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Nach Pleite der Fluggesellschaft: Schade drum: Johannes Scherer wollte mit Air-Berlin-Flugmeilen nach Australien

Jahrelang sammelte FFH-Moderator und Comedian Johannes Scherer bei Air-Berlin Flugmeilen. Er wollte mit ihnen nach Australien reisen. Dann ging die Fluglinie pleite – und Scherers Meilen waren weg. Seine Geschichte.
Seit 15 Jahren steht Johannes Scherer auf der Bühne und bringt die Leute zum Lachen. Seit 15 Jahren steht Johannes Scherer auf der Bühne und bringt die Leute zum Lachen.
Dass die Lufthansa verkündet hat, große Teile der insolventen Fluggesellschaft Air-Berlin zu kaufen, hilft Johannes Scherer auch nicht weiter. Der 44 Jahre alte FFH-Moderator hatte jahrelang auf die Berliner Flieger gebaut. Jetzt droht sein Traum zu platzen. Was genau dahinter steckt, hat er uns verraten.
 
Herr Scherer, Sie hatten einen langgehegten Traum. Erzählen Sie doch mal…
 

Johannes Scherer

„Ja, Ich hatte einen Traum. Ich habe jahrelang bei Air-Berlin Flugmeilen gesammelt, um sie gegen ein Ticket nach Australien einzutauschen. Schön, einen langen Flug, Business Class, entspannt Schlafen… Die Metropolen, Sydney, Melbourne, der Ayers-Rock, die Vielfalt und Weite – das wollte ich mir ansehen.Sogar meine Flüge habe ich taktisch geschickt ausgesucht. Für den Flug nach Australien hätte sich das Sparen gelohnt, das kann ja sonst einiges kosten.

Vor ein paar Monaten hatte ich die erforderlichen Meilen schließlich zusammen – knapp mehr als 300.000 müssten das sein. Ich bin fast sicher: Das muss Air Berlin bemerkt haben und dann haben die gesagt: „So, das war’s. Wir geben auf.“ Eine Woche später waren sie pleite.
 
Jetzt habe ich die vielen Flugmeilen, die jetzt ungefähr so viel wert sind, wie Simbabwe-Dollar. Air Berlin wäre ja eh nicht nach Australien geflogen – aber die Meilen nimmt jetzt auch so niemand mehr. Die sind futsch.

Als die Schieflage von Air Berlin bekannt wurde, habe ich mir noch gedacht: Okay, dann hol ich mir im Prämienshop wenigstens noch ein schönes Küchengerät. Kurz gezögert – und am nächsten Tag war der Shop geschlossen. Jetzt kann man die Meilen zwar wieder eintauschen, aber nur gegen Unsinn – zum Beispiel Sixt-Autoverleih-Gutscheine. Ich könnte also mein Auto verkaufen, die Meilen einlösen und dann zwei Jahre mit dem Mietwagen fahren. Klasse.
 
Aber ernsthaft: Für mich ist die Sache mit Air Berlin und den Meilen ärgerlich – mehr nicht. Es gibt Menschen, die trifft das wesentlich schlimmer. Stellen sie sich zum Beispiel mal vor, was eine alleinerziehende Flugbegleiterin mit Kind jetzt durchmachen muss! Meinen Traum, die Australienreise, habe ich außerdem noch nicht aufgegeben. Dann eben ohne Meilen.“

Aufgezeichnet von Alexander Gottschalk.
 
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