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Schöne Bilder im neuen Zuhause

Von Das Mafalda Mädchenkulturzentrum ist seit 20 Jahren ein Ort, an denen Schülerinnen sich treffen, Freundschaften schließen, gemeinsam lernen, kreativ oder sportlich sein können. Vor kurzem zog die Einrichtung in neue Räume. Jetzt wurde der Umzug gefeiert.
Einrichtungsleiterin Barbara Weichler freut sich über den Umzug. Bilder > Foto: Heike Lyding Einrichtungsleiterin Barbara Weichler freut sich über den Umzug.
Nordend. 

Laura Jakoby und Carmen Jerat haben alle Hände voll zu tun. Schließlich steht ein Fotoshooting in den neuen Räumen des Mafalda Mädchenkulturzentrums im ersten Stockwerk der Gaußstraße 12 an. Die beiden ausgebildeten Make-up-Artists und Hair-Stylisten schminken die Schülerinnen, die mitmachen. Zahlreiche Tuben mit Make-up, Lidschatten und Lippenstiften sowie Pinsel zum Auftragen liegen ausgebreitet auf einem Tisch. Konzentriert arbeiten Jakoby und Jerat, die eigens für diesen Tag engagiert wurden, überlegen genau, wie sie die Mädchen im Alter von elf bis 17 Jahren ihrem jeweiligen Typ entsprechend für das Foto-Shooting zurechtmachen können.

Mit einer großen Einweihungswoche feiert das Team von Mafalda den Umzug in die neuen Räume mit Angeboten wie Hip-Hop-Tanz, Gesang, Schmuckgestaltung und eben einem Beauty-Day – also einem Schönheitstag mit Fotoaufnahmen. Letzteres kommt gut bei den Schülerinnen an, über 20 Mädchen haben sich angemeldet. „Da dieses Mal nicht alle mitmachen können, werden wir den Termin wiederholen“, sagt Mafalda-Leiterin Barbara Weichler. Träger der Einrichtung ist seit zehn Jahren der gemeinnützige Heimverein, gegründet wurde das Mädchenkulturzentrum bereits vor 20 Jahren auf Initiative des Bistums Limburg.

 

In Fotostudio verwandelt

 

Tatjana Seifert steht derweil mit ihrer Spiegelreflexkamera auf einer Leiter. Fotografieren ist ein großes Hobby von ihr. Die Sozialpädagogin gehört mit zum Team von Mafalda und hat einen der neuen Räume in ein Fotostudio verwandelt, Scheinwerfer sorgen für eine gute Ausleuchtung. Carina (16) sowie die Zwillingsschwestern Sarah und Hajar (beide 14 Jahre) sind an der Reihe und lassen sich fotografieren. Sie haben sich über Mafalda kennengelernt und angefreundet. „Ich komme seit eineinhalb Jahren hierher“, erzählt Carina. „Ich mache hier Hausaufgaben, lerne oder chille einfach. Wir sind hier so etwas wie eine große Familie und verstehen uns alle richtig gut“, sagt die Schülerin und fügt hinzu: „Die neuen Räume sind super!“

Es ist nicht der erste Umzug des Mädchenkulturzentrums seit der Gründung. Zuletzt war Mafalda in der Eichwaldstraße 44 untergebracht. „Da die Räume dort nicht so groß waren, hatten wir für die Tanzprojekte noch eine Dependance in der Petterweilstraße“, sagt Weichler. In der Gaußstraße 12 ist nun ausreichend Platz, um alle Angebote an einem Ort zu vereinen. Durchschnittlich 15 Mädchen kommen täglich hierher, machen Hausaufgaben, arbeiten am PC, lesen Bücher, spielen Tischfußball, tanzen, sind kreativ oder treffen sich einfach nur und entspannen. Gegen einen kleinen Betrag von 1,20 Euro am Tag gibt es zudem ein frisch zubereitetes Mittagessen.

 

Demokratische Prozesse

 

„Manche der Mädchen kommen nur einmal pro Woche zu uns, andere täglich“, sagt Weichler. „Mit dem Umzug müssen wir uns auch an diesem Ort erst wieder bekanntmachen“, fügt sie hinzu. Zum pädagogischen Konzept gehört es, die Mädchen zu stärken und sie zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu suchen und zu gehen. „Sie sollen sich nicht durch gesellschaftliche Vorstellungen einengen lassen, sondern sich ausprobieren dürfen“, sagt die Einrichtungsleiterin. Dazu gehört auch, dass die Mädchen Vorschläge machen können, etwa zu Angeboten, und dass sie demokratisch hierüber entscheiden dürfen. Dazu gibt es einmal wöchentlich den Mafalda-Stammtisch und vier Mal pro Jahr die Mafalda-Konferenz.

Die Beteiligungsmöglichkeiten, die den Mädchen eingeräumt werden, finden die Zwillingsschwestern Hajar und Sarah super. „Wir lieben es, dass wir unsere eigenen Ideen einbringen dürfen“, sagen die beiden, die seit fast fünf Jahren regelmäßig kommen. Sarah liest gerne und möchte Buchhändlerin werden. Deswegen hat sie nicht nur ihre Schwester für das Lesen begeistert, sondern sogar eine eigene kleine Bibliothek in der Einrichtung aufgebaut, sie professionell katalogisiert und Karteikarten erstellt, auf denen Ausleihfristen vermerkt werden. „Sarah hat für den Aufbau zunächst einen Kostenplan erstellt und die Bibliothek bei uns beantragt“, sagt Weichler. Mit einem Budget von 300 Euro hat sie 55 Bücher angeschafft. Gerne möchte sie die Bibliothek noch vergrößern.

Die Selbstverantwortung stärken und aktiv an Prozessen teilnehmen sind wichtige Grundlagen des pädagogischen Konzepts. So sind die Mädchen am Gestaltungsprozess der Räume ebenfalls beteiligt. Derzeit werden hierfür Spenden gesammelt. Rund 1500 Euro fehlen noch. Daher ist das Einrichten auch noch nicht vollständig abgeschlossen, es wirkt jedoch schon sehr gemütlich. Mafalda ist ein Ort, der nur den Mädchen gehört. Jungen haben hier keinen Zutritt – und das finden die Schülerinnen alle richtig super.

Weitere Infos zu den Angeboten gibt’s unter www.ksj-mafalda.de im Internet.

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