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Ab 1. September geht’s im Brentanobad zur Jagd: Salmonellen im Kot nachgewiesen: Nilgänse dürfen abgeschossen werden

Von Ihr Kot kann für Menschen gesundheitsgefährend sein, nun bläst die Stadt erst einmal zur Jagd auf die Nilgänse im Brentanobad. Auf die Küken zu schießen, gilt als effektivste Methode, die Tiere zu verscheuchen.
Eine Nilgans im Brentanobad Frankfurt. Foto: Maik Reuß Eine Nilgans im Brentanobad Frankfurt.
Frankfurt. 

Lästig sind sie Parkbesuchern und Badegästen schon seit Langem. Nun steht fest: Nilgänse sind auch gesundheitsgefährdend, besonders für Babys und Kleinkinder. Im Kot der Wasservögel hat das Gesundheitsamt Salmonellen nachgewiesen, die schwere Erkrankungen auslösen können. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hat deshalb am Dienstag die Abschussgenehmigung erteilt. Die Bäderbetriebe hatten sie beantragt, da sich die Nilgänse im Brentanobad immer stärker ausbreiten und sich auch von Jagdhunden und Drohnen nicht vertreiben ließen.   
 
Neben dem mitunter aggressiven Auftreten der einst als Ziervögel nach Deutschland eingeführten Gänse sorgten auch ihre nicht gerade kleinen Kackwürste für Ekelattacken. Nicht nur auf den Liegewiesen im Brentanobad erleichterten sich die bis zu 100 Tiere starken Schwärme, sondern auch im Schwimmbecken.
 
Bislang galt der Kot als unbedenklich, da er zu 90 Prozent aus unverdautem Gras besteht. In der Debatte um Für und Wider einer Abschussgenehmigung hatten Naturschützer deshalb stets Partei für die Tiere ergriffen. Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) sprach sich Ende vergangener Woche ebenfalls noch gegen die Jagd mit scharfer Munition aus. Vorgestern hatte sie eingelenkt, im Falle einer nachgewiesenen Gesundheitsgefährdung „gehe der Mensch vor“.
 
Die Römerfraktion der Bürger für Frankfurt (BFF) hatte schon vor geraumer Zeit gefordert, den Bestand der sich stark vermehrenden und heimische Vogelarten verdrängenden Nilgänse gezielt zu verringern. Die Stadt hatte die Ausbreitung stets als undramatisch bezeichnet. Frankfurts Bürger pflegen ein gespaltenes Verhältnis zu den wenig scheuen Wasservögeln. Im Ostpark, wo die Gänse rund um den Weiher auch schon mal Fahrradwege blockieren und mit ihrer forschen Art Kleinkinder erschrecken, werden sie andererseits mit reichlich Futter verwöhnt.

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Nilgänse sind in Freibädern, Badeseen und Parks oft ein Problem. Sie verdrecken mit ihrem Kot, sind aggressiv - und bekommen Nachwuchs wie am Fließband. Die Stadt Frankfurt sieht sich zu drastischen Mitteln gezwungen.

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Ob auch den Nilgänsen in den Parks Ungemach droht, wird sich weisen. Das für die Grünanlagen zuständige Umweltdezernat will nun ebenfalls Kotproben nehmen und untersuchen lassen – vor allem auch in der Nähe von Kinderspielplätzen.

Vom 1. September an bis Januar bläst die Stadt nun erst einmal zur Jagd im Brentanobad – selbstverständlich nur dann, wenn kein Betrieb ist. Im September endet die Freibadesaison ohnehin. Auf die Küken zu schießen, gilt als effektivste Methode, Nilgänse zu verscheuchen. „Wenn die Tiere merken, von dem Gelände geht Gefahr aus, verziehen sie sich dort“, sagt Frankfurts Bäder-Betriebe-Geschäftsführer Frank Müller.   

Das sagen die Naturschützer.

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