Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 17°C

Pärchen will Senioren ausnehmen: Schock-Betrug: Geld für vermeintliche Not-OP des Sohnes gefordert

Wegen sogenannten Schock-Betrugs bei älteren Leuten müssen sich ein 29 Jahre alter Mann und seine drei Jahre jüngere Lebensgefährtin vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten.
Der Betrug kommt oft übers Telefon. (Symbolbild) Der Betrug kommt oft übers Telefon. (Symbolbild)
Frankfurt. 

Nach dem Enkel- und Glas- Wasser-Trick kommt nun der sogenannte Schock-Betrug, mit dem betagte Mitbürger systematisch um ihre Barschaft gebracht werden sollen. Das Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung meldet sich ein sogenannter „Doktor Metz von der Uni-Klinik“, in die gerade der bei einem Verkehrsunfall schwer verletzte Sohn der Seniorin gebracht worden sei. Um die notwendige Operation schnell vornehmen zu können, müsse die Frau 13 000 Euro Krankenhauskosten zahlen. Seine Sekretärin schicke er deshalb in den nächsten Stunden vorbei.

Die völlig verdatterte und nur an ihren angeblich so schwer verletzten Sohn denkende Frau ging daraufhin zu ihrer Bank, um den geforderten Geldbetrag vom Konto abzuheben. Einzig der aufmerksame Bankangestellte behielt den Überblick und sagte der verängstigten Frau auf den Kopf zu, dass sie soeben Opfer raffinierter Trickbetrüger geworden sei. Statt des Geldes erhielt die „Sekretärin“ bei ihrem Besuch der Frau daraufhin Kontakt mit der Polizei.

Gestern stand dieser ungewöhnliche Fall im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Amtsgericht. „Doktor Metz“, ein 29 Jahre alter Mann, saß ebenso auf der Anklagebank wie die „Sekretärin“, 26 Jahre alt. Und die Anklageschrift enthielt sogar noch einen weiteren Fall, der sich nach einem ähnlichen Muster abspielte. Hier war ein 89 Jahre alter Rentner das Opfer, von dem die Betrüger immerhin 400 Euro entgegennahmen. Der Herr Doktor äußerte sich überhaupt nicht zu den Vorwürfen, seine Lebensgefährtin gab in knappen Worten zu, dass sie zu den Leuten gegangen sei und das Geld verlangt habe. Umsonst wartete man bei Gericht hingegen auf den 89-Jährigen, der erst kurzfristig als Zeuge geladen werden konnte und dessen aktuelle Wohnadresse offenbar unbekannt ist. Ohne diesen Zeugen aber kommt das Gericht aufgrund des Aussageverhaltens der Angeklagten nicht aus.

Es musste ein zweiter Termin Anfang Juni anberaumt werden, an dem das Verfahren nun zum Ende gebracht werden soll. Die 78 Jahre alte Rentnerin hat dagegen ihren Zeugenauftritt bereits hinter sich gebracht. Sie sagte, es sei ihr wie Schuppen von den Augen gefallen, als sie der Bankangestellte auf den Betrug hingewiesen habe. Der anfängliche Schock am Telefon habe ihr dagegen jeglichen rationalen Gedanken genommen – ein psychologischer Effekt, mit dem gerissene Trickbetrüger rechnen.

(ge)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse