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Geständnis: Schmiergeld-Prozess: Angeklagter gesteht Zahlung

Beim Ausbau der Frachtflächen am Frankfurter Flughafen war viel Geld zu verdienen. Fünf Manager sollen bei der Grundstücksvergabe mit Schmiergeld nachgeholfen haben.
Das Medieninteresse an dem Fall ist groß. Foto: Boris Roessler (dpa) Das Medieninteresse an dem Fall ist groß.
Frankfurt. 

Mit einem umfangreichen Geständnis eines der fünf Angeklagten hat der Korruptionsprozess um den Ausbau des Frankfurter Flughafens begonnen. Der 54 Jahre alte Gewerbemakler Uwe-Günter S. schilderte am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Erbbaugrundstücken seit dem Jahr 2006 in der Cargo City Süd.

Es sei von Anfang an klar gewesen, dass der beteiligte Immobilienmanager des Flughafenbetreibers Fraport finanziell an den Geschäften beteiligt werden wollte, sagte der Angeklagte. «Ich habe in der Aussicht, sehr viel Geld zu verdienen, die völlig falsche Entscheidung getroffen.»

Laut Anklage sind im Zusammenhang mit vier Grundstücksgeschäften mehr als sechs Millionen Euro Schmiergeld geflossen, die zwischen dem Makler, dem Fraport-Mann und einem Treuhänder in Liechtenstein aufgeteilt werden sollten. Der Flughafenangestellte soll zudem seine Einkünfte dem Finanzamt verschwiegen haben.

Ein weiterer Vorwurf gegen den Makler lautet auf Prozessbetrug, weil er offen gebliebene Schmiergeldforderungen in Höhe von 2 Millionen Euro unter Vorspiegelung falscher Tatsachen beim Landgericht Frankfurt per Zivilklage eingefordert haben soll. Tatsächlich erreichte er per Vergleich eine Zahlung von mehr als 800 000 Euro.

Unter den Angeklagten sitzen die bekannten Immobilienentwickler Ardi Goldman und Jürgen Harder. Sie kündigten zum Prozessauftakt ebenfalls Erklärungen an, die voraussichtlich in den kommenden Sitzungen verlesen werden. Ihnen wirft die Anklage Bestechung vor, also die verlangten Schmiergelder bezahlt zu haben. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft. Lediglich der frühere Fraport-Angestellte wollte sich zunächst nicht äußern, wie sein Anwalt erklärte.

Der Makler Uwe-Günter S. äußerte sich in der von seinem Anwalt verlesenen Erklärung auch zu dem ebenfalls angeklagten Partner Harders: Dieser habe zur Abwicklung der illegalen Zahlungen eine «saubere Lösung» über Liechtenstein vorgeschlagen, die schon in der Vergangenheit gut funktioniert habe. Dazu habe eine dort ansässige Firma Scheinrechnungen über angebliche Beratungsleistungen gestellt.

Dem Investor Goldman seien die geplanten Schmiergeldzahlungen an den Fraport-Beschäftigten «nicht recht gewesen», sagte der Makler. Er habe ihm aber zu verstehen gegeben, dass er erledigen solle, was notwendig sei, um das Geschäft zu machen. Ohne das Fachwissen des Fraport-Managers wäre ein Zugang zu den Flughafengrundstücken seiner Einschätzung nach nicht möglich gewesen.

Für die Investoren waren die Grundstücke auf der ehemaligen US-Airbase extrem wertvoll. Nach Vertragsabschluss mit der Fraport errichteten sie auf den Erbbaugrundstücken Frachthallen, die sie an namhafte Airline-Kunden vermieteten und letztendlich an große Immobilienfonds verkauften. Allein Goldmans Firma Cargoport soll laut Anklage mit ihrem Grundstück 15 Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Den exakten Schaden bezifferte die Staatsanwaltschaft nicht.

Bilderstrecke Cargo-City-Prozess in Frankfurt: Ardi Goldman vor Gericht
Am 10. Februar 2015 begann vor dem Frankfurter Landesgericht der sogenannte "Cargo-City-Prozess". Dabei geht es um angebliche Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe im Zusammenhang mit der "Cargo City Süd" am Frankfurter Flughafen. Unter den Angeklagten ist auch der bekannte Frankfurter Immobilieninvestor Ardi Goldman.Ardi Goldman ist der einzige der fünf Angeklagten, dessen Bild öffentlich gezeigt werden darf.Die weiteren Angeklagten sind drei Geschäftsmänner und ein ehemaliger Fraport-Manager.
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