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Ergebnisse der Sozialraum-Analyse: Schöner leben auf dem Mühlberg

Von Wie ist die Lebenssituation der Senioren auf dem Mühlberg? Damit beschäftigte sich eine Studie. Hier die wichtigsten Ergebnisse.
Das Seniorenwohnheim „Schloss Residence Mühlberg“ liegt im Herzen des denkmalgeschützten, nach Originalplänen von 1840 restaurierten Mühlbergparks. Foto: Leonhard Hamerski Das Seniorenwohnheim „Schloss Residence Mühlberg“ liegt im Herzen des denkmalgeschützten, nach Originalplänen von 1840 restaurierten Mühlbergparks.
Sachsenhausen. 

Schöne Häuser, viel Grün und Bewohner, die größtenteils finanziell gut ausgestattet sind – so lässt sich das Mühlbergviertel beschreiben. Sorgenfrei ist das Leben hier jedoch nicht. Wie eine Sozialraumstudie zeigt, ist der Seniorenanteil um sieben Prozentpunkte höher als im Frankfurter Durchschnitt. Die Bedingungen für Ältere sind jedoch nicht gut: Es fehlt an Orten der Begegnung, die Busverbindungen reichen nicht aus und so gehen abends viele nicht mehr vor die Tür. Hinzu kommt, dass auch hier nicht alle Wege barrierefrei sind und manche Grünanlagen wie der Seehofpark aus der Sicht der Anwohner verkommen. Die Initiatoren der Studie wollen nun die sozialen Bindungen im Mühlbergviertel stärken und die Bedingungen für die Anwohner verbessern.

Info: Der Mühlberg

Die Studie wurde vom Oberin Martha Keller Haus (OMK) beauftragt. Mit Geldern der Diakonie Hessen und des Kuratoriums Deutsche Altershilfe Köln sollte herausgefunden, woran es den Senioren im Viertel fehlt.

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Ein Café fehlt

„Das, was den meisten Menschen hier fehlt ist ein Café oder eine Art Treffpunkt“, sagt Sozialwissenschaftler Jonas Metzger auf der Präsentation der Studie am Dienstagnachmittag. Zwar habe das Viertel rund um den Mühlberg zwei kleine Zentren mit ein paar Einkaufgelegenheiten, doch es fehle an einem richtigen Café. Treffpunktcharakter habe derzeit vor allem das „Mühlberglädchen“. Das beliebte Kiosk feiert (wie berichtet) in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag und ist für viele zu einer Art zweiter Wohnzimmer geworden.

Dass hier am Mühlberg etwa ein Viertel der Bevölkerung 65 Jahre sind oder älter, hat verschiedene Ursachen: Viele Anwohner möglichst lange im Viertel wohnen bleiben, so ein positives Ergebnis der Studie. Zudem gibt es mit rund 500 Wohnungen in den vier verschiedenen Altersheimen und Wohnanlagen relativ viel Platz für Ältere.

Das Alter spielt am Mühlberg vor allem dann eine große Rolle, wenn etwa eine Gehbehinderung hinzu kommt. Dann wird die eigentlich schöne Lage schnell zum Ärgernis: Steile Anstiege und viele Treppen machen den Mühlberg aus und werden für viele zu unüberwindlichen Hindernissen, so die Studie.

Wünsche der Anwohner

Auf der Wunschliste der Anwohner finden sich Sportveranstaltungen, Tanzkreise ebenso wie eine engere Vernetzung der Nachbarn. Insgesamt ist die Stimmung im Viertel aber gut: Soziale Brennpunkte gibt es demnach in dem „Akademikerviertel“, wie viele den Mühlberg nennen, keine. Man kennt sich und borgt auch mal was vom Nachbarn aus. Allerdings: Darüberhinaus geht der Kontakt häufig nicht,. Und genau daran wollen die Initiatoren der Studie jetzt etwas ändern. Der Wunsch ist, in dem Viertel einen Hauptamtler mit der Vernetzung zu beauftragen. Potenzial für Ehrenamtliches Engagement gibt es reichlich. „Es bräuchte jemanden, der einfach mal loslegt“, so Metzger.

Projektmanager einsetzen

Ähnlich den Quartiersmanagern, die die Stadt in ihrem Programm „Aktive Nachbarschaft“ in den Stadtteilen etabliert hat, soll zukünftig auch im Mühlbergquartier ein Projektmanager eingesetzt werden. Die Finanzierung des Projektes ist allerdings nicht noch gesichert: „Wir brauchen externe Fördermittel“, sagt Hannelore Rexroth, Geschäftsführerin der Agaplesion Markus Diakonie. Die Stadt steht in dieser Hinsicht allerdings nicht zur Verfügung: Im Mühlbergquartier sei „kein großangelegtes Projekt möglich oder geplant“, sagt Sozialdezernentin Daniel Birkenfeld (CDU) auf Anfrage.

Rexroth und ihre Mitstreiter möchten, dass das Projekt vom Deutschen Hilfswerk für drei Jahre mit 100 000 Euro gefördert wird. Start könnte dann Anfang 2018 sein, so Rexroth, die zuversichtlich ist, dass sie die Förderung erhalten wird. Die Vernetzung will sie bis dahin aber schon mit Mitteln der Diakonie vorantreiben.

Das Oberin-Martha-Keller-Haus könnte dabei aus ihrer Sicht eine zentrale Stellung als Ort der Begegnung einnehmen: So soll im Anbau, der gerade errichtet wird, ein Café eröffnet werden, das auch für die Bewohner im Quartier zur Verfügung steht. Klar ist aber schon eins: Das Projekt am Mühlberg soll für seine Nutzer nicht unbedingt kostenlos sein.

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