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Schießerei in Frankfurter Innenstadt: Streit zwischen zwei Hells-Angels-Gruppen

Frankfurt, kurz vor Mitternacht: Autos fahren vor dem Japan Center vor, ein Pulk von Rockern steigt aus, geht aufeinander los. Schüsse fallen. Fünf Männer werden verletzt - doch alle schweigen.
Spurensicherung vor dem Hochhaus Taunustor 2. Foto: Kammerer Foto: Kammerer, Bernd (.) Spurensicherung vor dem Hochhaus Taunustor 2. Foto: Kammerer
Frankfurt. 

Ein Streit zwischen Rockern der Hells Angels ist in der Nacht zum Donnerstag in Frankfurt zu einer Schießerei eskaliert, bei der es fünf Verletzte gegeben hat. Vier 31 bis 43 Jahre alte Männer seien von Schüssen in Oberkörper, Bein und Schulter getroffen worden, teilte die Polizei mit. Ein 46-Jähriger wurde durch einen Schlag am Oberarm verletzt. Drei der durch Schüsse verletzten Männer hätten sich selbst in Krankenhäuser begeben, einer ließ sich in Gießen behandeln.

Bilderstrecke Fünf Verletzte bei Rockerkrieg in Frankfurt
In der Nacht vom 2. Auf den 3. Juli 2014 peitschten Schüsse durch die Frankfurter Innenstadt. Fünf Menschen wurden verletzt. FNP.de zeigt Bilder vom Tatort in dieser Fotostrecke. Fotos: Scheh (6), Kammerer (6), dpa (4)Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um einen Streit zwischen Mitgliedern der Rockergruppe "Hells Angels".Die Schüsse fielen um 23:45 Uhr vor dem Hochhaus "Taunustor" in der Frankfurter Taunusstraße.

Wie es zu dem Streit kam und wer geschossen hat, war zunächst völlig unklar, weil Zeugen fehlten. Festnahmen gab es nicht. Krankenhäuser hatten die Polizei über die Schussverletzungen verständigt, so dass zumindest die Verletzten vernommen werden konnten. Ohne Ergebnis, wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten. Ermittelt werde gegen unbekannt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Der Vorfall spielte sich nach ersten Erkenntnissen wie folgt ab: Kurz vor Mitternacht fahren mehrere Autos vor dem Hochhaus Taunustor 2 vor, Männer steigen aus - wie viele, ist unbekannt. «Es muss ein ganzer Pulk gewesen sein», sagte eine Polizeisprecherin. Die Stimmung ist aggressiv, die Männer geraten in Streit, es kommt zum Gerangel, schließlich fallen Schüsse, vier Männer werden getroffen. Die Männer steigen wieder ein, auch die Verletzten. Sie verlassen die Szene, noch bevor die Polizei eintrifft.

Streit zwischen zwei Hells-Angels-Chartern

Die Kontrahenten gehörten den Hells Angels an, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft und bestätigte Meldungen des Hessischen Rundfunks und der «Bild»-Zeitung. Die Männer seien Mitglieder zweier unterschiedlicher Gruppen der Rocker-Vereinigung, sogenannter Charter - einer aus Gießen und die andere vermutlich aus Frankfurt. Zwei Frankfurter Charter hatte das hessische Innenministerium 2011 verboten. «Aber die Menschen gibt es ja noch», sagte die Sprecherin.

Ob aus einer oder mehreren Waffen geschossen wurde, war unklar. Die Verletzten schweigen, ihre Fahrzeuge wurden sichergestellt. Passanten wurden aufgerufen, sich zu melden. «Wir sind auf unabhängige Zeugen angewiesen», sagte die Sprecherin. Am Morgen begann die Spurensicherung mit der Arbeit am Tatort.
Ein Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf einen Rocker in einer Hochhaussiedlung Anfang April besteht nach Einschätzung der Ermittler nicht.

Rocker-Mord im Ben-Gurion-Ring

Schon im April dieses Jahres hatte es in einem Park im Frankfurter Ben-Gurion-Ring eine tödliche Schießerei unter Rockern gegeben. Ein 28-jähriges Mitglied einer Rocker-Bande wurde regelrecht hingerichtet. Als Reaktion auf den Mord brannten Autos und Mülltonnen in dem Stadtteil in Frankfurts Norden. Nach Einschätzung der Polizei gibt es aber keinen Zusammenhang zwischen den Schüssen im Bahnhofsviertel und dem Mord im April.

Frankfurt verbietet «City Run»

Frankfurt will eine für Samstag geplante Veranstaltung der Rocker verbieten. Die Sicherheit in der Stadt sei nach dem aktuellen Vorfall nicht mehr zu gewährleisten, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). «In Frankfurt ist kein Platz für Gewalttäter.»

Zum traditionellen «City Run» werden nach Angaben Franks mehrere hundert Rocker mit ihren Motorrädern erwartet. Die Stadt wolle sowohl ihre Fahrt durch die Stadt als auch die anschließende Party verbieten.
 

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