt hatte.

Den zweiten Vorfall bestritt er vollständig. Zahlreiche Zeugen aber erkannten den Mann im Gerichtssaal wieder. Sein Gesicht, die kräftige, untersetzte Figur und sein Profil – jawohl, das passe, sagte nicht nur der Radfahrer, der sich angesichts des ersten Opfers noch glücklich schätzen durfte, keine bleibenden Verletzungen erlitten zu haben. An das Fenster fremder Autos zu klopfen, das mache er nicht mehr, auch wenn sie vielleicht einmal den Radweg blockieren: „Ich bin vorsichtiger geworden.“ Nächsten Mittwoch soll der Prozess bereits abgeschlossen werden.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse