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Stadtparlament diskutiert: Sanierung von Schauspiel und Oper erhitzt die Gemüter

Von Noch stehen weder Kosten noch Pläne für die Sanierung der städtischen Bühnen fest: Doch das Stadtparlament hat gestern über das Thema diskutiert, das Frankfurt den Sommer über bewegte: die Zukunft von Schauspiel und Oper am Willy Brandt-Platz.
Ein teurer Sanierungsfall: Das Gebäude der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz. Foto: Bernd Kammerer (.) Ein teurer Sanierungsfall: Das Gebäude der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz.
Frankfurt. 

50 Experten arbeiten gerade an einer Analyse des bestehenden, 1963 fertiggestellten Theatergebäudes. Sicher ist: Die Hülle ist marode, die Bühnen und die Bühnentechnik ist relativ gut in Schuss. Über die Sanierungskosten stehen Summen mit einer großen Bandbreite im Raum: Zwischen 180 und 400 Millionen Euro. Genaueres wird man erst wissen, wenn die derzeit laufende Machbarkeitsstudie abgeschossen sein wird. Damit wird für das Frühjahr nächsten Jahres gerechnet. Die Debatte aber hat die Stadtgesellschaft bereits in voller Breite erfasst.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, Thomas Dürbeck, trug das Thema nun auch in das Stadtparlament. Er erteilte einer Verlagerung der Bühnen auf das Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums am Platz der Republik oder auf den Kulturcampus eine Absage. In beiden Fällen sei die Fläche nicht ausreichend. Zudem gehören laut Dürbeck Theater und Oper ins Zentrum einer Stadt. „Wir glauben, dass solche Bauten zur Unverwechselbarkeit einer Stadt beitragen“, betonte der Kulturpolitiker. Die Bühnen befänden sich an einer Schnittstelle zwischen dem Römer und dem Finanzdistrikt. Theater und Kunst hätten inzwischen eine Rolle eingenommen, wie die Religion vor 200 Jahren. Dürbeck plädierte nicht nur für den derzeitigen Standort, sondern auch dafür, die beiden Bühnen in einem Haus zu lassen, denn: „Sie gehören zu den besten Bühnen im deutschsprachigen Raum.“

Mehrheit für Standort

„Wenn es irgendwie geht, muss der Willy-Brandt-Platz (vormals Theaterplatz) Standort bleiben“, erklärte der kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Stefan von Wangenheim. Ein neues Gebäude hinter der rekonstruierten Fassade von 1902, wie von den Bürgern für Frankfurt (BFF) vorgeschlagen, nannte von Wangenheim eine „schwachsinnige Idee“. Über einen Abriss könne man nachdenken, dann seien aber 90 Millionen Euro, die in den vergangenen Jahren investiert worden seien, verloren. Im Falle eines Abrisses brachte Wangenheim einen privaten Investor für den Neubau ins Spiel. Das sei bei vielen Theaterbauten weltweit umgesetzt worden.

Kommentar: Gute Zeiten für die Kulturpolitik

Eigentlich war es ein Trojaner: Auf der Tagesordnung stand das Thema Kulturcampus. Doch dann stieß Thomas Dürbeck, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, eine fulminante Debatte an über die

clearing

Laut Martin Kliehm von den Linken haben Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Bürgermeister Uwe Becker (CDU) die Debatte ausgelöst, in dem sie das ehemalige Polizeipräsidium als Standort prüfen wollten. Kliehm kritisierte, die beiden seien vorgeprescht, ohne zuvor mit jemandem darüber geredet zu haben. Aus dem Willy-Brandt-Platz dürfe kein Spekulationsobjekt werden. Ein Neubau sei nicht zu realisieren, „wir werden eine Sanierung machen müssen“, sagte Kliehm.

„Wir können die Sache gut überdenken“, betonte der kulturpolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Popp. Fünf Jahre könnten die Bühnen noch gut bespielt werden. Popp stellte das Stadtparlament vor die Frage: „Geht es um die maximale Vermarktung der Fläche oder sagen wir: Es ist ein ganz besonderer Ort, den es zu erhalten gilt?“ Mit dem Schauspiel verbänden die Frankfurter theatergeschichtliche Momente wie die Debatte über das Rainer-Werner-Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“.

Geglückte Sanierungen

Esther Gebhardt betonte im Namen der SPD-Fraktion, dass sich jede Alternative an der Qualität des jetzigen Standorts messen lassen müsse. Die neue Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) kritisierte, dass in der Debatte die kühnsten Phantasien von Personen aufgebracht würden, „die nicht in der politischen Verantwortung stehen“. Das bestehende Gebäude stehe für eine glückliche Epoche der Stadtgeschichte. Es sei ein Bau der Nachkriegsmoderne. Sein Gebrauch werde von allen Nutzern positiv beurteilt. Hartwig erinnerte an die gelungene Sanierung der Großmarkthalle als Teil der EZB sowie des IG-Farben-Hauses als Teil der Universität.

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